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Nach vielen Verstößen und Beinahe-Unfällen wünscht sich die Politik einen Rotlichtblitzer auf der B217 in Holtensen.

Nach vielen Verstößen und Beinahe-Unfällen wünscht sich die Politik einen Rotlichtblitzer auf der B217 in Holtensen.
© Jennifer Krebs

Holtensen

Bald Rotlichtblitzer auf B217 in Holtensen?

Ein Ampelblitzer soll die B217 in Holtensen sicherer machen, sagt die Wennigser Politik und will damit nicht warten, bis irgendwann 2020 die Ortsdurchfahrt ausgebaut ist. Als Unfallschwerpunkt stuft die Polizei die Kreuzung  nicht ein. 

Holtensen.  Eigentlich ist es kinderleicht: bei Rot stehen, bei Grün gehen. Doch immer mehr Autofahrer drücken anscheinend aufs Gas, obwohl die Ampel Rot zeigt. Nach vielen Verstößen und Beinahe-Unfällen auf der B217 in Holtensen wünscht sich die Wennigser Politik endlich Konsequenzen. Mit einem fest installierten Rotlichtblitzer an der Ampel in Höhe Bredenbecker Straße könnte die Kreuzung verkehrssicherer werden. Die Gemeindeverwaltung hat sich bereits erkundigt. Etwa 102.000 Euro würde so ein Starenkasten kosten. Der Ampelblitzer löst aus, wenn ein Fahrzeug die Haltelinie bei Rot überquert, und fertigt ein Beweisfoto an. Die Geschwindigkeit misst die automatische Anlage nicht.

Erst neulich hatte die Ronnenberger Polizei an der Kreuzung wieder gestanden und den Verkehr überwacht. Bei dieser Kontrolle wurden wieder etliche Rotlicht-Raser erwischt. Einige Autofahrer waren auch deutlich zu schnell unterwegs. In eineinhalb Jahren gab es auf der Kreuzung zehn Unfälle. Ein Unfallschwerpunkt ist der Bereich nach Einschätzung der Polizeiinspektion Garbsen aber nicht. 

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verweist darauf, dass die Ampel am Knotenpunkt Bundesstraße 217/Landesstraße 389 im Zuge des  Straßenausbaus ohnehin komplett erneuert wird. Sie soll mit LED-Technik, akustischen Signalen und zusätzlichen Signalen für Radfahrer ausgestattet werden. Leicht ließe sich dann auch ein Rotlichtblitzer integrieren. Und das Umrüsten würde dann nur noch etwa 6000 Euro kosten.

Frist abgelaufen: Einwendungen werden nun geprüft

Bis kurz vor Weihnachten lagen die Pläne zum Ausbau der B217 in Holtensen zur Einsicht öffentlich aus. Am 27. Dezember endete die Frist für das Einreichen von Einwendungen. Während der Einwendungszeit konnten Bürger, Unternehmen und Organisationen die Unterlagen prüfen und sich dazu äußern. Die Anregungen werden nun gründlich analysiert und jede einzelne Einwendung beantwortet. 

15.800 Fahrzeuge belasten die Bundesstraße 217 in Holtensen täglich. Ortsbürgermeister Wilhelm Subke hofft zwar nach wie vor darauf, dass die Bauarbeiten Anfang 2019 beginnen. „Die Situation ist für Radfahrer und auch Fußgänger total unbefriedigend und gefährlich“, sagt er. Doch so wie es momentan aussieht, wird die Ortsdurchfahrt wohl frühstens 2020 saniert. Pläne zum Ausbau der Ortsdurchfahrt waren Betroffenen so sauer aufgestoßen, dass ein einfaches Verwaltungsverfahren nicht ausreichte, um Baurecht zu erlangen. Ein Planfeststellungsverfahren musste eingeleitet werden – und dieser bürokratische Umweg kostet Zeit. 

Im Frühjahr wird es nun voraussichtlich den Erörterungstermin geben. Den Beschluss erwartet die Landesverkehrsbehörde für Ende 2018. Abhängig vom Verfahren und je nachdem, wie viele Stellungnahmen und Einwendungen eingegangen sind, werde die Ausführungsplanung und Ausschreibung dann in 2019 erfolgen und es mit dem Ausbau in 2020 losgehen. Die Baukosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf etwa 1,6 Millionen Euro.

Die Landesbehörde stimmt sich beim Ausbau der B217 eng mit der Gemeinde Wennigsen ab. Die Wennigser Verwaltung ist beteiligt, weil es sich bei dem Projekt um eine Ortsdurchfahrt handelt. Die Holtenser wünschen sich schon lange, dass die B217 innerorts überplant wird. Zur Expo 2000 wurde die Bundesstraße ausgebaut. Die Ortsdurchfahrt in Holtensen wurde damals angeblich ausgespart, weil die Bauarbeiten schnell fertig werden mussten. 

„Die Situation ist äußerst schwierig“, sagt FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Herr. Ein Blitzer könnte die Autofahrer disziplinieren. „Wir müssen Druck machen bei der Region Hannover“, sagt Marianne Kügler (CDU), die nicht warten will, bis erst ein Kind totgefahren wurde. SPD-Mann Klaus Kropp gibt ihr Recht. Die B217 wird frühstens 2020 ausgebaut sein – das ist noch zu lange hin, sagt Kropp. 

Sollte der Rotlichtblitzer politisch gewollt sein, werde die Gemeinde einen entsprechenden Antrag für die Region vorbereiten, kündigt Fachbereichsleiterin Ulrike Schubert an. 

Ortsrat lädt zum Neujahrsgespräch ein

Neujahrsgespräch im neuen Format: Der Ortsrat Holtensen richtet am Sonntag 14. Januar, den Neujahrstreff aus. Beginn ist um 11 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Es soll über Themen gesprochen werden, die alle Holtenser interessieren – wie etwa der geplante Ausbau der B217, die Busanbindung an den Holtenser Bahnhof und die Wiederbelebung des Geländes rund um den alten Aldi-Markt. Gesprochen werden soll auch über einen Kindergarten-Neubau, die Bredenbecker Grundschule und Baumaßnahmen gegenüber der Tankstelle. Weitere Anregungen können Ortsbürgermeister Wilhelm Subke gerne per E-Mail an wsubke@gmail.com mitgeteilt werden. Nach dem Neujahrsgespräch besteht wieder die Möglichkeit, sich über alles Mögliche auszutauschen. 

Von Jennifer Krebs


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