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Region Wedemark Nachrichten Kostenlose Kita ist für Gemeinde Herkulesaufgabe
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00:16 25.12.2017
Der Wedemärker Verwaltungsvorstand zieht Bilanz (von links): Joachim Rose, Susanne Schönemeier und Bürgermeister Helge Zychlinski.  Quelle: Sven Warnecke
Wedemark

  Der Verwaltungsvorstand, bestehend aus Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski, der Ersten Gemeinderätin Susanne Schönemeier und Kämmerer Joachim Rose, wähnt die Kommune perspektivisch auf einem guten Weg in Richtung Zukunft. Gleichwohl sehen sie auch gewaltige Aufgaben auf sich zukommen. Nach Zychlinskys Worten könne man aber mit der Entwicklung allgemein zufrieden sein.

Eigentlich. Denn Ausruhen gilt nicht. Der Verwaltungsvorstand sieht allein durch die von der neuen rot-schwarzen Landesregierung beschlossenen beitragsfreien Kita eine gewaltige Aufgabe auf sich zukommen. Bislang pumpte die Gemeinde in die Kinderbetreuung pro Jahr 800.000 Euro, die nicht über Elterngebühren gedeckt wurden. Für die nun folgenden Jahre stehen ungleich höhere Summen an. Kämmerer Joachim Rose fordert wie der Bürgermeister die Landesregierung auf, die Kommunen hierbei deutlicher zu entlasten. Denn es bestehe die Gefahr, wenn der „Landeszuschuss nicht dynamisiert werde“, dass eine Gemeinde wie die Wedemark verlieren werde, warnt der Kämmerer. So drohe nun schon wegen steigender Kinderbetreuungskosten für den Haushalt 2018 ein Defizit von 2 Millionen Euro, hat Rose errechnet. 

Betreuungsbedarf steigt weiter

Gleichwohl habe die Kommune allein im vergangenen Jahr 54 neue Krippenplätze geschaffen. Zychlinski spricht von einem Spitzenwert in der Region. Er sieht indes aber weiter einen steigenden Bedarf. Immerhin würde heute schon für 70 Prozent der unter Dreijährigen in der Wedemark ein Platz angemeldet. Doch man wolle auch weiter dem im Januar von der Unicef verliehenen Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ gerecht werden. Entsprechende Anstrengungen seien erforderlich. Das bleibe auch weiter Thema, betont Zychlinski.

Ungeachtet dieser perspektivisch mit Bestimmtheit auftretenden Herausforderungen hat sich die Gemeinde vorerst dank steigender Einnahmen in diesem Jahr finanziell stabilisiert. Doch angesichts der geplanten Zweifeld-Sporthalle für drei Millionen Euro – auch wenn der beauftragte Generalunternehmer nach Auskunft des Bürgermeisters in Verzug geraten ist -, der nötigen Sanierung des Klärwerks Bissendorf für circa 10 Millionen Euro oder der anstehenden Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sowie der Ganztagsbetreuung an den Schulen warten in den nächsten Jahren immense Auf- und Ausgaben auf die Kommune. 

Verwaltung arbeitet am Limit

Eine weitere gewichtige Aufgabe sieht der Verwaltungsvorstand angesichts der Personalsituation im Rathaus auf sich zukommen. „Wir fahren seit Jahren auf extrem hohem Niveau“, sagt Zychlinski und meint dabei auf der einen Seite das seinen Angaben zufolge hohe Angebot an Dienstleistungen für die Bürger und auf der Anderen die eher geringe Anzahl an Mitarbeitern. Gerade auch im Vergleich zu anderen Regionskommunen. Doch das dürfe nicht zur Überforderung Einzelner führen, macht der Verwaltungschef deutlich und mahnt die Politik, den von der Verwaltung vorgeschlagenen Stellenplan abzusegnen. Denn die aktuell in diesem Jahr angehäuften 7000 Überstunden bei den etwa 400 Mitarbeitern seien ein klares Signal. Das liege auch an den immer komplexer werdenen Aufgaben – die teilweise von Landes- oder Bundesebene vorgegeben werden würden. Als Beispiel nennt der Bürgermeister etwa das Elterngeld. So bedeute die Bearbeitung eines Antrags heute einen 50 Prozent höheren Aufwand für die Abteilung.

Bevölkerung wächst weiter

Angesichts der in diesem Jahr erreichten 30.416 Einwohner mit Erstwohnsitz in der Wedemark sieht die Verwaltungsspitze dringenden Bedarf an zusätzlichem Wohnraum. Denn das Bevölkerungswachstum halte an, berichtet Zychlinski von entsprechenden Prognosen. Ein erster Schritt sei mit der Entwicklung der Diersrahe in Bissendorf getan. Doch weitere müssten folgen. Er spricht perspektivisch von Flächen in Elze, Mellendorf und Wennebostel sowie über verdichtete Bebauung im Bestand. Der Schwerpunkt der kommunalen Bemühungen beim Flächenerwerb liege dabei klar in der Nähe der S-Bahnlinie. „Denn wenn wir uns davon wegbewegen, erhöhen wir die Verkehrsproblematik“, macht der Bürgermeister deutlich. 

Offen und deutlich spricht Zychlinski aber auch über eine im ablaufenden Jahr von ihm „neu entdeckte Leidenschaft“. Dabei meint er die erlangte Qualifikation, als Standesbeamter tätig werden zu dürfen. Das habe er nach eigenen Angaben auch genutzt, etwa um das erste gleichgeschlechtliche Paar in der Wedemark zu trauen. Mehr noch. Er habe sich auch über die Bundestagsabgeordneten für eine komplikationslosere Elternschaft von homosexuellen Paaren stark gemacht. Das sei ein komplexes Thema, betont Zychlinski. Doch die politischen Vertreter in Berlin hätten ihm zugesichert, dass dieses angefasst werden solle. Das Ergebnis ist indes noch offen.

Von Sven Warnecke

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