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00:16 08.10.2018
Auch den Fahrradaktionstag im September hatte Ellen Bruns mit dem Team Jugendpflege und den Beteiligten am Projekt Kinderfreundliche Gemeinde unter ihren Fittichen. Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)
Wedemark

Zum dritten Mal muss die Gemeinde Wedemark in diesem Herbst die Stelle zur Leitung der Jugendhalle in Mellendorf ausschreiben. Und sie wird sich nach den bisher fehlgeschlagenen Besetzungen diesmal der Unterstützung einer Agentur bedienen. Den Druck in diesen Versuch setzt Bürgermeister Helge Zychlinski. Denn wenn es in der zentralen Jugendhalle an Fachpersonal fehlt, zieht dies einen Stau an nicht zu bewältigenden Projekten im Rathaus nach sich. Erst, wenn ein Leiter für die Halle gefunden ist, kann die Gemeinde etwa daran denken, die Aufgaben des versprochenen Kinder- und Jugendbeauftragten in Angriff zu nehmen – auch diese würden dann nur, aber immerhin, durch Aufgabenumverteilung im Rathaus abgedeckt werden können.

Der Aktionsplan der Gemeinde Wedemark auf dem Weg zur Kinderfreundlichen Kommune ist an dieser Stelle des Kinderbeauftragten und bei anderen Aufgaben ins Stocken geraten. Das berichtete die Gemeindejugendpflegerin und Projektleiterin Ellen Bruns jetzt der Kommunalpolitik. 19 Einzelprojekte schreibt der Aktionsplan über mehrere Jahre der Gemeinde in ihrer To-do-Liste vor; für mehrere war der Beauftragte verantwortlich eingetragen. Die Stellung hielt gleichwohl oft die Gemeindejugendpflegerin mit ihrem Team.

Den Fahrrad-Aktionstag mit Start vom Campus W haben viele Wedemärker Familien jüngst miterlebt. Dass er Teil des Aktionsplans war, den die Gemeinde für ihr Siegel Kinderfreundliche Kommune abzuarbeiten hat, wurde dabei nicht groß herausgehängt. Auch andere Projekte wie der Bürgermeistertag in 18 Schulen, der Tag des Sports im August in Brelingen oder das wöchentliche Interkulturelle Atelier in der Wedemark-Halle auf dem Campus W haben alle große Resonanz gefunden und sind Schritte auf dem Weg, Kinder und Jugendliche für das aktive Gestalten ihrer Kommune zu begeistern. Schon seit 2015 erleben Besucher am Schulcampus in Mellendorf auch die wechselnde Ansicht der 15 Meter langen Holzwand, die unter dem Titel „wir.macht.neu“ immer wieder anders von Jugendlichen künstlerisch überarbeitet wird.

Kinder sollen Kommune mitgestalten

Die Schulung der Mitarbeiter in der Verwaltung, wie Kinderrechte auch dort zu berücksichtigen sind, ist Teil des Aufgabenplans. Eine Steuerungsgruppe im Rathaus überprüft zudem, was von den 19 festgeschriebenen Projekten wie und wann realisiert wird. So soll der Bürgermeistertag – Besuch von Verwaltungsvorständen in den Wedemärker Schulen – Anfang 2019 fortgesetzt werden. Erstmals 2019 soll das Pilotprojekt „Big Lunch“ zur gesunden Ernährung angeboten werden: Alle Wedemärker Schüler werden dazu am vorletzten Schultag vor den Sommerferien eingeladen.

Laufend sollen Kinder in die Neu- und Umgestaltung der kommunalen Spielplätze einbezogen werden; auch ihre Beteiligung bei der Bauleitplanung der Gemeinde ist langfristig gewünscht und wurde im Pilotprojekt „Mühlengrund“ erprobt und inzwischen abgeschlossen. Dabei haben Kinder der Grundschule Bissendorf zwei Jahre lang mit den Verwaltungsfachleuten zusammengearbeitet. „Fachfremde Spezialisten, beispielsweise Architekten, mussten sich dabei mit der kindlichen Entwicklung auseinandersetzen“, verdeutlichte die Jugendpflegerin in ihrem Bericht. „Auf der anderen Seite hatten sich Kinder und Jugendliche mit der Kompromissfindung in demokratischen Prozessen zu befassen.“ In alledem hätten aber die Beteiligten ihren Horizont erweitert – „also, eine klassische Win-win-Situation“. Für die Bauleitplanung mit den jungen Wedemärkern soll nun ein Handlungsfaden erarbeitet werden; dazu will Bruns künftig stärker mit Sachverständigen und dem Verein Kinderfreundliche Kommune kooperieren. Der Bau eines Kinderrathauses steht für 2019 im Plan, auch die konzipierte Mobbing-Sprechstunde für Schüler hängt noch an der Stelle des Kinderbeauftragten.

Positiv sieht Bruns, dass die Dienstwege innerhalb der Verwaltung und zu den beteiligten Kindern und Jugendlichen deutlich kürzer geworden sind. Jedoch könne insgesamt der Aktionszeitplan nicht gehalten werden. Die personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen seien begrenzt, auch seien die Mitwirkenden zeitlich nicht immer ad hoc unter einen Hut zu bringen, führte sie an. Diese Nagelprobe gilt auch für das Kindertheater-Projekt „Kinder haben immer Recht“, das zu sechs Spielterminen vom 27. bis 29. November und vom 3. bis 5. April nachmittags an vier Veranstaltungsorten für 16 Kindertageseinrichtungen – Kinder mit Eltern - vorbereitet wird.

Noch sind nicht alle Projektziele erreicht

Die Anstrengungen der Gemeinde Wedemark, Kinderrechte zu stärken und ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, reichen in die 1990er Jahre zurück: Die Straße der Kinderrechte und die Kinderrechtskunstwerke in allen Ortsteilen erinnern daran. 2015 hat sich die Gemeinde Wedemark nach einem Ratsbeschluss für das Projekt Kinderfreundliche Kommune – eine Initiative von Unicef und dem Deutschen Kinderhilfswerk – beworben. Am 16. März 2015 wurde die Vereinbarung zwischen Trägerverein und Kommune unterzeichnet. Seit 9. Januar 2017 ist die Wedemark eine offiziell besiegelte Kinderfreundliche Kommune nach den Maßgaben des gleichnamigen Vereins mit Sitz in Berlin. Die wichtigste Grundlage bildete zuvor eine Standortbestimmung im Frühjahr 2016, eine ausführliche Analyse, was in der Gemeinde Wedemark für den Weg zum Ziel bereits vorhanden ist. Die lokalen Vorhaben mit den konkreten Schritten hin zur Kinderfreundlichen Kommune beschreibt ein Aktions- oder Maßnahmenplan, der in Zusammenarbeit mit Experten des Vereins ausgearbeitet wurde. Den Aktionsplan hat der Gemeinderat im Oktober 2016 genehmigt, er liegt auch als Broschüre vor: Jetzt ist ein aktueller Zwischenbericht auf dem Weg zum Projektabschluss hinzugekommen. Auch diesen Bericht gibt es im Rathaus als Broschüre, auf der Internetseite der Gemeinde unter www.wedemark.de ebenfalls nachzulesen.

 

Von Ursula Kallenbach

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