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Rüdiger Vieglahn (rechts) und Philip Wehr präsentieren das beschlagnahmte Diebesgut.

Rüdiger Vieglahn (rechts) und Philip Wehr präsentieren das beschlagnahmte Diebesgut.
© Sven Warnecke

Langenhagen/Wedemark/Laatzen

Polizei beschlagnahmt säckeweise Diebesgut 

Seit Mitte des Jahres ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Diebstahls und der Hehlerei. Am Dienstag sind mehrere  Wohnungen von Mitarbeitern einer Langenhagener Transportfirma durchsucht worden. 

Langenhagen.  Seit Mitte des Jahres ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Diebstahls und der Hehlerei. Am frühen Dienstagmorgen sind mit richterlichem Beschluss fünf Wohnungen von Mitarbeitern einer Langenhagener Transportfirma sowie auch die des Inhabers durchsucht worden. Dabei stellten die Beamten in der Wedemark, in Laatzen und Hannover diverses Beweismaterial sicher. Festnahmen hat es indes keine gegeben. 

Die Polizei Langenhagen war den sechs Verdächtigen seit Ende August auf der Spur. Nach Auskunft von Rüdiger Vieglahn, Leiter des Langenhagener Kriminal- und Ermittlungsdienstes (KED), stehen die 34 bis 45 Jahre alten Männer im Verdacht, auf dem Gelände der Firma  „diverse original verpackte Waren eines bundesweit tätigen Einzelhandelsunternehmens aus einem Lastwagen heraus erhalten zu haben“. Und das, obwohl sie – so der Vorwurf – gewusst haben müssten, dass diese zuvor gestohlen sind. Als Drahtzieher wird der Inhaber der Transportfirma vermutet, berichtet Vieglahn weiter.

Am Mittwoch präsentierte der KED-Leiter zusammen mit dem ermittelnden Beamten Philip Wehr das beschlagnahme Diebesgut. Darunter befinden sich Kleidung, diverse Sammelpacks Socken für wenige Euro, Elektroartikel wie Computermäuse oder Stirnlampen sowie etwa auch Toilettendeckel mit sogenannter Soft-Close-Funktion – allesamt Gebrauchgegenstände des täglichen Bedarfs. Insgesamt stellten die Beamten 287 Teile im Wert zwischen 2 und 50 Euro bei den Verdächtigen sicher. Die Ermittler beziffern den bei dem Einzelhändler registrierten Schaden insgesamt auf etwa 15.000 Euro. Gleichwohl dürfte dieser vermutlich durchaus noch höher ausfallen, meint Vieglahn. 

Das betroffene Einzelhandelsunternehmen habe im Laufe des Jahres festgestellt, dass ihnen Retoureware aus dem Nordeutschen in nicht geringer Menge abhanden gekommen sei. Daraufhin wurde eine Privatdetektei beauftragt. Als sich der Verdacht erhärtete, sei die Polizei eingeschaltet worden, berichtet KED-Leiter Vieglahn nun. Die Ermittler kamen bei ihren Nachforschungen dem Langenhagener Firmenchef auf die Spur, der als Subunternehmer für einen großen, nicht in der Flughafenstadt ansässigen Logistiker aktiv ist und in dessen Auftrag die Ware einsammeln ließ. 

Und das Prinzip der Verdächtigen scheint recht simpel: Die Retoureware wurde mit Lastwagen aus den Filalen abgeholt und nach Langenhagen gebracht. Bei der Ankunft der Fahrzeuge auf dem Firmengelände ließen die Fahrer die Ladebordwand ein Stück herunter, so dass die Täter in aller Ruhe in der Ware stöbern und sich Gegenstände „aussuchen“ konnten, erläutert Wehr das Vorgehen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Von Sven Warnecke


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  • ... Gründungsort des ESC Wedemark, der 2010 als Hannover Scorpions deutscher Eishockeymeister wurde.
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