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Nachrichten Tischlerei freut sich über Bambi im Handwerk
Region Wedemark Nachrichten Tischlerei freut sich über Bambi im Handwerk
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00:15 06.01.2018
Von Ursula Kallenbach
Tischlermeister Wilhelm Freund bringt seine neueste Maschine an den Start. Quelle: Kallenbach
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Negenborn

„Es war ein bisschen wie Bambi“, berichtet Anke Freund. Tatsächlich ging die Preisverleihung einher mit der Premiere eines Image-Films zur Tischlerei namens Dein Freund. Der Film ist in der Außenwirkung über soziale Medienkanäle kein unwichtiger Teil des ansonsten undotierten Preises, und darüber freut sich die Betriebsmanagerin besonders.

Hochwertiger Möbelbau in Individualanfertigung für Privathaushalte und für Objekte von Bauträgern sind die Schwerpunkte der Produktion. Waschtischmöbel vom Feinsten verlassen den Betrieb, auch Küchen werden nach Maß angefertigt. Wer die Tischlerei besucht, kann aber auch Parkett oder Türen in Probestücken finden. Regional arbeitet die Tischlerei mit anderen Gewerken in einem Netzwerk eng zusammen; so müssen Auftraggeber etwa bei Badsanierungen die Arbeiten nicht selbst koordinieren.

„Die Auftragsbücher sind voll“, stellt Anke Freund fest. Sie ist als Angestellte im Betrieb ihres Ehemannes für Angebote, Rechnungen und Buchhaltung verantwortlich, auch für den Außenauftritt und die Social Media. Bei der Handwerkskammer nimmt sie an Schulungen zur Betriebsführung teil, und sie kümmert sich um das wichtige Thema IT-Sicherheit. Sie managt, während Tischlermeister Wilhelm Freund sich von Produktion und Maschinen nicht loseisen kann – auch nicht während der kurzen Betriebsferien über den Jahreswechsel.

Das neueste technische Wunderwerk ist gerade aufgestellt und startet zum Probelauf: eine Kantenanleim-Maschine für circa 70.000 Euro. Sie sorgt im hochwertigen Möbelbau für ein einmaliges Qualitätsmerkmal – die Nullfuge. Wofür mit alten Maschinen ergänzend viel Handarbeit nötig war, arbeitet jetzt das neue, noch blitzsaubere Mitglied im digitalisierten Technikpark an einem perfekten Ergebnis. „Wir haben vorher unendlich viel Manpower benötigt, um dem Qualitätsanspruch unserer Kunden zu genügen“, erläutert Anke Freund, während der Betriebschef noch an der Maschine hantiert. „Die Firma ist er“, sagt sie. Dass sich beide mit dem Betrieb manchen Abend und viele Nächte um die Ohren schlagen, glaubt man ihnen auf’s Wort.

Sein heutiges Handwerk 4.0 sei nicht zu erreichen gewesen ohne große Hindernisse, hat Wilhelm Freund ehrlich auch in der Bewerbung zu dem Wirtschaftspreis angeführt: enorme Kosten in der Gesamtinvestition über Jahre, Rückschläge bei Soft- und Hardware-Anpassungen, Mängel in der Datensicherung und kostenintensive Ersatzteile. Andererseits hätten die Hausbank und die Maschinenlieferanten seinen Betrieb optimal unterstützt. Beratung und Fortbildung der Mitarbeiter in Innung, Handwerkskammer Hannover und Campus Handwerk (BBZ Garbsen) seien entscheidende Bausteine gewesen. Und das hörte nun auch der neue Wirtschaftsminister Bernd Althusmann bei der Verleihung des Preises im Hannover Congress Centrum (HCC) sicherlich gern.

Azubis sind auch trial unterwegs

Die Tischlerei Dein Freund in Negenborn beschäftigt aktuell elf Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. Viele Fachabiturienten bewerben sich um Ausbildungsplätze – inzwischen gibt es nicht nur ein duales, sondern ein triales Studium, das zusätzlich auf Managementaufgaben im Handwerk bis zum Bachelor vorbereitet.

Die Tischlerei, die Wilhelm Freund am 1. Februar 1999 gründete, arbeitete zunächst in einer Garage auf etwa 40 Quadratmetern. Aufgrund steigender Nachfrage zog das Unternehmen im Jahr 2000 in den heutigen Firmensitz in Negenborn mit rund 1000 Quadratmetern Fertigungsfläche. Diese zu füllen mit Werkzeugen, Maschinen, Mitarbeitern und Aufträgen, war eine große Herausforderung für den damals 25-jährigen Jungunternehmer. Es wurde gleich in moderne Technik investiert.

Die Digitalisierung habe sich schon früh bei der Firmengründung „eingeschlichen", erinnert sich Betriebsmanagerin Anke Freund. „Von Beginn an arbeiten wir mit PC oder Laptop, E-Mail, Webauftritt und diverser Software.“ Mit dem Staatspreis sei anerkannt worden, „dass man als kleines Handwerksunternehmen den Weg so geht“, betont sie. Diese Historie der Tischlerei habe sicherlich eine Rolle gespielt.

Der Vermarktungsradius des Betriebs erstreckt sich heute über die gesamte Region Hannover. Arbeiten werden darüber hinaus bis Hamburg oder in den Harz ausgeführt, aber auch bundesweit und in der Schweiz, für 2018 liegt außerdem ein Auftrag auf der Insel Mallorca vor. Bereits 2009 gewann die Tischlerei den IF Design Award und wurde dann mit dem Multifunktions-Kindermöbel „Woodrocker“ für den Deutschen Designpreis 2010 nominiert.

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