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Schon vor zwei Jahren galt die Kläranlage Bissendorf als erneuerungsbedürftig.

Schon vor zwei Jahren galt die Kläranlage Bissendorf als erneuerungsbedürftig.© Kallenbach/Archiv

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Wedemark

12 Millionen müssen ins Abwasser fließen

Investitionen von etwa zwölf Millionen Euro wird die Erweiterung und technische Verstärkung der Kläranlage Bissendorf in den nächsten Jahren erfordern. Die Planung dafür soll 2018 beginnen, erste Teile werden bereits im selben Jahr umgesetzt.

Wedemark. Der Gemeinderat hatte die Abwasser GmbH der Gemeinde im Oktober mit dem Beginn der Maßnahmen beauftragt; dazu war den Politikern ein Konzept vorgelegt worden. Mithilfe der eigenen Abwassergesellschaft sind bereits im ablaufenden Jahr in der Kläranlage Bissendorf größere und kleinere Reparaturen vorgenommen und Teile erneuert worden, um die voll ausgelastete und dringend modernisierungsbedürftige Anlage sicher zu führen. Daran bestehe, wie Verwaltungsvorstand Joachim Rose jetzt in einem Gespräch deutlich machte, seit Jahren erheblicher Nachholbedarf. Die vorgeschriebenen Reinigungsleistungen wurden gleichwohl 2017 sicher erbracht, betonte er.

Dabei seien die Mitarbeiter oft auch außerhalb üblicher Arbeitszeiten oder am Wochenende im Einsatz gewesen, um die Beseitigung des Abwassers sicherzustellen. So dauerten Reparaturen im Hauptpumpwerk in Bissendorf-Wietze, etwa eine Woche, bis das Pumpwerk wieder lief. „Das Abwasser musste aber auch in der Woche beseitigt werden“, sagte Rose. In seinem Aufgabenbereich als Verwaltungsvorstand verantwortet er - außer den Gemeindefinanzen als Kämmerer - den Service Abwasser mit der Wedemark Abwasser GmbH.

Auch an anderen Stellen hat die Gemeinde über ihre Gesellschaft im Jahr 2017 die Ertüchtigung der vom früheren Abwasserbetreiber übernommenen Anlagen vorangebracht. Vollständig erneuert wurde das große Pumpwerk in Gailhof. Dieses alte Werk, das in zwei Etagen unter der Erde verbaut war, drohte schon seit Längerem auszufallen. Das System mit einem unterirdischen Metallkessel wurde ersetzt durch ein modernes Schachtsystem. Um dem Grundwasser in der Bauphase das Eisen zu entziehen, musste ein erheblicher Aufwand betrieben werden. Dabei wurde das Pumpwerk an die Leitwarte bei der Kläranlage Bissendorf angeschlossen, damit Meldungen eventueller Betriebsstörungen sofort dort und auf den mobilen Geräten der Mitarbeiter auflaufen sollten.

In diesem Jahr wurde auch die Kläranlage Resse an die Leitwarte in Bissendorf angeschlossen. In der Resser Anlage stand in diesem Jahr eine Grundreinigung an, außerdem wurden Belüfter erneuert – auch das ließ der Verwaltung zufolge bereits seit Jahren auf sich warten.

Betrieb behalten wäre der Wunsch

Der Gemeinde liegt ein Angebot des Wasserverbandes Peine zur Übernahme der Abwasserbeseitigung vor, die zu den gesetzlichen kommunalen Pflichtaufgaben zählt. Dazu müssen Details und zu erwartende Auswirkungen auf die Bewohner der Wedemark sowie auf die Kommune ermittelt und abgewogen werden. „Die Aufgabenübertragung hätte zur Folge, dass die Gemeinde ihre Zuständigkeit für die gesamte Regen- und Schmutzwasserbeseitigung und deren Finanzierung abgeben würde“, erläuterte Rose. Der Rat wolle bis Mitte 2018 entscheiden, ob er das Angebot annimmt.

In einem Teilbetriebsvertrag mit dem Wasserverband Peine hatte die Kommune die Abwasserbeseitigung am 1. Januar 2016 für zunächst zwei Jahre in Eigenregie der Wedemark Abwasser GmbH übernommen. Der Vertrag läuft planmäßig zum Jahresende 2017 aus. Um aber die anstehende Entscheidung über eine mögliche Gesamtübertragung an den Wasserverband fachlich ausreichend vorklären zu können, ist der Vertrag bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Teil dieses Votums des Gemeinderats vom Oktober war es auch, mit den notwendigen Investitionen in die Kläranlage Bissendorf inzwischen zu beginnen.

„Die Verwaltung würde die Aufgabe lieber selbst behalten“, betonte Rose. Innerhalb der zwei Jahre sei dies nach der Rekommunalisierung der Abwasserbeseitigung gut angelaufen. Dies gelte auch für die Qualifikation der Mitarbeiter. Überzeugt davon äußerte sich auch Bürgermeister Helge Zychlinski. „Wenn wir uns etwas für 2018 wünschen dürfen, dann ist es, den Betrieb selbst zu behalten“, bestätigte er. „Aber das entscheidet letztlich der Rat.“ Wenn es eine Übertragung in andere Hände geben solle, so Zychlinski, dann nur in die des Wasserverbandes Peine, denn dieser sei selbst ein kommunales Unternehmen.

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Die Abwasser GmbH der Wedemark gehört in den Aufgabenbereich von Verwaltungsvorstand Joachim Rose.

Quelle: Kallenbach/Archiv

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