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Region Wedemark Nachrichten Gehalt für Betreuungskräfte kommt auf den Prüfstand
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20:14 29.12.2008
Quelle: ddp

Im Januar befasst sich der Fachausschuss für Jugend, Senioren und Soziales des Rates mit der Bezahlung von Tageseltern. Die Gemeinde muss einen neuen Vertrag mit der Region abschließen. Freie Tagesmütter sollen leistungsgerecht vergütet werden. In der Wedemark gibt es zurzeit nur zwei Tagesmütter, die für die Kommune als Selbstständige Kinder betreuen. 2009 soll eine weitere Pflegekraft hinzukommen. Weitaus mehr Tagesmütter sind in einem von der Gemeinde unterstützten Verein organisiert.

„Wir haben die Aufgaben von der Region übernommen, aber die Verdienste legen wir nicht fest“, sagt die Erste Gemeinderätin, Konstanze Beckedorf: „Der Vertrag läuft aus. Wir sind dabei, einen neuen abzuschließen.“ In dem neuen Vertrag strebt die Region ein einheitliches Entgelt an.

Nach geltender Regelung zwischen Gemeinde und Region erhält eine Tagesmutter für eine 40-Stunden-Woche und ein betreute Kind den Höchstsatz von monatlich 422 Euro. Nach einem entsprechenden Nachweis werden ihr Beiträge zur Unfallversicherung und Altersvorsorge gewährt.

Die Wedemark ist in einer Sonderposition: Sie bietet zwei Organisationsstrukturen für Tageseltern an. Die meisten Betreuungskräfte sind in dem von der Gemeinde unterstützten Verein Förderkreis für Tageskinder und -eltern organisiert. Dieser bietet den Pflegepersonen bereits ein sozialversicherungpflichtiges Arbeitnehmerverhältnis. „21 Tagesmütter betreuen aktuell etwa 50 Kinder“, sagt die Vereinsvorsitzende Irmtraud Bernstorf. Seit 16 Jahren ist dieses Tagesmütterprojekt wegweisend in der Region.

Der Arbeitgeber Tagesmütterprojekt zahlt für ein Kind 563 Euro brutto monatlich bei einer 40-Stunden-Woche. Tagesmütter dürfen bis zu fünf Kinder betreuen – ihr Entgelt erhöht sich mit jedem weiteren Kind gestaffelt.
Doch nicht die Bezahlung sieht Bernstorf als das Hauptproblem. „In den anderen Kommunen müsste mehr über die soziale Absicherung gesprochen werden. Das ist noch wichtiger, als mehr Geld ausbezahlt zu bekommen“, meint sie. „Die freien Tagesmütter haben kein Anrecht auf Leistungen des Arbeitsamtes, wenn sie einmal aufhören.“ Der Druck wachse – viele Familien engagieren Tagesmütter als Ergänzung zu Krippen und Kindergärten. Schwierig sei es aber, Betreuungspersonen zu finden, sagt Bernstorf. „Auch Pflegeprofis sind eine unterbezahlte Gruppe. Tagesmütter reihen sich ein bei den Schlechtbezahlten.“

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