Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Schüler befassen sich dem Klimaschutz
Region Wedemark Nachrichten Schüler befassen sich dem Klimaschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 30.09.2018
Am Rathaus und Campus W in Mellendorf sind die Realschüler der 8b zuerst am Start. Quelle: Kallenbach
Mellendorf

Klimaschutz geht alle an: Die 8b und die 8a der Realschule Wedemark haben sich nacheinander auf den Weg dazu gemacht: An vier Stationen in Mellendorf erkundeten sie am Donnerstag bei der „temperaTour“ Themen rund um das Klima – zu Fuß vor Ort. Und so nahmen sie auch Anregungen mit, wie sie selbst und ihre Familien sich im Alltag praktisch verhalten können.

Das Startzeichen gab der Geschäftsführer der Klimaschutzagentur der Region Hannover, Udo Sahling, an der sogenannten „smartbench“ zwischen Rathaus und Campus W –vertrauter Platz für Jugendliche zum Aufladen ihrer Handys. Ein Sponsorenschildchen an der Seite der Bank zeigt: Die Klimaschutzagentur gehörte schon dazu, und auch die jetzige Tour in je einer Schuldoppelstunde wurde von der Klimaschutzagentur angeboten und finanziert.

Oberthema Klima – aber was ist das, und was haben unsere Ernährungsgewohnheiten, unser Kaufverhalten, die Mode und unsere Fortbewegung im Alltag und im Urlaub damit zu tun? Was Erwachsene so schnell nicht mehr an ihren Gewohnheiten verändern mögen – Kinder und Jugendliche sind dafür offener. „Je früher die Informationen, desto besser“, verdeutlichte Sahling. So gehe die Klimaschutzagentur seit Jahren schon mit ihren Aktionen auch in Kindergärten.

Thema Klimaschutz wird in Kindergärten hineingetragen

Die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde, Inga Jetter, hatte alle weiterführenden Schulen zu dieser Tour eingeladen und dankte der Realschule, dass diese das Angebot für die Schüler einbauen konnte. Dies laufe als Projekt zur Nachhaltigkeit und sei nicht gebunden an ein Unterrichtsfach, erläuterte die Klassenlehrerin der 8b, Martina Warnke-Klußmann.

Inga Jetter (von links), Eckhard Steinmüller, Udo Sahling, Susanne Schönemeier und Martina Warnke-Klußmann sind sich über den Wert solcher Klimaaktionen einig. Quelle: Kallenbach

Die weiteren Erkundungsstationen lagen im Umkreis des Startpunktes: ein Lebensmittelmarkt, ein Modegeschäft und ein Reisebüro. Dort verdeutlichte Workshopleiter Eckhard Steinmüller, wie weit ein Mensch mit einem halben Gramm CO2-Verbrauch in den unterschiedlichen Verkehrsmitteln reisen kann. „Mit Fernzug und Reisebus komme ich weiter“, zeigte er anhand von Tabellen. Flugzeug und Privatauto – die Verlierer.

Bewusste Ernährung schützt das Klima

Am Lebensmittelmarkt veranschaulichte Steinmüller den Schülern, was es mit dem Klima zu tun hat, wie sie sich ernähren, was sie essen und trinken. So konnte er ihnen sagen, wie viel klimaschädliche Gase mit einem Kilo Lebensmittel verbunden sind, ob durch Produktion in der Landwirtschaft, Herstellung oder Transportwege. Ebenso hinterfragten die Schüler auf der Tour kritisch den Einsatz von Pestiziden beim Anbau von Baumwolle, chemischer Farben, Wasserverbrauch und wieder die Bilanz der Transportwege am Beispiel von Jeans.

„Bei jeder Station sagen wir auch: Wir können Entscheidungen treffen“, betonte Steinmüller vom Verein Janun, der im Auftrag der Klimaschutzagentur solche Projekte in Kindergärten und Schulen bringt. Bei der Ernährung sei beispielsweise der regionale Einkauf klar zu bevorzugen.

Für Klimaschutz brauche es Bewusstsein. Besser sei es, das Wissen vor Ort in Verbindung zu bringen und früh damit anzufangen, bestätigte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier. Auch Sahling verband mit dem frühen Beginn der Information zum Klima, „dass es normal wird für Kinder und Jugendliche im täglichen Handeln, und dass Jugendliche es in die ältere Generation hineintragen, denn wir haben nur diese eine Welt“.

Sein eigenes Bewusstsein zu dieser einen Welt wollte Sahling an dieser Stelle nicht ausblenden. „Wenn wir Hambacher Forst ansprechen: Da wird mir elend“, sagte er offen. In den 1970er Jahren habe er selbst noch mit demonstriert. „Wir können nicht mehr mit faulen Kompromissen leben. Wir brauchen den Kohleausstieg und die Solar- und Windenergienutzung“, hielt er fest. Seine Hoffnung sei, „dass die Kommunen mitmachen“.

Zusammenarbeit zum Klima ist eingespielt

Rund 60 Aktionen stößt die Klimaschutzagentur in der Region in jedem Jahr an und stellt das Budget dazu, wie Geschäftsführer Udo Sahling betont. „Wir haben eine eingespielte Zusammenarbeit mit den Kommunen.“

Lehrerfortbildungen stehen ebenfalls auf dem Programm; auch damit sei das Klimaschutzhandeln in Schulen gut implementiert. Die Förderung von „temperaTour - die Gemeindeführung rund ums Klima“ soll das Klimaschutzengagement der Kommunen unterstützen. Die Klimaschutzagentur koordiniert diese Umweltbildungsaktion mit finanzieller Unterstützung des Netzbetreibers Avacon.

Die Gemeinde Wedemark hat 2009/10 ihr eigenes Klimaschutz-Aktionsprogramm erarbeitet und bemüht sich aktiv um die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Dazu gehört auch, das Umweltbewusstsein von Kindern zu wecken.Die Kommune und die Gemeindewerke mit Kundenbüro im Rathaus in Mellendorf arbeiten zu vielen Themen mit der Klimaschutzagentur zusammen: Zu Gebäudemodernisierung, Heizungsoptimierung, Solarenergie und Strom sparen im Haushalt werden regelmäßig kostenfreie Beratungen angeboten.

Die Klimaschutzagentur Region Hannover wurde als gemeinnützige Organisation im Jahr 2001 als eine der bundesweit ersten Klimaschutzagenturen gegründet. Sie versteht sich als Ansprechpartnerin für alle Akteure und für alle am Klimaschutz Interessierten der Region . Das Ziel seither und weiterhin: die Senkung klimaschädlicher Emissionen.

Von Ursula Kallenbach

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In zwei Teilbereichen der Waldsiedlung Bissendorf-Wietze gelten jetzt Bebauungspläne. Vorher sah das Baurecht Lückenbebauung vor – und auf vielen Grundstücken gab es gegen Kahlschlag keine Handhabe.

27.09.2018

Zwei Autos im Pool der Gemeinde Wedemark für Mitarbeiter sind jetzt elektrobetrieben. Die Tanksäule dafür steht am Rathaus in Mellendorf und ist nicht öffentlich nutzbar.

26.09.2018

Auf massive Kritik von Verwaltung und Politikern aus der Wedemark folgt das ministerielle Einlenken: Das niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium stellt ein Gespräch in Aussicht.

26.09.2018