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Nachrichten Orange am Vormittag beruhigt die Kinder
Region Wedemark Nachrichten Orange am Vormittag beruhigt die Kinder
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00:21 31.03.2018
Von Ursula Kallenbach
Elke Klotz (von links), Corinna Ganz, Daniela Mollenhauer und Tina Marquardt schnuppern nicht nur gern - sie erarbeiten die Grundlagen für die Aromapflege seit zwei Jahren in ihrem Arbeitskreis. Quelle: Kallenbach
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Mellendorf

Duftöle haben schon in viele Haushalten Einzug gehalten, um die Luft zu reinigen und für angenehmen Duft zu sorgen. Im Kinder-Pflegeheim Mellendorf für schwerst mehrfach körperlich und psychisch beeinträchtigte Kinder ist Aromapflege seit einem Jahr ein Baustein in der Therapie.

Einzigartig im norddeutschen Raum nennt die Aroma-Expertin Janine Ratai den Weg, den die Einrichtung damit geht. Die Fachkinderkrankenschwester für Onkologie, Palliative Care und Diplom-Aromapraktikerin hat die Mitarbeiter erst ein Jahr geschult, bevor das erste Praxisjahr in den Räumen am Zedernweg angegangen wurde. Inzwischen setzen die Pflegekräfte täglich die Wirkung von Duftölen neu ein und dokumentieren die Wirkung und die Reaktionen der Pflegeschützlinge. Auch die Eltern der Kinder haben dieser duftenden Begleitung alle zugestimmt.

Ein Arbeitskreis im Haus hat vor zwei Jahren angefangen mit dem Projekt. Getagt wird vier Mal im Jahr, jeweils mit der Duft-Spezialistin. Zur nächsten Sitzung, am 30. Mai, komme die Expertin wieder aus Peking geflogen, berichtet Pflegekraft Elke Klotz. Sie ist im Haus verantwortlich für die Aromatherapie. In der Wohngruppe 2 lässt sie an diesem Vormittag aus zwei Duftlampen mit Orange und Grapefruit die Luft anreichern. „Das hat beruhigende Wirkung“, sagt sie. Je nach Stimmung in der Gruppe oder auch Beschwerden werden die Lampen jeden Morgen neu befüllt. „Wir haben es schon bei Herpes ausprobiert. Ein Öl wurde auch entwickelt zur Hand- und Fußmassage“, verdeutlicht Corinna Ganz aus der Gruppe 1 im Haus. Die Wirkung der Präparate wird bei den Kindern auch auf Allergien beständig beobachtet und dokumentiert.

Die Öle bei diesem Einsatz sind nicht vergleichbar mit jenen, die Kaufhauskunden kennen. Die Zusammensetzung und Anwendung in dem Pflegeheim folgen vielmehr der Empfehlung der Expertin, versichern die geschulten Pflegekräfte. Es werden Verdünnungen hergestellt, und Zeitschaltuhren regeln die Abgabe. Dokumentiert wird alles. Pflegedienstleitung, Hausarzt und Apotheker sichern ab, dass Kinder und Personal im Haus nicht auf einer esoterischen Schiene abgleiten.

Bei der Sitzung am 30. Mai wollen alle Beteiligten gemeinsam mit der Expertin die Wirkungen aus dem ersten Jahr der Erprobung noch einmal Revue passieren lassen. „Wir finden das ganz toll“, bestätigen die Pflegekräfte. Nicht nur die Wohngruppen, das ganze Heim profitiere, denn es wurde speziell für das Heim am Zedernweg ein frischer Duft entwickelt. „In den Duft haben wir unseren Slogan ,Gemeinsam zu Hause' eingearbeitet und natürlich die Zeder.“ Alle Mitarbeiter empfänden dies als angenehm. 

Wie wirkt Aroma in der Pflege?

Aromapflege wird im Kinder-Pflegeheim Mellendorf als Begleiter der Kinder zur Unterstützung bei Unruhe und Angstzuständen, in der Schmerztherapie, bei Schlafstörungen, bei Abgeschlagenheit und Schwächegefühl und zur Herstellung eines angenehmen Raumklimas eingesetzt. Ab diesem Jahr arbeiten die Pflegekräfte mit Duftlampen, Kissensprays und Einreibungen. Im nächsten Jahr, nach weiteren Schulungen, sollen die Anwendungen auf Bäder, Waschungen, Massagen, Wickel und Auflagen ausgedehnt werden. Gearbeitet wird, so die Auskunft des familienbetriebenen Heimes, mit 100 Prozent naturreinen ätherischen Ölen, die aus Pflanzen, Blüten, Kräutern, Wurzeln und Hölzern gewonnen werden. Die Öle wirken nachweislich: Sie reduzieren die Bakterienkonzentration in der Raumluft, stärken das Immunsystem und wirken bakterizid, antiviral und antimykotisch - also bei Pilzinfektionen. Es ist erwiesen, dass ätherische Öle bei Befindlichkeitsstörungen wie Schlafproblemen, Unruhe, Stress und als begleitende Maßnahmen bei Erkältungskrankheiten, Demenz und Depression eine sehr gute Wirkung zeigen. Sie könnten einen wesentlichen Beitrag zur Linderung der psychischen und so auch der physischen Leiden leisten, heißt es aus dem Kinder-Pflegeheim.

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