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Nachrichten Tapen nicht im Sport - sondern in der Kunst
Region Wedemark Nachrichten Tapen nicht im Sport - sondern in der Kunst
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00:23 20.05.2018
Von Ursula Kallenbach
Aus Paketklebeband hat Constanze Prelle dieses Objekt hergestellt. Quelle: Kallenbach
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Bissendorf

Für Constanze Prelle sind Klebestreifen und Tapes wie Pinsel und Ölfarbe – Werkstoff, Gestaltungs- und Ausdrucksmittel, aber auch Hilfe zu scharfen Linien und Kanten des Bildes. Unter dem Titel „Tape the line“ zeigt die Künstlerin ab Sonntag, 27. Mai, Bilder und Objekte im Imago Kunstverein Wedemark.

Die Ausstellung in den Imago-Räumen im Bürgerhaus in Bissendorf wird um 12 Uhr eröffnet, der Eintritt dazu - wie über die ganze Dauer der Ausstellung bis 8. Juli - ist frei. Die Vernissage am Sonntag dauert bis 15 Uhr; zu Beginn führt der Künstler Giso Westing in die Ausstellung ein – ein Künstlerkollege, der wie Prelle in Hannover lebt und arbeitet. Und, da ist sie sich sicher: Er werde "sehr verständlich" über die Kunst sprechen.

„In dieser Ausstellung geht es viel um Klebeband, aber auch Malerei“, sagt die Künstlerin. Nichts will mehr an den Werkstoff erinnern, an dem Constanze Prelle in den 1990-er Jahren gelernt hat: Stein. Erst nach ihrer Ausbildung zur Steinbildhauerin studierte die gebürtige Hannoveranerin an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Und dort stellte sich eine ganz andere Weiche. „Die Idee steht vor dem Material und stoppt das Handwerk“, weiß Prelle noch heute den Lehrsatz von dort anzuführen, und tatsächlich bestimmt dieser ihre Arbeit. „In Hamburg wurden wir frei in der Materialauswahl. Da ging das ganz schnell, dass der Stein in den Hintergrund gerutscht ist.“ So arbeitet sie auch mit Glasfaser, Kunstharz, Metall und Kunststoff – und experimentiert mit dem Werkstoff Klebeband in Liniengeflechten.

Ein Spiel mit kleinen Anordnungen, Quadraten, Rechtecken und Farben bekommen die Besucher vor Augen geführt. Wer einen Kunstbegriff dazu braucht, hört, dass Constanze Prelle dies in den Minimalismus einordnet, in das künstlerische Weniger, das umso schwieriger sei, sagt sie. In dieser Richtung kann sich Constanze Prelle auf viele renommierte internationale Künstler und Ausstellungen schon über Jahrzehnte berufen. „Es ist wichtig, dass man weiß, was da passiert ist. Vorher war viel Perfektion, die dann aufgebrochen wurde. Die Künstler haben sie teils selbst wieder aufgelöst.“

Nicht schwieriger wird es nach Prelles Erfahrung, diese Kunst so zu vermitteln. „Junge Menschen haben einen leichteren Zugang, weil das Material sie fesselt. Im Gespräch kann man dann ja tiefer gehen.“ Auch der Kunstverein, der in der Wedemark immerhin seit 2000 jedes Jahr fünf Ausstellungen professioneller Künstler organisiert, erlebt das Publikum offen. „Die Besucher nehmen die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks in den Ausstellungen auf und gehen sehr tolerant damit um“, bestätigt die Imago-Vorsitzende Ute Loewener.

Constanze Prelle steht für ein Künstlergespräch am Sonntag, 17. Juni, von 15.30 bis 17 Uhr in der Ausstellung zur Verfügung. Für 14 bis 15 Uhr können Kinder ihre eigene Kunstführung buchen. Zur Finissage sind Besucher für Sonntag, 8. Juli, von 15 bis 17 Uhr eingeladen.

Info: Die Ausstellungsräume von Imago in Bissendorf, Am Markt 1, sind dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem sonnabends von 11 bis 13 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr.

Die Künstlerin nimmt Klebestreifen wie Pinsel und Farbe, um ein Bild entstehen zu lassen. Quelle: Kallenbach

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