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Nachrichten Gemeinde untersagt Aufstellen eines Tannenbaums
Region Uetze Nachrichten Gemeinde untersagt Aufstellen eines Tannenbaums
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00:17 17.12.2017
Frank Stöber, Leiter der Aurelia-Wald-Gesamtschule, sieht sich vom Schulträger eher behindert als unterstützt beim Aufbau der IGS in Uetze. Quelle: Holger Hollemann
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Uetze

 Unter dem Dach des Schulzentrums brennt es: Die Reibereien zwischen Gymnasium und Gesamtschule sind noch nicht ausgeräumt. Nun gießt die Schulverwaltung der Gemeinde Öl ins Feuer und verbietet der IGS das Aufstellen eines Weihnachtsbaums im Foyer. Schüler- und Elternvertreter reagieren empört. Schulleiter Frank Stöber nicht minder.

Stöber, der Vorsitzender des Schulleitungsverbands Niedersachsen mit mehr als 900 Mitgliedern ist, hatte sich nach eigenem Bekunden im Rathaus erkundigt, woher die Verwaltung ihren im Foyer aufgestellten Weihnachtsbaum bezieht und gleich einen für seine Schule mitbestellt. Den lieferte der Bauhof auch an. Als der Hausmeister das Nadelgehölz aufstellen wollte, intervenierte die Schulverwaltung. Der Baum dürfe aus Gründen des Brandschutzes nicht aufgestellt werden, verfügte die Schulabteilung unter Berufung auf die Baubehörde der Region Hannover. Denn die hatte eine Anfrage der Schule, in der riesigen Eingangshalle Tische und Bänke aufstellen zu dürfen, abschlägig beschieden – aus Brandschutzgründen.

Die Regionsverwaltung erklärte dazu, dass die strenge Auslegung der Gemeindeverwaltung aus rein brandschutztechnischer Sicht zwar korrekt sei. „Aber wir wollen natürlich keinem die Weihnachtszeit vermiesen und sehen keine Schwierigkeiten, wenn dort ein Weihnachtsbaum steht“, sagte eine Regionssprecherin am Donnerstagmittag. Am frühen Abend korrigierte sie ihre Aussage: „Die Gemeindeverwaltung hat sehr wohl mit der Bauaufsicht der Region abgesprochen, dass der Baum in der Schule aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht aufgestellt werden darf.“

Das gilt nicht für das Rathaus in Uetze, wo Bürgermeister Werner Backeberg für den Weihnachtsbaum höchstpersönlich die Verantwortung übernimmt, wie er auf Nachfrage bestätigt.

Schulelternratsvorsitzende Katrin Bartloff ist verärgert. Sie erneuert ihre Kritik aus einem Eltern-Rundschreiben von Mitte November: „Wir fühlen uns vom Schulträger benachteiligt gegenüber dem Gymnasium.“ Dort nämlich werde ein Weihnachtsbaum im Foyer geduldet. Auch der erst zwölf Jahre alte Schülervertreter Linus Degenhardt schimpft: „So lange ich dem Schulvorstand angehöre, werden uns immer nur Steine in den Weg gelegt.“

Backeberg und seine Schulabteilungsleiterin Inger Köhler widersprechen. Köhler kündigte an, dass das Gymnasium wie alle anderen Schulen ebenfalls auf die Brandschutzverfügung der Region hin überprüft werden soll. „Nur vor Weihnachten schaffen wir das nicht mehr.“

Weil Backeberg inzwischen den Schulfrieden im Schulzentrum als gestört ansieht, hat er die Schulleitungen und die Landesschulbehörde für den 18. Januar zum klärenden Gespräch eingeladen. Die wechselseitigen Klagen der Eltern wie der Schulleitungen „liegen mir sehr im Magen“. In der vergifteten Atmosphäre im Schulzentrum glaubt der Bürgermeister die Ursache für einen deutlichen Anstieg der dort verzeichneten Vandalismusschäden zu erkennen.

Der Gesamtschulleiter Stöber, der den Schulvorstand mitsamt Elternvertretung und Lehrerkollegium hinter sich sieht, scheint in dieser Gemengelage eine Reizfigur zu sein. „Ich kämpfe für meine Schule“, sagt er. Auf Nachfrage bestätigte Backeberg, dass er vor einem Jahr eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Stöber eingereicht habe. Jetzt, zwölf Monate später, liegt die dreiseitige Stellungnahme der Landesschulbehörde vor. Backeberg fühlt sich in wesentlichen Teilen seiner Kritik bestätigt. Stöber indessen sieht sich entlastet. Die Behörde lehnt es ab, sich zur Sache zu äußern. Vor diesem Hintergrund scheint es schwer vorstellbar, dass dem Schulfriedensgipfel im Januar Erfolg beschieden sein könnte.

Von Joachim Dege

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