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Region Uetze Nachrichten Nabu will Hänigser Friedhof zum Blühen bringen
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00:17 19.04.2019
Hans-Jürgen Sessner walzt die runde Blühinsel mit dem Speierling in der Mitte. Pastor Steffen Lahmann (links) und Klaus-Henning Krebs vom Friedhofsausschuss der Kirchengemeinde schauen zu. Quelle: privat
Hänigsen

Auf dem großzügig gestalteten Kirchenfriedhof mitten in Hänigsen haben Erhard Zander und Hans-Jürgen Sessner vom örtlichen Naturschutzbund (Nabu) in diesen Tagen vier Blühinseln angelegt. Sie sollen Wildbienen und Schmetterlinge Futter liefern. „Es ist ein kleiner Trittstein, um die Artenvielfalt zu fördern“, sagt Zander. Insgesamt haben er und Sessner rund 50 Quadratmeter eingesät. Die handelsübliche Saatmischung enthält Samen von rund 40 Wildblumenarten, die die Ansprüche der beiden Insektengruppen in besonderem Maße berücksichtigen. Zudem enthalte die Mischung auch Gräsersamen, die sozusagen im Erdgeschoss der Blühinseln für die nimmersatten Schmetterlingsraupen als Futterwiese dienen.

Auf den Blühinseln werden, wenn die Samen denn alle auflaufen, die Insekten viele Monate lang Blüten finden, deren Nektar sie trinken können. Das Blühspektrum reicht laut Zander vom Barbarakraut im zeitigen Frühling bis zur Wegwarte und Malve im Altweibersommer. „Blühpflanzen brauchen einen stickstoffarmen Boden, deshalb haben wir an den Saatstellen den nährstoffreichen Boden des Friedhofs mit Sand gemischt“, beschreibt Zander den Aufwand. Die vier Flächen – insgesamt rund 50 Quadratmeter – wurden an Wegen sowie an der Kapelle angelegt. Eine haben Nabu-Insektenexperte Sessner und Zander als Rondell gestaltet. Das Rondell hat einen Durchmesser von sechs Metern und mittendrin steht ein junger Speierling. Der Baum des Jahres 1993 ist mit der Vogelbeere verwandt und seine Blüten, aus denen kleine Äpfel erwachsen, locken auch Insekten an.

Hans-Jürgen Sessner gießt die frisch eingesäten Blühstreifen auf dem Friedhof. Quelle: privat

Zander rechnet damit, dass die Inseln erst im zweiten Jahr ihre volle Blütenpracht entfalten. „Wichtig ist, dass sie nicht vor dem nächsten Frühjahr gemäht werden, sodass sich die Blumen der Saatmischung gut vermehren können.“

Die evangelische Kirchengemeinde hat noch ein weiteres Projekt zur Förderung der Artenvielfalt angeschoben. Hinter dem Haus der Begegnung neben der St.-Petri-Kirche wird eine bienen- und vogelfreundliche Hecke gepflanzt. Für diese hat Zander nach eigenen Angaben die Pflanzenarten ausgesucht.

Von Anette Wulf-Dettmer

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