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Nachrichten DLRG-Kassenwart soll 19.700 Euro veruntreut haben
Region Uetze Nachrichten DLRG-Kassenwart soll 19.700 Euro veruntreut haben
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14:25 18.02.2019
Vor dem Schöffengericht des Burgdorfer Amtsgerichts muss sich der ehemalige Schatzmeister verantworten. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Hänigsen

Gespannt sehen die 223 Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe einem Prozess am Mittwoch, 6. März, im Burgdorfer Amtsgericht entgegen. An diesem Tag muss sich ein früherer Schatzmeister der Hänigser DLRG vor dem Schöffengericht verantworten. Nach Auskunft des Direktors des Amtsgerichts, Andreas Henze, wirft ihm die Anklage vor, in 41 Fällen Geld der Ortsgruppe veruntreut zu haben. Es soll ein Gesamtschaden von 19.700 Euro entstanden sein.

Der Angeklagte sei im Frühjahr 2016 aufgrund seiner beruflichen Erfahrung als Diplom-Kaufmann und wegen seines kameradschaftlichen Verhaltens zum Schatzmeister gewählt worden, sagt der Hänigser DLRG-Vorsitzende Norbert Vanin. Er habe eine Kontovollmacht erhalten. „Bei einer routinemäßigen Kontrolle haben wir im November 2017 festgestellt, dass nur noch sieben Euro auf dem Konto waren“, berichtet Vanin. Nach Einschätzung des Vorstands hätten es jedoch etwa 13.000 Euro sein müssen.

„Daraufhin haben wir die Kassenprüfer eingeschaltet“, berichtet der DLRG-Vorsitzende und pensionierte Polizeibeamte. Mit ihnen gemeinsam habe der Vorstand recherchiert, wo das Geld geblieben ist. Das Ergebnis sei gewesen, dass nach und nach Geld vom Konto abgebucht worden sei. „Danach haben wir Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim erstattet“, sagt Vanin. Sie habe daraufhin selbst die Ermittlungen aufgenommen.

Die Staatsanwaltschaft klagt nun den früheren Kassenwart wegen Untreue nach Paragraf 266 des Strafgesetzbuches an. „Untreue bedeutet, dass man fremdes Vermögen schädigt“, erläutert Henze. Dem Angeklagten sei das Vermögen der DLRG-Ortsgruppe anvertraut worden und er sei für dessen Schutz verantwortlich gewesen.

Amtsrichterin Stefanie Rohe hat außer Vanin noch vier weitere Zeugen geladen. Nach Henzes Einschätzung wird es bei der Gerichtsverhandlung in erster Linie um Kontobewegungen und Kontobelege gehen. „Das mache die Sache objektiv. Zeugen können nur erklären, was sie wahrgenommen haben“, sagt Henze.

„Ich bin seit 1970 in DLRG-Vorständen tätig. So etwas habe ich vorher noch nicht erlebt“, sagt Vanin. Auch seine Vorstandskollegen hätten das dem ehemaligen Schatzmeister, der inzwischen aus der DLRG ausgetreten ist, nicht zugetraut. Der Angeklagte hat die Ortsgruppe in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. „Der DLRG-Landesverband hat uns einen Kredit über 5000 Euro gewährt, damit wir unseren Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnten“, erinnert sich Vanin. Die Hänigser Freibadgenossenschaft habe das Entgelt für die Badnutzung gestundet.

Bis Ende 2018 habe die Ortsgruppe so viele Kursgebühren eingenommen, dass sie das Nutzungsentgelt an die Genossenschaft überweisen sowie die Wachdienstleistenden und Schwimmausbilder habe bezahlen können. Außerdem habe die Hänigser DLRG Ende vorigen Jahres rund 10.000 Euro von der Vermögensschadensversicherung des Regionssportbunds erhalten, sodass die Ortsgruppe den Kredit an den Landesverband habe zurückzahlen können. „Die Bearbeitung hat so lange gedauert“, sagt Vanin.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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