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Region Uetze Nachrichten Hase empfahl den Abriss des Kirchturms
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17:35 08.10.2018
Die Johannes-der-Täufer-Kirche ist nach Plänen Conrad Wilhelm Hases gebaut worden – mit neuem Kirchturm. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Von Weitem ist der mehr als 50 Meter hohe Turm der Johannes-der-Täufer-Kirche zu sehen. Das nach Plänen des berühmten Baumeisters Conrad Wilhelm Hase errichtete Gotteshaus ist ein Wahrzeichen Uetzes. Weil Hase am 2. Oktober 2018 200 Jahre alt geworden wäre, hat Wolfgang Braatz, Archivar des Uetzer Heimatbunds, im Internet nach Informationen über den bedeutenden Vertreter der Neugotik des 19. Jahrhunderts und Erbauer der Uetzer Kirche gesucht. Dabei stieß Braatz auf ein Gutachten, das Hase nach dem großen Uetzer Brand 1863 angefertigt hatte. Einen Ausdruck des digitalen Schriftstücks hat er im Archiv der Uetzer Heimatstube abgeheftet.

Wolfgang Braatz hält die Kopie des Gutachtens in den Händen, das Conrad Wilhelm Hase 1863 über die abgebrannte Kirche angefertigt hat. Braatz steht in der Heimatstube neben einem Holzmodell des Uetzer Kirchturms. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Am 21. April 1863 hatte ein Feuer fast ganz Uetze in Schutt und und Asche gelegt. So auch die Kirche, das Pfarrhaus, das Küsterhaus und die Schule. Am 8. Mai 1863 begab sich Hase nach Uetze, um „im Auftrag der verehrten Kirchen-Commission von Uetze“ die Brandruinen zu begutachten. Das Gutachten fertigte er eine Woche später an. Von der Kirche seien nur die Außenmauern stehen geblieben, schrieb Hase. Sie seien noch so solide, dass man sie in einen Neubau einbeziehen könne.

Ganz anders fiel sein Urteil über den Kirchturm aus: „Der Thurm der Kirche, welcher aus früherer Zeit stammend, an allen Seiten von oben bis unten zerrissen ist, zeigte bei der Bloßlegung der Fundamente einen sehr schlechten Zustand. Ein Restaurieren würde ebenso kostspielig sein, als ein Neubau“, gab Hase zu bedenken. Daher riet er dazu, einen neuen Turm zu bauen.

Das Pfarrhaus und die Schule wollte Hase an alter Stelle wieder errichten. Außerdem schlug er vor, das Grundstück des Küsterhauses zu vergrößern: „Es würde von besonderem Werthe für die Erbauung des neuen Küsterhauses sein, wenn beide Grenznachbarn sich geeinigt fänden an der Straße so viel Breite abzutreten, daß eine Normalbreite der Baufronte von circa 50 bis 60 Fuß erreicht würde.“ Ein Fuß im Königreich Hannover entsprach 29,21 Zentimetern.

1867 wurde die neue Kirche eingeweiht. Die stehen gebliebenen Außenmauern verwendete Hase wieder. Im Osten fügte er einen neuen Altarraum aus Backsteinen mit den für den Architekten typischen Rundbogenfenstern an. Das Pfarr- und das Küsterhaus sowie das Schulgebäude wurden ebenfalls nach Hases Plänen wieder aufgebaut. Kirche, Pfarr- und Küsterhaus stehen noch. Hingegen wurde das Schulgebäude, das zwischen Kirche und Kaiserstraße stand, laut dem Buch „Uetze damals und heute –Band 1“ 1969 abgerissen. Es musste einem neuen Postgebäude weichen.

Wer die Uetzer Heimatstube besichtigen will, kann sich bei Braatz, Telefon (05173) 6024, oder Peter Doms, Telefon (05173) 7752, melden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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