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Region Uetze Nachrichten Neue Südlink-Trasse bei Hänigsen wird geprüft
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00:44 31.05.2018
Tennet muss im Auftrag der Bundesnetzagentur jetzt auch die alternative Trasse östlich von Riedel prüfen. Quelle: HAZ
Hänigsen/Schwüblingsen

Für die unterirdische Stromautobahn Südlink hat die Bundesnetzagentur den Auftrag gegeben, einen alternativen Trassenkorridor im Bereich Hänigsen zu prüfen. Damit ist die Stellungnahme der Gemeinde berücksichtigt worden.

Uetze will verhindern, dass die Erdkabel in dem engen Korridor zwischen Hänigsen und Riedel verlegt werden und die dortige Siedlungsentwicklung stark einschränken. Stattdessen hat die Gemeinde vorgeschlagen, die Kabel nordöstlich an Riedel vorbeizuführen. Das soll nun grob geprüft werden. Stellt sich heraus, dass diese Route geeignet sein könnte, folgt eine detaillierte Untersuchung und gegebenenfalls die Aufnahme ins Planungsverfahren.

Die Planungen für die Stromautobahn Südlink haben die nächste Phase erreicht. Öffentliche Veranstaltungen begleiten diese. Für Dienstag, 29. Mai, 16 bis 20 Uhr, sind Bürger und Vertreter von Kommunen und Verbänden ins Schulzentrums I am Planetenring 7 in Garbsen eingeladen. Sie können sich umfassend über die Planungsgrundlagen, die eingesetzte Technik und die Beteiligungsmöglichkeiten informieren. Zudem beantworten Projektmitarbeiter Fragen und geben Hinweise.

In der aktuellen Phase des Milliardenprojekts muss der Netzbetreiber Tennet untersuchen, welche Auswirkungen die Erdkabeltrasse auf die Schutzgüter Mensch, Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft sowie kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter hat. Des Weiteren verlangt die Netzagentur, die Auswirkungen des Betriebs der Erdkabel durch elektrische und magnetischen Felder nachzuweisen.

Die Landwirte, die landauf landab am stärksten von der geplanten Erdkabeltrasse betroffen sein werden, fordern, dass bereits in der jetzigen Vorbereitungsphase – und nicht erst wie vorgesehen zu einem späteren Zeitpunkt – ein Bodenschutzkonzept erarbeitet wird. „Damit dieses in das Planungsverfahren aufgenommen wird“, sagt der Landwirt und Vizepräsident des Niedersächsischen Landvo Holger Hennies aus Schwüblingsen. Die Sorge der Bauern: Beim Verlegen der Erdkabel wird der Ackerboden so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass für Jahre die Bodengare zerstört ist.

Die Bodengare ist entscheidend für das Pflanzenwachstum. Sie beschreibt den Zustand der zig Millionen Kleinstlebewesen und die Ausbildung des feinen Kapillarnetzes zur Wasserführung in den Bodenschichten. Vor allem wenn der Ackerboden nass ist und dann mit schweren Maschinen befahren wird, kommt es schnell zu Verdichtungen – die Bodengare ist zerstört. Die Landwirte wollen erreichen, dass ein unabhängiger Experte an jeder Baustelle entscheidet, ob die Witterung die Bauarbeiten erlaubt oder nicht. Bislang ist laut Landvolkvize Hennies vorgesehen, dass diese Entscheider auf der Lohnliste von Tennet stehen.

Im von der Bundesnetzagentur festgelegten Untersuchungsrahmen für das Uetzer Gemeindegebiet werden explizit landwirtschaftliche Sonderkulturen wie der Silberzwiebelanbau, Dauerkulturen wie der Spargel und tiefwurzelnde Feldfrüchte genannt. Weitere empfindliche Stellen im ein Kilometer breiten Trassenkorridor von Obershagen über Hänigsen und Schwüblingsen sind das Wasserschutzgebiet Burgdorfer Holz, das Einzugsgebiet des Wasserwerks Burgdorfer Holz und die Altbergbaubereiche nordöstlich von Hänigsen, wo das historische Erdölgebiet und das Kalibergwerk Hänigsen-Riedel liegen. Tennet ist aufgefordert, all diese Bereiche detailliert auf ihre Eignung für das Projekt Südlink zu untersuchen.

Von Anette Wulf-Dettmer

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