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Region Uetze Nachrichten Heckenschütze schießt Autofahrerin in den Kopf
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14:07 15.12.2008
An dieser Stelle wurde die Autofahrerin von dem Geschoss getroffen.
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Das Opfer hatte noch einmal großes Glück, weil das Projektil vermutlich keine bleibenden Schäden hinterlassen wird. Erst vor einem Jahr hatten zwei Jugendliche in Hänigsen aus einem fahrenden Auto zwei Seniorinnen beschossen.

Bei dem neuerlichen Vorfall war die Fahrerin eines Ford Focus gegen 18.30 Uhr auf der Windmühlenstraße unterwegs. Wegen des warmen Wetters fuhr sie mit offenem Fenster durch das Wohngebiet. Wie die 28-jährige später der Polizei berichtete, spürte sie plötzlich einen Schlag an ihrer linken Schläfe. Zunächst habe sie gedacht, dass jemand einen Stein durch ihr Fenster geworfen und dabei ihren Kopf getroffen habe. Sie sei ausgestiegen und habe sich nach dem mutmaßlichen Täter umgesehen, hätte aber niemanden entdeckt.

Zu Hause angekommen, informierten sie und ihr Mann die Polizei. Da die 28-Jährige über starke Kopfschmerzen klagte, fuhr das Ehepaar in ein Krankenhaus nach Burgwedel. Dort stellten die Ärzte fest, dass ein Projektil im Kopf der Frau steckte. Mit einem Rettungswagen wurde sie umgehend in eine hannoversche Klinik gebracht.

Bei einer Notoperation wurde ein „Diabolo-Projektil“ mit einer Länge von 1,5 Millimetern entfernt. Es gehört zu Luftgewehren, die frei an volljährige Personen verkauft werden dürfen. Nach Angaben der Ärzte verlief die Operation problemlos. „Sie hatte großes Glück“, sagte Polizeisprecher Thomas Buchheit. „Wenn das Geschoss sie dichter am Auge getroffen hätte, hätte das schlimme Folgen haben können.“

Ende September 2006 ereignete sich in der Hänigser Feldmark ein ähnlicher Vorfall: Zwei Jugendliche ballerten mit einem Luftgewehr aus einem Auto heraus und trafen zwei ältere Spaziergängerinnen am Arm. Die Polizei konnte einen 16-Jährigen als Schützen und seinen drei Jahre älteren Komplizen ermitteln.

Die Täter hatten das Luftgewehr im Keller des Elternhauses des Jüngeren gefunden. Vor vier Wochen waren beide zu Freizeitarresten und gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. „Wir prüfen, ob es einen Zusammenhang mit den neuen Taten gibt“, sagte Buchheit. Zeugen, die in Hänigsen Auffälliges beobachtet haben, sollten sich unter 1 09 52 22 melden.

von Sonja Fröhlich

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