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Nachrichten Hecken sind wichtiger Baustein für Artenvielfalt
Region Uetze Nachrichten Hecken sind wichtiger Baustein für Artenvielfalt
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00:16 09.12.2017
Erhard Zander schaut sich die Hagebutten einer Hundsrose an, die in der Hecke an der Verlängerung der Breitenkampstraße wächst. Quelle: Foto: Schiller
Hänigsen

Nach dem Willen der Ratsmehrheit soll die Förderung der Biodiversität eine Schwerpunktaufgabe der Gemeinde Uetze werden. Dabei geht es in erster Linie darum, die Lebensbedingungen für Insekten und Vögel zu verbessern. Ein wichtigen Grundstein für diese große Aufgabe hat der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander bereits vor 30 Jahren gelegt. Gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen hat der Hänigser an vielen Stellen im Gemeindegebiet Hecken gepflanzt. Von 1986 bis 1992 entstanden laut Zander rund zwölf Kilometer Feldhecken.

„Es gibt bei uns keine andere Landpflanzengesellschaft, die auf kleinstem Raum ein derart vielfältiges Nahrungsreservoir bietet“, sagt Zander. Die Blüten der Sträucher mit ihren Pollen und dem Nektar seien für Wildbienen, Wespen, Hummeln, Honigbienen und viele hochspezialiserte Insekten Nahrungsquelle. Bei der Nahrungssuche bestäubten sie wiederum die Blüten. Auch Vögel finden in Hecken reichlich Futter. Mehr als 1000 Tierarten könnten sich dort ernähren. „Außerdem schützen Hecken vor Bodenerosion“, fügt Zander hinzu. Und zwar nicht nur direkt dort, wo die gepflanzt sind, sondern auch auf den Feldern rundum. Denn Hecken bremsen praktisch den Wind, sodass dieser die oberste Ackerkrume nicht wegweht.

Zwischenzeile

„Wir haben in den Hecken 50 Prozent Dornensträucher gepflanzt, damit Vögel sicher ihre Nester bauen können“, berichtet Zander. Die Dornen hielten Marder, Katzen, Elstern und Raben ab. Nach den Worten des Naturschutzbeauftragten brüten zum Beispiel in der 1550 Meter langen Baum- und Strauchreihe an der Verlängerung der Hänigser Breitenkampstraße Grasmücke, Heckenbraunelle, Neuntöter, Goldammer und Amsel.

Die Hecke (rechts) an der Verlängerung der Breitenkampstraße ist 1550 Meter lang. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Beim Ausarbeiten der Pflanzpläne hat Zander auch darauf geachtet, dass die Büsche zu unterschiedlichen Zeiten blühen. „Die Salweide ist ganz wichtig, weil sie früh blüht.“ Die Kätzchen der Salweide seien die erste Nahrungsquelle für Hummeln und Bienen im Frühjahr.  Vom Saft der Salweide lebten Käfer wie der Moschusbock. Von den Blättern ernährten sich der Weidenblattkäfer und die Raupen des Großen Fuchses und des Großen Schillerfalters.

Eine wichtige Funktion hätten zum Beispiel auch Kornelkirsche und Hasel. Hasen und Rehe fräßen die Blätter und Triebe der Kornellkirsche. Die Kirschen stünden auf dem Speiseplan von Kernbeißer, Dompfaff, Haselmaus und Siebenschläfer. Haselnüsse seien bei Kleibern, Eichelhähern, Spechten, Eichhörnchen, Siebenschläfern und Haselmäusen beliebt.

„Ich bin damals auf die Idee gekommen, Hecken zu pflanzen, weil der damalige Landkreis Hannover die Neuanlage bezuschusst hat“, erinnert sich Zander. Aber auch jeder Einzelne könne etwas für Insekten tun, indem er zum Beispiel in seinem Garten heimische Gehölze pflanzt und keine Blühpflanzen aus dem Rasen entfernt. Zander plädiert dafür, Totholz in den Wäldern, Gärten und Parks zu lassen, um die Artenvielfalt zu erhalten. Wegränder dürften nicht umgepflügt werden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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