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Region Uetze Nachrichten Ochsengespann leidet unter Hitze und harten Wegen
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00:45 31.05.2018
Jürgen Schlüter bricht morgens in Bröckel in Richtung Abbeile auf. Quelle: Schiller
Eltze/Bröckel

Das sieht man nicht alle Tage: ein Ochsengespann, das einen mit Salz beladenen zweirädrigen Karren zieht. Das wollten sich elf Radler der ADFC-Ortsgruppe Burgdorf/Uetze nicht entgehen lassen. Gespannt warteten sie Montagmittag vor dem Eltzer Festplatz auf den historischen Salztransport des Soltauer Salzsiedervereins. Sie mussten Geduld aufbringen. Mit 40 Minuten Verspätung traf der Tross des Vereins, der in diesen Tagen auf dem Weg von Soltau nach Quedlinburg ist, endlich ein. Allerdings zogen die Ochsen nicht den Karren. Sie waren auf einem Pferde-, der Salzkarren auf einem anderen Anhänger verladen.

Aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses hatten sich die Salzsieder gezwungen gesehen, die Tiere und den zweirädrigen Wagen mit Motorkraft zu transportieren, um den Zeitplan noch halbwegs einzuhalten. Zwischen Bröckel, wo sie morgens aufgebrochen waren, und Abbeile hatte sich ein Begleitfahrzeug auf einem unbefestigten Feldweg festgefahren. „Ein Bauer hatte seine Regenmaschine so aufgestellt, dass der ganze Weg aufgeweicht war“, berichtete Wilfried Worch-Rohweder, Vorsitzender des Salzsiedervereins. Es habe ein ganze Zeit gedauert, bis ein Geländewagen das festgefahrene Fahrzeug aus dem Morast gezogen habe.

Für die Radfahrer spannten dann Gespannführer Jürgen Schlüter und Mitglieder des Salzsiedervereins die Ochsen in Eltze wieder vor den Karren. Die ADFC-Ortsgruppe hatte eigentlich den Salztransport von Abbeile bis Eltze begleiten wollen. „Wir haben gedacht, dass wir sie irgendwo bei Abbeile sehen“, sagte Rühmann. Weil die Radler dort vergeblich nach dem Ochsengespann Ausschau hielten, begaben sie sich nach einem Telefonat mit Worch-Rohweder nach Eltze.

Mit dem Salztransport auf dem heutigen Pilgerweg Via Romea will der Salzsiederverein daran erinnern, dass 936 König Otto I. den Hof an der Salzaue in Soltau dem Reichskirchenstift in Quedlinburg schenkte. Danach sei Salz auf Ochsenkarren auf der Via Romea von Soltau nach Quedlinburg transportiert worden, wo man es für die Pergamentherstellung benötigt habe, berichtete Worch-Rohweder. „Die Via Romea ist ein alter Handelsweg aus der Bronzezeit, der von Skandinavien in den Mittelmeerraum führte.“ Abt Albert von Stade, der 1236 nach Rom gereist war, habe den Fernweg in seinen Reiseaufzeichnungen genau beschrieben.

Der Salzsiederverein ist am 22. Mai in Soltau gestartet und will am 5. Juni in Quedlinburg eintreffen. „Wir und insbesondere den Ochsen leiden unter der Hitze“, berichtete Worch-Rohweder. Schotterwege hätten den Tieren arg zugesetzt, weil sie keine Hufeisen tragen. Daher hätten sie auch schon in den vergangenen Tagen Teilstrecken im Pferdeanhänger zurückgelegt. „Es gibt heute keinen mehr, der Ochsen beschlagen kann“, bedauerte Salzsieder Emil Hildebrandt. „Das handwerkliche Knowhow wird nicht mehr weitergegeben“, bestätigte der Hufschmied Mathias Straßner aus Schillerslage dieser Zeitung. Trotz aller Widrigkeiten mache der Salztransport Spaß, sagte Worch-Rohweder.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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