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Reinhard Brandes pflegt nach wie vor die Wegweiser, die in und um Dedenhausen, seinem Wohnort, aufgestellt worden sind.

Reinhard Brandes pflegt nach wie vor die Wegweiser, die in und um Dedenhausen, seinem Wohnort, aufgestellt worden sind.
 © Friedrich-Wilhelm Schiller

Uetze

Ehrenbürger Reinhard Brandes hat Spuren hinterlassen

Der frühere Uetzer Bürgermeister Reinhard Brandes feiert seinen 80. Geburtstag. In seine Amtszeit fallen der Rathausbau und der Bau der Uetzer Ortsumgehung. 

Dedenhausen.   Als ehrenamtlicher Bürgermeister hat Reinhard Brandes (CDU) in der Gemeinde Uetze seine Spuren hinterlassen. Während seiner Amtszeit von 1981 bis 1996 wurden zum Beispiel das Rathaus und die Umgehungsstraße gebaut. Am Mittwoch, 6. Dezember, wird der Uetzer Ehrenbürger 80 Jahre alt.

„Der Rathausbau war ein Höhepunkt meiner Amtszeit“, sagt Brandes. Das Projekt hatte die CDU gegen den Widerstand der SPD durchgesetzt. Der neue Verwaltungssitz der Gemeinde wurde an seinem Geburtstag 1995  eröffnet. Von da ab habe er ein eigenes Dienstzimmer gehabt, erinnert sich der Dedenhausener. „Der Bau ist kein Luxusgebäude, sondern ein praktisches Verwaltungsgebäude“, betont Brandes.

Reinhard Brandes steht vor dem Uetzer Rathaus, das während seiner Amtszeit gebaut worden ist

Reinhard Brandes steht vor dem Uetzer Rathaus, das während seiner Amtszeit gebaut worden ist.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

In den Achtzigerjahre gab es zwar fertige Pläne für die Uetzer Umgehungsstraße. Aber bei der Finanzierung fehlte ein Drittel des benötigten Geldes. Brandes wusste, dass die erste Panzerdivision aus Hannover damals über die Bundesstraße 188 zu Übungen in die Heide fuhr. Er bat daher den Gemeindedirektor Helmut Böhm, Kontakt mit dem Verteidigungsministerium in Bonn aufzunehmen. Tatsächlich gab es daraufhin „einen Ortstermin auf der grünen Wiese“. „Den vergesse ich mein Leben nicht“, sagt der Christdemokrat. Vor dem Treffen mit hochrangigen Ministeriums- und Behördenvertreter hatte er beim Kommandanten der Panzerdivision angerufen und gefragt, ob dieser nicht eine Panzerkolonne über die B 188 schicken könne. „Genau zu dem Zeitpunkt, als ich mit meiner Rede an die Reihe kam, rollten Panzer nach Uetze rein“, erzählt Brandes. Das Verteidigungsministerium habe daraufhin zugesagt, das fehlende Drittel der Finanzierung zu übernehmen.

Reinhard Brandes bewahrt das Geschenk auf, das er zur Rathauseröffnung und zu seinem Geburtstag 1995 erhalten hat

Reinhard Brandes bewahrt das Geschenk auf, das er zur Rathauseröffnung und zu seinem Geburtstag 1995 erhalten hat.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

„Ich habe mich vehement dafür eingesetzt, dass die Gemeinde an das Gasnetz angeschlossen wurde“, berichtet Brandes. Der Anschluss der Kommune sei  zunächst nicht für die Neunziger Jahre vorgesehen gewesen. Damit die Einwohner der Gemeinde Erdgas beziehen konnten, nutzte Brandes seine Kontakte, die er als Mitarbeiter der BEB hatte.

Als Bürgermeister hatte sich Brandes auf die Fahnen geschrieben, das Gemeinschaftsgefühl in der 1974 geschaffenen Gemeinde zu stärken. Er lud daher Vereine aus den Ortschaften zu Kamingesprächen ein, bei denen jedes Mal ein anderes Thema auf der Tagesordnung stand. Zum Beispiel waren die Gesangvereine bei ihm zu Hause zu Gast, als es um Musik ging. Brandes gab auch den Anstoß zum alljährlichen Gemeindekönigsschießen: „Ich habe die Königskette gestiftet.“

Von 1974 bis 1981 war der Dedenhausener zudem Ortsbürgermeister in seinem Heimatort. „Da habe ich die Ortschaft ein bisschen geformt“, sagt Brandes. Beim Anlegen des Wanderweges entlang der Seerinne habe das ganze Dorf geholfen. In den achtziger Jahren belegte Dedenhausen beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ den ersten Platz . „Unser Schwerpunkt war die Dorfgemeinschaft. Damit haben wir gepunktet“, erinnert sich Brandes.

Im Rahmen der Dorferneuerung wurden handgeschnitzte Wegweiser aus Holz aufgestellt. Die Wegweiser streicht der frühere Bürgermeister regelmäßig. Wenn es nötig war, hat er sie auch schon repariert. „Ich pflege auch den Wanderweg – gemeinsam mit Wilhelm Schmolke und Helmut Plate-Buntfuß“, sagt Brandes. 

Auf Brandes’ Initiative geht die seit 2004 bestehende Partnerschaft zwischen der Gemeinde Uetze und Balatongyörök in Ungarn zurück. In Balatongyörök hatten er und seine Frau Hilde elf Jahre lang ein Ferienhaus. Eine Säule dieser Partnerschaft ist die Freundschaft zwischen den Feuerwehren in Dedenhausen und Balatongyörök. Brandes: „Ich lege Wert darauf, dass die Partnerschaft weiter mit Leben gefüllt wird.“

Von Friedrich-Wilhelm Schiller


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Uetze ist ...

  • ... eine Gemeinde zwischen Hannover, Peine und Celle mit 20.000 Einwohnern.
  • ... gelegen an den Flüssen Fuhse und Erse.
  • ... eines der größten Zwiebelanbaugebiete Deutschlands. Nicht umsonst feiert man hier jährlich das Zwiebelfest.
  • ... Standort gleich für zwei Freibäder und für den Erse-Park.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Uetze der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.