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Nachrichten Blaues Haus wird Baudenkmal
Region Uetze Nachrichten Blaues Haus wird Baudenkmal
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10:43 10.10.2018
Der Anerkennung des Blauen Hauses als Baudenkmal steht nichts mehr im Wege. Die Gemeinde ist mit der Aufnahme in die Denkmalliste einverstanden. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Dollbergen

Für die Nutzung des Blauen Hauses durch den Heimatverein zeichnet sich eine Lösung ab. Der Verein und die Gemeinde Uetze, die Eigentümerin des für die Dorfgeschichte bedeutsamen Gebäudes ist, werden wohl einen Pachtvertrag abschließen. Allerdings knüpft der Heimatverein den Vertragsabschluss an die Bedingung, dass das Landesamt für Denkmalpflege das Blaue Haus, eine ehemalige Behelfsschule, als Baudenkmal ausweist.

Weil der Heimatverein das Holzhaus sanieren und umbauen will, war anfangs geplant, das Gebäude über einen Erbbaurechtsvertrag dem Verein zu übertragen. Doch dafür hätte das Grundstück, auf dem auch der Kindergarten Wichtelhaus steht, geteilt werden müssen. Dann hätten das Blaue Haus und der Kindergarten, zwischen denen nur vier Meter Platz ist, auf zwei verschiedenen Parzellen gestanden. Nach dem Brandschutzgesetz reicht dieser Abstand für Gebäude auf verschiedenen Grundstücken nicht aus.

Nach den Worten des Heimatvereinsvorsitzenden Hennig Rase und des Gemeindesprechers Andreas Fitz ist eine Teilung des Grundstücks bei einem Pachtvertrag nicht erforderlich. Für den Vertragsabschluss müssten jedoch mehrere Bedingungen erfüllt sein, betont Rase. „Der Verein möchte, dass die Gemeinde einen Antrag auf Aufnahme in die Denkmalliste stellt“, sagt er. „Außerdem haben wir darum gebeten, zu prüfen, ob für uns weiter eine Fördermöglichkeit besteht“, fügt er hinzu. Der Heimatverein will für die dringend erforderliche Fassadensanierung eine Zuwendung bei der Regionalstiftung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragen. Für den Umbau im Gebäude – es fehlen zum Beispiel Toiletten im Erdgeschoss – will der Verein Geld aus Leader-Förderprogramm der Europäischen Union haben. Die Steuerungsgruppe der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue hat sich daher bereits im Sommer das Blaue Haus angesehen. Rase nennt noch einen weiteren Punkt, der für den Verein wichtig ist: Für den Fall, dass der Kindergarten einmal abgerissen und dort neu gebaut werde, müsse sichergestellt werden, dass der Neubau im ausreichenden Abstand zum Blauen Haus errichtet werde.

Die untere Denkmalschutzbehörde der Region Hannover und das Landesamt für Denkmalpflege hatten schon vor geraumer Zeit ihr Interesse bekundet, das Blaue Haus in die Denkmalliste des Landes aufzunehmen, falls die Gemeinde zustimmt. Die ließ eine Entscheidung offen, weil sie damals das Gebäude als Flüchtlingsnotunterkunft benötigte. Nach Auskunft von Gemeindesprecher Fitz hat die Gemeinde inzwischen dem Landesamt mitgeteilt, dass sie mit der Aufnahme in die Denkmalliste einverstanden ist. Die Anerkennung als Baudenkmal sei Voraussetzung für eine eventuelle Förderung durch den Denkmalschutz, sagt Fitz.

1950 als Behelfsschule gebaut

Wegen des Flüchtlingszustroms war die Schülerzahl in Dollbergen nach dem Zweiten Weltkrieg nach oben geschnellt. Um die Raumnot in der Schule zu beheben, baute die damals selbstständige Gemeinde Dollbergen 1950 eine Behelfsschule aus Holz. Auch in anderen Orten entstanden solche Holzschulen. Sie wurden fast alle wieder abgerissen, als sie nicht mehr benötigt wurden. Deshalb ist das Gebäude in Dollbergen eine Rarität. Dollberger nennen es wegen ihres Anstriches Blaues Haus. Nachdem es nicht mehr für den Schulunterricht gebraucht wurde, diente es viele Jahre als Jugendheim. Von März 2016 bis Anfang 2017 brachte die Gemeinde im Blauem Haus Flüchtlinge unter. fs

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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