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Mehr als 90 Gäste kann der Vorsitzende des Bergmannsvereins Henning Meyer in diesem Jahr in der Gaststätte Sandkrug begrüßen.

Mehr als 90 Gäste kann der Vorsitzende des Bergmannsvereins Henning Meyer in diesem Jahr in der Gaststätte Sandkrug begrüßen.
© Heine

Uetze

Bergmannsverein ist auch ohne Bergwerk noch aktiv

Die Barbarafeier gehört zu den Höhepunkten im Vereinsleben des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen. Diese Tradition ist im Ort noch sehr präsent, denn das Kalibergwerk war bis 1996 größter Arbeitgeber.

Hänigsen.  Beim Stichwort "Barbarafeier" mögen viele heutzutage an einen Geburtstag denken und wenige an die Schutzheilige der Bergleute, deren Gedenktag seit dem zwölften Jahrhundert der 4. Dezember ist. In Hänigsen ist diese Tradition allerdings noch sehr präsent, weil das Schicksal des Ortes lange mit dem 1996 stillgelegten Kalibergwerk Niedersachsen-Riedel verknüpft war, wo viele in Lohn und Brot standen.

Die Barbarafeier gehört zu den Höhepunkten im Vereinsleben des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen, der seit 109 Jahren besteht. Fast 100 Gäste konnte der Vorsitzende Henning Meyer in diesem Jahr in der Gaststätte Sandkrug begrüßen. Die Barbarafeier beginnt stets mit einer Andacht. Pastor Steffen Lahmann machte Mut, die Hoffnung auf eine friedvolle Welt gerade in der Adventszeit nicht aufzugeben.

Noch 21 Jahre nach der Schließung des Bergwerkes werden die alten Traditionen im Bergmannsverein hochgehalten. Für die meisten der 125 Mitglieder sind die Vereinstreffen ein Wiedersehen mit ehemaligen Kollegen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 70 Jahren. Nur etwa zehn Mitglieder sind aktuell bei der Kali und Salz AG beschäftigt.

"Früher wurden nur Bergleute in den Verein aufgenommen, die unter Tage arbeiteten. Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte gelockert", sagt Meyer. Inzwischen gehörten auch Frauen und Fachfremde, die an der Arbeit des Vereins interessiert seien, dazu. So sei es dem Verein gelungen, die Mitgliederzahl konstant zu halten.

Antje Meyer, die stellvertretende Vorsitzende, erinnert gern an alte Zeiten, als der Verein noch 300 Mitglieder hatte, und es große Tanzveranstaltungen gab. "Auf dem Schützenplatz wurden Zelte aufgebaut, und es gab Umzüge durchs Dorf", weiß sie zu berichten.

Nicht nur ihrem Ehemann Henning, der als gelernter Bergmann bei K+S stillgelegte Bergwerke betreut, tut es in der Seele weh, dass die ursprüngliche Planung im Bergwerk Niedersachsen-Riedel einen Heil- oder einen Museumsstollen einzurichten, wegen zu hoher Kosten verworfen wurde. Immerhin handelt es sich um das tiefste Kalibergwerk der Welt und hat eine Teufe von 1525 Metern. Die über 100 Jahre alten Schächte werden geflutet, um die Anlage zu stabilisieren. "Eine Sohle nach der anderen verschwindet und ist nie mehr erreichbar", bedauert Meyer.

Bei der Barbarafeier des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen steht die Geselligkeit im Vordergrund

Bei der Barbarafeier des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen steht die Geselligkeit im Vordergrund.

Quelle: Heine
Bei der Barbarafeier des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen spielt der Spielmannszug Riedel Märsche und Adventslieder

Bei der Barbarafeier des Bergmannsvereins Riedel-Hänigsen spielt der Spielmannszug Riedel Märsche und Adventslieder.

Quelle: Heine

Von Sybille Heine


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