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00:17 25.12.2017
Die Polizei warnt vor Anrufen von Trickbetrügern.   Quelle: Symbolbild
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Springe

 Am Telefon geben sie sich als Polizisten oder Staatsanwälte aus – nur um arglose Senioren um ihr Erspartes zu bringen: In der Kernstadt hat diese Masche zumindest einmal in den vergangenen Tagen tatsächlich funktioniert. Die Ermittler warnen deshalb jetzt eindringlich vor Trickbetrügern – und bitten um Zeugenhinweise.

Bereits am Donnerstag hatte sich ein Unbekannter per Telefon bei einer 76-Jährigen gemeldet und sich als Polizist ausgegeben, um Bargeld zu erbeuten. Ein weiterer Versuch bei einer anderen Rentnerin ist glücklicherweise misslungen.

Laut Polizei muss der gesuchte Mann seiner Stimme nach zu urteilen um die 50 Jahre alt sein. Am Telefon sprach er dialektfreies Hochdeutsch. Er hatte sich am Donnerstag gegen 9 Uhr bei einer Seniorin telefonisch gemeldet und sich als „Kommissar Stein“ von der Polizei in Springe ausgegeben.

In dem weiteren, etwa zweistündigen Telefonat sprach der Unbekannte über Überfälle und Einbrüche in der Nachbarschaft und suggerierte der Dame, dass ihre Ersparnisse nur bei ihm sicher seien. Die Frau glaubte ihm: Wie vom angeblichen Polizisten gefordert, holte sie einen vierstelligen Betrag von ihrer Bank und deponierte das Geld, wie zuvor mit dem Anrufer vereinbart, in einer Tüte in ihrem Briefkasten.

Als die Tüte am späten Vormittag nicht mehr in dem Kasten steckte und ihr die ganze Sache plötzlich dann doch etwas seltsam vorkam, meldete sie sich im Kommissariat in Springe. Die Beamten mussten der Seniorin mitteilen, dass es in ihrer Dienststelle keinen „Kommissar Stein“ gebe und sie offenbar einem Trickbetrüger aufgesessen war. Die Ermittlungen dauern an.

Eine 68-jährige Springerin, die am Donnerstag gegen Mittag von einem falschen Polizisten und anschließend von einem falschen Oberstaatsanwalt angerufen worden war, folgte den Anweisungen nicht und brach beide Telefonate prompt ab – sie meldete den Fall sofort bei der richtigen Polizei.

Diese sucht nun Hinweise. Zeugen, die in der nordwestlichen Kernstadt verdächtige Beobachtungen gemacht oder ähnliche Anrufe erhalten haben, werden gebeten, sich unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 mit den Ermittlern des Kriminaldauerdienstes in Verbindung zu setzen.

Von Ralf T. Mischer

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