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Nachrichten Stefan Wenzel diskutiert über die Energiewende
Region Springe Nachrichten Stefan Wenzel diskutiert über die Energiewende
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19:36 28.08.2018
Thomas Hüper-Maus dankt dem Landtagsabgeordneten Stefan Wenzel für seinen Vortrag.   Quelle: Patricia Szabo
Springe

Was haben lokale Initiativen in Springe mit globalen Themen wie dem Pariser Abkommen oder dem Klimawandel zu tun? Diesen Fragen widmete sich nun der Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags Stefan Wenzel in einem Vortrag im DRK-Haus An der Bleiche. Im Anschluss diskutierte er mit Springer Bürgern die Möglichkeiten auf kommunaler Ebene.

„Seit einigen Jahren geht der CO2 -Gehalt in der Atmosphäre steil nach oben. Das ist beunruhigend“, sagte Wenzel. Einen positiven Sinneswandel sieht er bei der jüngeren Generation: „Viele verzichten auf Fleisch und Autos.“ Das ökologische Bewusstsein der Jugend stimmt den Politiker nach eigenen Angaben optimistisch.

Größtes Potenzial bei den Gemeinden und Bürgerinitiativen

Das größte Potenzial für eine gelungene Energiewende sieht der Grünen-Politiker in den Händen der Gemeinden und der Bürgerinitiativen. Wenzel lobte engagierte Bürger, Initiativen und Verbänden, die sich dafür einsetzen, dass immer mehr in erneuerbare Energien investiert wird. Seit 2012 werde sogar mehr Geld in erneuerbare Energien investiert als in konventionelle, führte er weiter an.

Die Grünen-Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert sagte während der Diskussion, dass das Umdenken bereits vor der eigenen Tür beginnen sollte, insbesondere beim Ausbau von Windenergieanlagen: „Wir kommen mit dem Ausbau von Windparks nicht weiter, weil sie niemand vor der Tür haben will“. Es wurde deutlich: Sobald es Komforteinbüßen für den Bürger gibt, wird der Umweltschutz unbequem.

Die hiesigen Stadtwerke würden nur 5 Prozent Ökostrom verkaufen, sagte Thielmann-Dittert. Sie lobte das Nachwärmenetz, das ein gutes Beispiel für kommunale Organisation sei.

Hüper-Maus: Straße als Lebensraum fehlt

Thomas Hüper-Maus, Vorsitzender des Ortsrats Springe, schlug vor, den Nahverkehr sowie den lokalen Einzelhandel auszubauen. Immer mehr Zentralisierung, Rückbau und eine unzureichende Infrastruktur führten dazu, dass Bürger auf ihr Auto angewiesen seien. „In Alvesrode gibt es zwei Bushaltestellen, einen Zigaretten- sowie Kaugummiautomaten“, sagte Hüper-Maus und fragte: „Sieht so funktionierende Nahversorgung aus?“ Das Grünen-Mitglied kritisierte, es fehle die Straße als Lebensraum: Die meisten Straßen seien den Autofahrern vorbehalten und böten nur wenig Raum zum Spielen oder Flanieren. Ausbaufähig seien zudem Photovoltaikanlagen, die genutzt werden könnten, um Autos und E-Bikes mit sauberer Energie zu betanken.

Der Göttinger Stefan Wenzel bestätigte, dass Photovoltaik in Niedersachsen ein weiteres großes Thema ist. Er würde mit Solarzellen überdachte Radwege begrüßen. Die positiven Resultate des Umdenkens seien jedoch nicht von einem Tag auf den anderen sichtbar. Die Investitionen rechneten sich erst auf lange Sicht.

„Jedes zweite Windrad austauschen“

In Niedersachsen stehen Windkraftanlagen, die zehn Gigawatt Strom produzieren, sagte Wenzel. „Was wir brauchen, sind 20 Prozent aus erneuerbaren Energien“, forderte er. Dies ließe sich umsetzen, wenn man jedes zweite Windrad gegen ein modernes austauschen würde.

Doch trotz engagierter Bürgerbeteiligung könne die Umsetzung an einigen wenigen Mitgliedsstaaten – allen voran den USA – scheitern.

Inzwischen torpediere der Präsident die Umweltauflagen, zu denen sich – außer USA, Syrien und Nicaragua – 195 Staaten verpflichtet hätten. „Wenn es so weiter geht, dann ist es um unser Klima geschehen“, sagte Wenzel.

 

Von Patricia Szabo