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Nachrichten Stadt verteidigt Rathaus-Ausbaupläne
Region Springe Nachrichten Stadt verteidigt Rathaus-Ausbaupläne
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17:03 05.10.2018
So soll sich der Museumshof verändern: Rechts die Remise, die dort schon steht, hinten der Rathaus-Anbau mit dem neuen Bürgerbüro. Der heutige Parkplatz dazwischen soll zum Veranstaltungsort und Treffpunkt werden, an dem sich auch Gastronomie ansiedeln könnte. VISUALISIERUNG: Macina DIGITAL FILM / SEP ARCHITEKTEN Quelle: j.Ackermann@ndz.de
Springe

Bekommt Springe einen Rathausanbau auf dem Museumshof? Gut möglich, dass in den kommenden Wochen schon die ersten Weichen dafür gestellt werden. Denn im Rathaus wartet man auf die Kostenschätzung, die die Gewinner des Architektenwettbewerbs vorlegen sollen. Vize-Verwaltungschef Clemens Gebauer kündigt auch an, Geld für das Projekt in den Haushalt 2019 einstellen zu wollen, den der Rat am 25. Oktober erstmals vorgelegt bekommt.

Liegen die fehlenden Infos vor, „dann reden wir Tacheles“, sagt Gebauer. Der Rat hatte sich offengelassen, über den Bau grundsätzlich noch einmal zu entscheiden – und zwar, wenn er eben jene Kostenschätzung bekommen hat. Sagt die Politik dann ja, ist zumindest erstmal der Siegerentwurf samt der Planer aus der Hannoverschen Firma SEP Architekten gesetzt: „Da müssen sich schon wesentliche Erkenntnisse ergeben, damit sich das ändert“, sagt Gebauer. In jedem Fall muss die Stadt der Firma neben dem Preisgeld auch die Kosten für die nächste Planungsstufe zahlen – selbst wenn sie den Entwurf aus irgendwelchen Gründen gar nicht umsetzen will.

Auch Bürgerhalle ist vorstellbar

Auch Gebauer ist klar, dass sich das von SEP vorgelegte Konzept in Details noch ändern kann – Stichwort Raumprogramm für die Verwaltung: „Wir haben hier einen Diamanten, den wir schleifen müssen.“ Wie berichtet sehen die Planungen vor, auf dem Museumshof ein weiteres Verwaltungsgebäude zu errichten, in dem auch ein zentraler Bürgerservice untergebracht wird. In einem zweiten Schritt ist neben dem Museum auch eine Bürgerhalle – etwa für Ratssitzungen und Veranstaltungen – denkbar. Der Museumshof selbst soll von einem unansehnlichen Parkplatz zu einer aufgewerteten Veranstaltungsfläche und zu einem öffentlichen Treffpunkt werden. Das bisherige Rathaus direkt nebenan soll weiter genutzt werden.“ Im Rathaus warnt man die Politik aber auch davor, das Projekt komplett abzublasen: „Wenn der Rat Nein sagt, ist die Frage: Was machen wir?“

„Wir platzen aus allen Nähten“

Die Verwaltungsräume seien momentan nicht nur über die Stadt verstreut, „wir platzen hier auch aus allen Nähten“. Ohne Anbau „müssen wir Container dazustellen“. Bürgermeister Christian Springfeld will aber auch den öffentlichen Eindruck kontern, „dass wir uns hier einen Palast hinbauen“. Es gehe zum Einen darum, als Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben: „Ich glaube, wenn wir die Perspektive nicht hätten, dass sich an unserer Raumsituation etwas ändert, hätten sich einige Mitarbeiter nie für Springe entschieden – oder wären schon längst über alle Berge.“ Gleichzeitig wolle man auch die Situation beim Bürgerservice ändern: Die jetzige Situation im Burgdorf-Rathaus – etwa in Sachen Ausweis-Ausstellung oder Kfz-Zulassung sei räumlich wenig ideal: „Wir möchten auch für die Bürger etwas Modsernes, Attraktives schaffen.“

Von Christian Zett