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00:17 20.12.2017
Was kommt nach dem Aus für die Notfallambulanz im Klinikum Springe? Die Stadt wägt nun Möglichkeiten ab. Quelle: Foto: Mischer
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Springe

Die Zukunft der medizinischen Versorgung hängt aus Sicht der Stadt nicht von der Notfallambulanz im Krankenhausgebäude ab: „Allen ist klar, dass es an dem Standort nicht weitergeht. Das sehen inzwischen selbst glühende Verfechter dieser Lösung ein“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Stattdessen will er auf eine bessere Vernetzung der heimischen Gesundheitsakteure setzen – und mit gezielter Werbung für Springe mehr junge Ärzte in die Stadt holen.

Über diese und andere Ideen hatten Springfeld und zahlreiche Vertreter von Ärzten, Apothekern, Region, Politik, Pflegediensten oder Therapiezentren vor einigen Tagen in einer großen Runde im Rathaus gesprochen. „Gesundheitsforum“ heißen die Treffen, eine namentliche Abkehr von den „Runden Tischen“, die es rund um das Krankenhaus zuletzt so oft gegeben hatte. Die Resonanz sei „sehr erfreulich“ gewesen, sagt Springfeld: Gut 30 Teilnehmer kamen in den Sitzungssaal des Burghof-Rathauses, um über Fakten und Ideen für den Gesundheitsstandort Springe zu diskutieren.

Nachwuchs steht nicht Schlange

Ein Eindruck aus Springfelds Sicht: Die Notfallambulanz sei „ein überflüssiges System“. Sie stehe in Konkurrenz mit den heimischen Ärzten selbst oder mit deren vorhandenem Notfallsystem, das außerhalb der Praxiszeiten unter der Rufnummer 11 61 17 erreichbar ist. „Daher gehen die Leute mit Sachen zur Ambulanz, mit denen sie auch zum Arzt gehen könnten. Wenn es dagegen ernstere Fälle sind, werden sie sowieso in ein anderes Krankenhaus geschickt.“ Die Genehmigung des Landes für die Ambulanz läuft nach der jüngsten Verlängerung Ende 2018 aus.

Die Ärzteversorgung sei aber schon jetzt ein Thema, so Springfeld: „Der Nachwuchs steht hier nicht mehr Schlange.“ Viele heimische Mediziner seien aber in einem Alter, in dem es schon um Nachfolgeregelungen gehe. Im Forum spreche man darum nicht nur über künftige Organisations- und Raumformen („einige Praxen sind in ihren jetzigen Räumen nicht zukunftsfähig“), sondern auch um Marketing: Man wolle gezielt jüngere Ärzte auf die gute Wohn- und Arbeitssituation in Springe aufmerksam machen. „Die Botschaft soll lauten: Wenn es euch in Hannover zu voll und teuer ist, kommt zu uns“, so Springfeld. Die Mitarbeiter des Springer Stadtmarketings sollen sich nun um entsprechende Aktionen kümmern.

Gleichzeitig gelte es, mit der Region Hannover und möglichen Investoren abzustimmen, welche Wege es noch gebe, die Situation zu verbessern: Die Region solle nach wie vor nicht aus der Verantwortung entlassen werden – „sie haben hier eine Rechnung offen“.

Ein weiterer Wunsch aus der Runde der Fachleute: eine bessere Vernetzung. „Im Moment werkeln Ärzte, Pflegedienste oder Reha-Anbieter oft noch vor sich hin“, sagt Springfeld. Die Stadt biete nun an, dieses Netzwerk, das im Gesundheitsforum seine Anfänge genommen habe, fortzuführen: „Der Austauschbedarf ist ja durchaus groß.“

Für Klinik „etwas überlegen“

Auch ein von Teilnehmern gewünschter Pflegestützpunkt zur Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen vor Ort stehe auf dem Programm des Forums. Der Stützpunkt Calenberger Land der Region, die Springe von Ronnenberg aus mitbetreut, sei zu weit weg, so der Bürgermeister. Gedanken machen will er sich in der Runde außerdem zum Krankenhausgebäude: „Die Ambulanz dort können wir uns abschminken. Aber für den Standort sollten wir uns trotzdem etwas anderes überlegen.“

Heimische Gesundheitsakteure, die ebenfalls am Gesundheitsforum teilnehmen möchten, sollten sich bei der Stadt unter Telefon (0 50 41) 7 32 55 oder per E-Mail an stadt@springe.de melden.

Von Christian Zett

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