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Nachrichten Altstadtfest-Rückkehr ist für 2019 geplant
Region Springe Nachrichten Altstadtfest-Rückkehr ist für 2019 geplant
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19:08 12.09.2018
2012 starten Nicola Pastore und Günter Geppert mit einem Deisterfest eine Neuauflage des Stadtfestes. Jetzt hoffen alle auf 2019. Quelle: Christian Zett (Archiv)
Springe

Die Ausrichtung soll eine Agentur übernehmen – nach Informationen der Redaktion ist es kurioserweise genau das hannoversche Unternehmen, das schon 2007 als Organisator auftrat – und damals mitten in die Fronten eines Streits mit heimischen Gastwirten geriet.

Zu Details schweigt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich derzeit noch. „Die Gespräche laufen“, bestätigt er lediglich, „ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet“. Damit die Altstadt-Meile – so der derzeitige Arbeitstitel – im kommenden Jahr steigen kann, müssten mehrere Sponsoren gefunden werden. Zwei Mitglieder des Ortsrates, Tim Schmelzer und Guido Tegtmeyer, fühlen derzeit bei einigen Unternehmen vor.

Als Termin hat sich der Ortsrat das erste Septemberwochenende ausgeguckt: Weil die Wirtschaftsschau dann turnusgemäß pausiert, seien der erste Sonnabend und Sonntag im September ideal. Außerdem wolle man dem Andreas-Fest auf keinen Fall Konkurrenz machen, das im August gefeiert wird. Auf Unterstützung hofft der Ortsrat nicht nur von heimischen Betrieben, sondern auch von der Stadt: Die Wiedergeburt des Stadtfestes könne nicht gelingen, wenn der Organisator die derzeit festgelegte Platzmiete für die Nutzung des Marktplatzes und der angrenzenden Straßen zahlen muss, sagt Friedrich. „Herr Springfeld hat angedeutet, dass er bereit ist, uns da entgegenzukommen. Darauf setzen wir.“

Bisher vierstelliger Betrag fällig

„Wenn es um die Belebung der Innenstadt geht, bin ich tatsächlich zu vielem bereit“, bestätigt Bürgermeister Christian Springfeld: „Dann sollten wir – vereinfacht gesagt – lieber auf eine Gebühr verzichten als auf ein Fest.“ Er könne sich vorstellen, für eine Testzeit gänzlich auf die Gebühr zu verzichten und die Platzmiete später vom wirtschaftlichen Erfolg – sprich: dem Gewinn – der Veranstaltung abhängig zu machen. Nach derzeitigem Stand müssten die Organisatoren einen mittleren vierstelligen Betrag zahlen.

Die Veranstaltungsagentur Schnakenberg bestätigt auf Anfrage, dass derzeit Gespräche geführt werden. „Noch ist nichts final, weder bei uns, noch bei der Stadt, aber ja, wir haben Interesse und die Absicht, es zu machen“, sagt Anja Schnakenberg. 2007 hatte die Agentur in Springe bereits ein Fest auf die Beine gestellt, später aber gegen die Stadt wegen Gewinnausfalls geklagt. Denn aus Ärger um ihre vermeintliche Ausbootung hatten mehrere verärgerte Innenstadtwirte parallel auf eigenem Grund und Boden Bier für einen Euro verkauft. Ein Jahr später richteten die Gastronomen selbst ein Wirtefest aus – und verursachten den nächsten Rechtsstreit: Sie weigerten sich, die von der Stadt geforderte Sondernutzungsgebühr in voller Höhe zu zahlen. Sie bekamen vor Gericht schließlich Recht.

Von Marita Scheffler und Saskia Helmbrecht