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Region Springe Nachrichten Bekommt Springe eine dritte Partnerstadt?
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19:02 11.01.2019
Im Museum auf dem Burghof wurde eine eigene Heimatstube für die Militsch-Trachenberger eingerichtet. Die Stadt hatte 1957 die Patenschaft für den polnischen Ort übernommen. Quelle: Archiv
Springe

Soll Springe eine dritte Partnerstadt bekommen? Bürgermeister Christian Springfeld kann sich zumindest vorstellen, die Freundschaft zu Stadt und Landkreis Militsch in Polen auf eine offiziellere Ebene zu bringen: „Das wäre eine spannende Perspektive.“

Momentan seien die Kontakte nach Polen vergleichsweise überschaubar: „Das ist unglücklich – liegt aber auch an der Sprachbarriere. Wir haben hier niemanden bei der Stadt, der Polnisch spricht.“

Regelmäßige Heimattreffen

Springe und Militsch sind seit 1957 verbandelt: Damals übernahm der Landkreis Springe die Patenschaft für den Landkreis Militsch-Trachenberg – auch, weil viele von dort Vertriebene am Deister eine neue Heimat gefunden hatten. Bis heute gibt es in Springe regelmäßige Heimattreffen der Militsch-Trachenberger. Im Museum auf dem Burghof befindet sich außerdem eine Heimatstube. Durch die Kommunalreform ging die Patenschaft auf Landkreis und später Region Hannover über, die sie aber nicht aktiv fortführten. Stattdessen gibt es zwischen Springe und der polnischen Gemeinde einen Austausch – mal mehr, mal weniger intensiv.

Städtepartnerschaften kosten wenig Geld, nur Zeit

Springfeld möchte ihn in jedem Fall verstärken: „Es ist sinnvoll, über den Tellerrand zu blicken.“ Städtepartnerschaften seien dafür ein sinnvoller Weg, der keine überbordenden Summen, sondern eben Zeit koste: „Und in Gesprächen merkt man häufig, dass man in manchen Bereichen die gleichen Probleme hat.“

Um so zufriedener ist der Bürgermeister mit den beiden offiziellen Partnerschaften, die Springe mit dem französischen Niort (seit 1979) und Waren in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1990) unterhält. „Mit Waren sind wir sehr aktiv“, sagt Springfeld. Für dieses Jahres sei eine große Fahrt in den Osten mit Vertretern von Rat und Verwaltung geplant. „Wir sammeln momentan Anmeldungen. Wenn es genug Plätze gibt, könnten wir natürlich auch interessierte Bürger mitnehmen.“

40 Jahre Partnerschaft mit Niort

Im Gegenzug soll es in diesem Jahr Besuch aus Frankreich in Springe geben: Die Partnerschaft mit Niort besteht seit genau 40 Jahren. Geplant ist laut Springfeld eine Feier mit Vertretern aus Niort im Jagdschloss – wohl im Rahmen der Landpartie, die Anfang Juni am Jagdschloss stattfindet. Gleichzeitig freut sich Springfeld über das Engagement von Allemagniort: Je ein Verein dieses Namens kümmert sich in Springe und Niort um die deutsch-französische Verbindung, organisiert Treffen und Aktivitäten rund um das Partnerland. Unter anderem will man sich in Springe um einen Schüleraustausch zwischen beiden Städten bemühen.

 Das sind die Partnerstädte

Waren an der Müritz: Kur- und Urlaubsort an der Mecklenburgischen Seenplatte mit gut 21 000 Einwohnern.

Erste Kontakte zwischen Springe und Waren gab es schon 1987/88 – entstanden aus dem Wunsch der Lokalpolitik, Kontakt zu einer Stadt in der damaligen DDR aufzunehmen. Schnell entstanden Verbindungen auch zwischen Vereinen, Einrichtungen und der Verwaltung. Am 14. Juli 1990 wurde schließlich in Waren der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Springe half nach der Wende beim Aufbau der Verwaltung dort.

Niort:Springes erste Partnerstadt – gelegen in Westfrankreich, 60 Kilometer vom Atlantik entfernt, knapp 60 000 Einwohner. Kontakte zwischen beiden Städten gab es bereits, als Springe noch Kreisstadt war – 1979 wurde die Partnerschaft dann offiziell bekundet. Auch hier beschränkte sich der Kontakt in den vergangenen 40 Jahren nicht auf Politik und Verwaltung – auch Musikgruppen und Chöre, Künstler oder Vereine suchten den Austausch. So stellte Schmiedekünstler Andreas Rimkus seine Werke auf den Straßen Niorts aus.

Von Christian Zett