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Die Buslinie 360, die von Bennigsen über Lüdersen nach Hannover führt, soll eingestellt werden.

Die Buslinie 360, die von Bennigsen über Lüdersen nach Hannover führt, soll eingestellt werden.
© Mischer (Archiv)

Springe

Stadt wehrt sich gegen Kürzungen im Busnetz

Mit deutlichen Worten wehrt sich die Stadt in einer Stellungnahme gegen ein Gutachten, das Regiobus die Einstellung einzelner Linien und die Reduzierung von Fahrten empfiehlt. Das rein wirtschaftlich ausgerichtete Konzept führe dazu, dass „die ohnehin benachteiligten Randlagen der Region Hannover weiter geschwächt werden“.

Springe. Es gelte vielmehr, „gleichwertige Lebensbedingungen in allen Kommunen zu schaffen“, statt sich, wie ebenfalls geplant, auf einige wenige Premiumprodukte wie Bussprinter-Linien zu fokussieren.

Bürgerbus als Beispiel

Statt nur an bestehenden Buslinien zu sparen, solle die Region auch bestehende Verbindungen ändern, neue erwägen oder alternative Systeme wie das in Bad Münder bestehende Bürgerbus-Angebot integrieren. In dem Gutachten fehle außerdem das Thema Klimaschutz. „Ersatzlose Angebotsstreichungen sind nicht hinnehmbar“, schreibt die Stadt an die Region – und auch die Aufweichung der bisher bestehenden Busbetriebs-Ziele werde „entschieden abgelehnt“. Konkret bezieht sich die Verwaltung in ihrem Papier, das die Politik am ­­ 9. Januar im Planungsausschuss mit allen Ortsräten diskutieren soll, ­etwa auf die vorgeschlagene Einstellung der Buslinie 360, die von Bennigsen über Lüdersen nach Hannover führt. Sie sei gerade für Lüdersen als Verbindung zum Bennigser Bahnhof „von besonderer Bedeutung und unverzichtbar“, betont die Stadt.

Lüdersen ohne gute Anbindung

Sie bescheinigt dem Bergdorf „eine besondere soziale Sensibilität“, weil sich dort Standorte der Diakonie Himmelsthür und der Hannoverschen Werkstätten befinden – beides Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Lüdersen, warnt die Stadt, wäre dann nur noch über die Schultags-Linie 383 und über das Anrufsammeltaxi an den Nahverkehr angebunden.

Aber auch für andere Linien lehnt die Stadt die vorgeschlagenen Streichungen einzelner Fahrten ab: Vielfach träfen diese „Berufspendler, insbesondere Geringverdiener und Auszubildende“. Eine Reduzierung der Abendfahrten schränke dagegen „die Möglichkeit der Teilnahme an Veranstaltungen“ ein. Gebe es Streichungen, müsse es daher immer auch Alternativen geben.

Für die Verwaltung sind die Pläne der Regiobus auch ein Standortfaktor: Dadurch, dass sich etwa in kleineren Orten wie Holtensen oder Alferde immer weniger Infrastruktur ansiedele, komme dem Nahverkehr „hier eine besondere Bedeutung zu“. Wer daran kürze, schwäche die Wettbewerbsfähigkeit – etwa, weil Pendler ihre Arbeitsplätze schwerer erreichen können.

Neben der Kritik an den geplanten Veränderungen gibt die Stadt der Region noch eine Reihe Wünsche in Sachen Busverkehr mit:

Bei einer möglichen Neuplanung des Busverkehrs könnten das Baugebiet Fahrenbrink/Hamannsbruch sowie das Seniorenzentrum Jägerallee und die Steuerfachschule besser angebunden werden.

Die abgeschaffte direkte Bus- und Bahnverbindung zum
Klinikum Gehrden könnte über eine Ausweitung der Linie 382 (Springe-Wennigsen) wieder eingeführt werden.

Zu prüfen sei auch ein alter Wunsch aus Eldagsen: Der Stadtteil könnte durch eine direkte Buslinie zum Bahnhof Völksen/Eldagsen an die S-Bahn angebunden werden. Das sei auch eine Chance, den Autopendler-Verkehr zum Bahnhof zu reduzieren.

Bürger organisieren sich

Die Sitzung des Planungsausschusses werden sich die Kritiker der ­Linienstreichung in Lüdersen auf ­jeden Fall anschauen, betont Jörg Depenbrock, der eine Unterschriftensammlung gegen eine mögliche Ausdünnung des Linien-Netzes ­organisiert hat. 160 Lüderser haben unterschrieben. Parallel hat er die Vorsitzenden des Verkehrsausschusses der Region, Oliver Brandt (CDU) und Ulrike Thiele (SPD), ­angeschrieben und sie Anfang Dezember zu einer Stellungnahme aufgefordert. „Auf eine Antwort warte ich noch“, sagt der Lüderser.

Nun hat er beide Regionspolitiker erneut per Mail um eine Antwort gebeten. Depenbrock: „Das sind unsere gewählten Vertreter und ich finde, die sollten sich zu dem Thema auch erklären.“ Sollten sie auf seine Schreiben bis zum 9. Januar nicht reagieren, will der Lüderser sich ­Gedanken über andere Möglichkeiten machen: Notfalls, so plant er, könne er Brandt und Thiele auch ­anrufen.

Von Christian Zett und Ralf T. Mischer


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