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Region Springe Nachrichten Stadt beschließt Einzelhandelskonzept
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19:02 08.12.2017
Blick auf die Springer Innenstadt. Quelle: Mischer
Springe

Geht das? Die Innenstadt stärken – und gleichzeitig die Geschäfte auf der grünen Wiese wachsen lassen? Die Stadt will es versuchen – und hat sich am Donnerstagabend dafür den Segen des Rates geholt. Der hat das Einzelhandelskonzept mehrheitlich beschlossen – gegen die Stimmen von Grünen und AfD.

Die Grünen hatten zuvor kritisiert, dass die Stadt mit der Überarbeitung des 2016 zuerst vorgestellten Konzepts „das Ziel gedreht“ habe, so Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert. Sei es ursprünglich um eine Balance zwischen den Innenstadtlagen in Springe und Eldagsen auf der einen und der Osttangente und dem Pfingstanger auf der anderen Seite gegangen, stehe nun das wirtschaftliche Potenzial der Standorte auf der grünen Wiese stärker im Vordergrund.

Anderes Warensortiment

Dass das Konzept Osttangente und Pfingstanger nun als „Sonderstandorte“ statt als „ergänzende Standorte“ bezeichne, sei nur auf den ersten Blick ein feiner Unterschied. „Jetzt gilt ein anderes Warensortiment. Und das wird Auswirkungen auf die Innenstadt haben“, warnte Thielmann-Dittert. Die Beschränkungen, was wo verkauft werden darf, seien „aufgeweicht“. Es sei „blauäugig“ zu glauben, das bleibe ohne Konsequenzen: „Wenn tatsächlich am Pfingstanger erweitert wird, merken das auch die Einzelhändler an der Langen Straße.“

Aldi möchte erweitern

Auch an der Osttangente werde Aldi sich durch die geplanten Einschränkungen kaum davon abbringen lassen zu verkaufen, was das Unternehmen wolle. Als Beispiel nannte Thielmann-Dittert Textilien, die Aldi zahlreich im Angebot habe. Der Erweiterungswunsch des Discounters war ein Grund für die Stadt, den Beschluss über das Konzept nun voranzutreiben: Aldi verfolgt schon länger entsprechende Pläne und hatte seinerseits zuletzt auf eine baldige Entscheidung gedrängt.

Bürgermeister Christian Springfeld verteidigte gestern Abend die Überarbeitung des Konzepts: Man habe auf die Kritik aus zahlreichen Einwendungen reagiert, „ohne dabei das Ziel zu verfälschen: die Innenstadt als Fokus für den Einzelhandel zu behalten“. Die Stadt habe viel Zeit darauf verwendet, das Papier zu überarbeiten: Nun gelte es, die Regelungen „am Leben zu halten und sie fortzuentwickeln“.

Von Christian Zett

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