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Nachrichten Sportring rückt von Sportstättengebühr ab
Region Springe Nachrichten Sportring rückt von Sportstättengebühr ab
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19:27 12.07.2018
: Wer die Halle nutzen darf, soll künftig per Online-Kalender geregelt werden, wenn es nach dem Sportring geht. Quelle: Berger/Mischer
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Hat der Sportring seinen Segen gegeben für die bis heute so umstrittene Sportstättenmiete? Nein, sagt der Vorsitzende Tobias Berger: Man habe zur erneuten Einführung kein Stimmrecht gehabt – und stand unter Druck: „Dem Sportring wurde die Pistole auf die Brust gesetzt.“

Wer sich durch E-Mails von Politikern und Vereinsvertretern, aber auch durch offizielle Stellungnahmen der vergangenen Jahre arbeitet, der stößt immer wieder auf diese Aussage: Der Sportring habe damals der Einführung der Gebühren zugestimmt. Zuletzt zitierte diese Zeitung so Vize-Rathauschef Clemens Gebauer.

Stimmt aber nicht, sagt Berger nun – und geht damit in die Offensive: Die Regelung sei „ein Betonklotz, der den Vereinen und damit dem Ehrenamt ans Bein gebunden wurde“, heißt es in einer Stellungnahme.

Nagel 2016: „Wir nehmen die Zahlung hin“

Berger löste im Herbst 2016 seinen Vorgänger Klaus Nagel an der Spitze des Verbands ab. Nagel war damals nicht immer in einer einfachen Lage: Denn neben dem Vorsitz des Sportrings saß er schon damals auch im Rat, wo er über die Sportstättengebühr mitentscheiden musste.

Von Nagel sind aus dieser Zeit Aussagen protokolliert, die Bergers Vorstoß stützen: „Wir befürworten die Zahlung nicht. Wir nehmen sie hin", sagte er damals dieser Zeitung. Aber: Er lobte auch das „faire und transparente Verfahren“ oder den Plan, die Einnahmen in die Hallensanierung zu stecken. Auch ihm sei lieber, wenn die Sportvereine kostenlos trainieren könnten, wurde Nagel in der Zeitung zitiert: „Man muss aber Realitätssinn beweisen“. Die Haushaltslage sei schwierig, lasse nicht viel Spielraum für Geschenke. Und: Letztlich habe kein Mitgliedsverein mehr gegenüber dem Sportring-Vorstand „grundsätzliche Kritik am Bezahlsystem“ geäußert. Die Überschrift des Artikels im November 2015 lautete: „Sportring stimmt Sport-Miete zu“. Das sieht Berger anders: Man habe „weder damals noch heute zugestimmt“. Man habe damals am Runden Tisch und auch im Sportausschuss „nur beratend in die Gespräche eingreifen können“: Weder die Mitgliedsvereine noch der Sportring heiße Gebühr, Vergabesystem oder Miethöhe gut.

Es ging nie um das Ob, nur um das Wie

Auch am damals eigens installierten Runden Tisch habe der Verband mit seinen Vertretern Dieter Röttger (FC Bennigsen) und Wido Rowoldt (TSV Gestorf) keinen Einfluss nehmen können: „Dem Sportring wurde die Pistole auf die Brust gesetzt“ – es sei nie darum gegangen, ob die Gebühr eingeführt werden solle – sondern nur wie: „Jedoch mussten auch hier große Kompromisse in Kauf genommen werden“, so Berger heute. Die Optionen seien gewesen: Zumindest mitreden – oder gar nicht mehr an den Gesprächen teilnehmen. Auch hier kam wieder Nagels Doppelrolle zum Tragen: Er vertrat am Runden Tisch nicht den Sportring, sondern als Ratsherr die FDP.

Röttger habe damals die klare Ansage aus Politik und Verwaltung bekommen, es gehe nicht um das Ob einer Einführung – sondern um das Wie. Man habe dann Rückmeldungen aus den eigenen Reihen eingebracht: Mietzeiträume, bürokratischen Aufwand, Rabatte ... Doch zufrieden, so Berger, sei man allenfalls „mit den erreichten Kompromissen zur Ausgestaltung und mit der in Aussicht gestellten Rechtssicherheit“ gewesen. Das Thema sorge auf diese Weise „bis heute für Missstimmungen innerhalb des Sportrings und der Springer Sportvereine“.

Berger kündigt an, gegenüber Politik und Stadt nun für weniger Bürokratie kämpfen zu wollen: Mit einem Antrag für den Sportausschuss will der Sportring erreichen, dass die Hallenvergabe künftig über einen Online-Kalender geregelt wird. Mit einem Antrag an den Sportausschuss will der Sportring erreichen, dass die Hallenvergabe künftig über einen Online-Kalender geregelt wird. Das Ziel: weniger Bürokratie.

Antrag auf Regelung über Online-Kalender

Sportring-Chef Tobias Berger weist auf die zahlreichen Kritikpunkte der Vereine an der Sportstättengebühr hin. Ein Punkt: Die Transparenz bei der Hallenbelegung sei nicht ausreichend; Abrechnungen müssten regelmäßig kontrolliert werden, weil diese wegen nicht erfasster Änderungen nicht korrekt seien.

Das habe auch zur Folge, „dass Vereine die Sperrzeiten nicht auf der Planungsagenda haben und leider regelmäßig die Planung mit diesen Zeiten kollidiert“, heißt es in Bergers Antrag. Außerdem komme es vor, „dass Hallen leer stehen, obwohl andere Vereine/Gruppen diese Zeiten gerne genutzt hätten“.

Die Ehrenamtlichen will der Sportring nun mit einem von der Stadt einzurichtenden digitalen Planungskalender entlasten. Berger verweist auf andere Kommunen mit einem solchen System - unter anderem die Landeshauptstadt Hannover. Die Vereine könnten so besser freie Hallenzeiten überblicken, Abrechnungen leichter kontrollieren und kurzfristig freie Kapazitäten schneller wieder belegen. So könne man die Hallen besser auslasten - und neben den Vereinen auch der Verwaltung die Arbeit erleichtern. Details wollen Berger und sein Stellvertreter Wido Rowoldt nach den Ferien im Sportausschuss vorlegen und erläutern.

Von Christian Zett