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18:51 30.07.2018
Bei den drei Sätzen der Sonate in D-Dur von Johann Christoph Friedrich Bach zeigte die Flötistin Magdalene Döling eine bewundernswerte Präsenz, Virtuosität und Ausdauer. Quelle: Voigtmann
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Gestorf

Da kann man sicher sein: Wenn Magdalene Döling ein Konzert plant, dann hat es ein hohes Niveau, das selbst mit den Konzerten im Jagdschloss gut mithalten könnte. Kein Wunder, dass die ­Gestorfer Sommermusik, die von dem Cembalisten Waldemar Döblin seinerzeit eingeführt wurde und nach seinem Tod im Jahre 2002 von seiner Frau, der studierten Flötistin, weitergeführt wurde, inzwischen regelmäßig zahlreiche Besucher anlockt. So auch jetzt. Fünf Musiker hatten sich auf ein hochkarätiges Musikprogramm vorbereitet.

Gleich das erste Stück des Konzerts nahm die Besucher in wunderbarer Weise hinein in das Musikgeschehen. Das dritte Brandenburgische Konzert, das in einer Bearbeitung für Flöte, Fagott und zwei Violinen erklang, gehört zu den bekanntesten Stücken Johann Sebastian Bachs. Bei der Präsentation verblüffte Jannis Döling mit seinem präzisen Fagottspiel. Seit fünf Jahren erst hat er das Instrument für sich entdeckt und ist in seiner Heimatstadt Freiburg Mitglied eines Holzbläser Quintetts und spielt im Schulorchester des Wentzinger Gymnasiums.

Brillanter Vortrag

Die Violinen strichen Anke Ohnmacht-Döhling und Sylvia Glüer, die Querflöte spielte Magdalene Döling. Nach Präludium und Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach, brillant vorgetragen von der aus Südkorea stammenden Kirchenmusikerin mit A-Examen und Dekanatskantonin in Gießen, Yoerang Kim-Bachmann, trug Claudia von Buxhoeveden eines der drei Sonnenblumengedichte vor, die das Konzert begleiteten.

Nach einem Violinen-Duett von Jean Marie Leclair folgte die Sonate in D-Dur für Flöte und Orgel von Johann Christoph Friedrich Bach, der 45 Jahre seines Schaffens in Bückeburg in Diensten des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe verbracht hatte und einige Jahre davon mit Johann Gottfried Herder als Pastor und Konsistorialrat als Textdichter zusammengearbeitet hat. Bei den drei Sätzen dieses Stückes zeigte die Flötistin Magdalene Döling eine bewundernswerte Präsenz, Virtuosität und Ausdauer.

Eingerahmt von zwei Sonnenblumengedichten von Josef Weinheber und Karl Heinrich Waggerl brillierte Organistin Yoerang Kim-Bachmann mit der Sonate Nummer sechs in d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Intensiver Applaus

In den vier Sätzen tauchte als durchgängiges Thema immer wieder die Melodie des Chorals „Vater unser im Himmelreich“ auf, der mal im Manual gespielt wurde und mal im Pedal die Dorfkirche erfüllte. Den Abschluss bildete die Sonate in ­B-Dur von Johann Friedrich Fasch, einem bedeutenden Instrumentalkomponisten der Bach-Zeit, bei dem die Geigen, Flöte, Fagott und Orgel gemeinsam zum Einsatz kamen. Das Publikum dankte den Musikern mit intensivem Applaus.

Von Horst Voigtmann

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