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Region Springe Nachrichten Schützenfest sucht ein Zuhause
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19:31 28.08.2018
Wo wird im kommenden Jahr für das Schützenfest aufgebaut? Weil die Stadt eine Großkita auf dem Festplatz an der Harmsmühlenstraße plant, ist unklar, wo die Großveranstaltung stattfinden soll. Quelle: Saskia Helmbrecht
Springe

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, einen Festwirt hat der Jagdklub auch schon gefunden – 2019 soll es in Springe wieder ein Schützenfest geben, betont der Vorsitzende Peter Böttcher. Doch nun ist plötzlich die Standortfrage offen: Weil die Stadt plant, auf dem Festplatz am Hallenbad eine Großkita zu bauen, muss geklärt werden, wo das Fest im kommenden Jahr stattfinden kann.

„Wir sind derzeit im Gespräch mit der Stadt“, sagt Böttcher. Wegen der laufenden Verhandlungen will er noch keine Details bekannt geben. „Aber wir sind da am Arbeiten.“ Eine Rückkehr zum Burghof, die die ausrichtenden Vereine immer wieder gefordert hatten, sei „wünschenswert“, so Böttcher. Der Druck für ihn und seine Mitstreiter ist um so größer, weil der Verein parallel auch das Kreisschützenfest ausrichtet. Dass der Jagdklub außerdem für die Doppelveranstaltung schriftlich ein ausgearbeitetes Sicherheitskonzept bei der Stadt vorlegen muss, sei ebenfalls „machbar“, sagt Böttcher: „Das kriegen wir hin.“

Zipsner: „Man hätte uns vorwarnen müssen“

Nicht alle sind aber so gelassen wie Böttcher, wenn es um die Standortfrage für das Schützenfest geht. „Uns gefallen die Pläne nicht“, stellt Frank Zipsner, Chef des Jägercorps Springe, unmissverständlich klar. Der Jagdklub gehört zu den drei Springer Schützenvereinen, die im Wechsel das Volksfest ausrichten. Die weiteren Organisatoren sind die Feuerwehr und das Spielmanns- und Hörnerkorps. Zipsner hätte sich gewünscht, dass die fünf Ausrichter frühzeitig über die Gedankenspiele der Stadt in Sachen Kita-Neubau informiert worden wären: „Man hätte uns vorwarnen müssen.“

Wird der Festplatz bebaut, falle damit der Grund und Boden fürs Schützenfest weg: „Wir haben keine Alternative, wo wir das Zelt hinstellen können.“ Flächen wie der Standort der früheren Bison-Sporthalle hätten den Nachteil, dass sie am Stadtrand liegen – dabei gehe es doch darum, möglichst zentral zu feiern.

Die anstehende Festplatz-Bebauung wird auch Thema bei der nächsten Vorstandssitzung des Spielmannszugs sein. „Wir müssen nach einer neuen Lösung suchen. Wir brauchen einen neuen Platz oder Raum für das Fest“, steht für die Vorsitzende Christa Heinzel fest. Ohne würde der Deisterstadt etwas fehlen: „Es sind genau diese Dorffeste, die ein Ort braucht, um das Gemeinschaftgefühl zu stärken.“

Thielmann-Dittert: „Dorffeste brauchen wir, um Gemeinschaftsgefühl zu stärken“

Hier würden sich Bürger aller Schichten und Nationalitäten begegnen und miteinander ins Gespräch kommen. „Wenn es das nicht mehr gibt, gewinnt der Zusammenhalt, den extrem rechte oder linke Gruppierungen bieten, vielleicht an Bedeutung. Das sollten wir verhindern.“

Die Feuerwehr ist im Jahr 2020 wieder als Fest-Ausrichter an der Reihe; im kommenden Jahr muss sie die Weichen für die Großveranstaltung stellen. Ortsbrandmeister Florian Doege bleibt dennoch gelassen. „Noch ist nichts gebaut. Und das wird sich auch noch hinziehen“, so Doege. Ohnehin: „Dass alles so kommt, glaube ich erst, wenn der erste Stein gesetzt ist.“

Ähnlich sieht das der Vorsitzende der Schützengilde Springe, Heinrich Schwarze. Der Festplatz als Standort sei ohnehin nicht optimal gewesen. Der Burghof sei zentraler und besser geeignet. Er werde intensiv verfolgen, wie es mit der Standortfrage nun weitergehe. In diesem Jahr war das Schützenfest ausgefallen: Der Verein einigte sich nicht mit dem bisherigen Festwirt Jörg Ahrend. Auch Gespräche mit anderen Festwirten waren damals gescheitert.

 

 

Von Saskia Helmbrecht und Marita Scheffler