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Nachrichten Regiobus beschließt Aus für Standort Eldagsen
Region Springe Nachrichten Regiobus beschließt Aus für Standort Eldagsen
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19:18 28.09.2018
Der Standort Eldagsen wurde Ende der 1970er-Jahre errichtet. Quelle: Juliet Ackermann
Eldagsen/Hannover

Die Entscheidung war einstimmig: Der Regiobus-Aufsichtsrat hat jetzt das Aus für den Eldagser Betriebshof beschlossen. Auch wenn der Schritt bitter ist – überraschend war er nicht mehr: Zuvor hatten schon ein Gutachter und die Geschäftsleitung entsprechende Empfehlungen ausgesprochen. Geschlossen werden soll der Standort frühestens Ende 2021. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, versicherte das Unternehmen am Freitag.

Hintergrund für die Schließung ist vor allem die aus Sicht von Regiobus ungünstige Lage des Betriebshofs – vor allem mit Blick auf die Pläne, mehr Busse mit Elektroantrieb auf die Straßen zu schicken. So hatte die Geschäftsführung Anfang des Jahres den nach einem Großbrand 2014 eigentlich schon beschlossenen Wiederaufbau im buchstäblich letzten Moment gestoppt: Sogar ein zusätzliches Grundstück hatte Regiobus schon angekauft.

Auch Wunstorf wird geschlossen

Neu gebaut werden soll stattdessen nun im Bereich Weetzen, Ronnenberg und Gehrden. Ein Grundstück gebe es aber noch nicht. Am neuen Standort sollen dann auch die Mitarbeiter aus Eldagsen und Wunstorf, wo der Betriebshof ebenfalls geschlossen wird, weiter beschäftigt werden. Vorstellbar sei laut Regiobus auch ein „Personalaustausch zwischen allen Betriebshöfen“.

Sowohl Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Rohlf (CDU) als auch der SPD-Regionsabgeordnete Eberhard Brezski hatten im Vorfeld gehofft, das Depot in Eldagsen könne zumindest in abgespeckter Form erhalten bleiben. Vergeblich: Eine Regiobus-Sprecherin bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, derartige Pläne seien nicht im Gespräch.

Einsparung von 1,4 Millionen Euro Betriebskosten

Bis der neue Betriebshof fertiggestellt wird, soll der Standort in Eldagsen noch weiter betrieben werden. Das Unternehmen rechnet damit, nicht vor Ende 2021 neu eröffnen zu können. Laut Gutachter kann das Unternehmen durch die Schließungen und den Neubau jährlich 1,4 Millionen Euro Betriebskosten und 1,4 Millionen gefahrene Kilometer einsparen.

Bürgermeister Christian Springfeld reagierte mit einer Mischung aus Enttäuschung und Entschlossenheit auf die Nachricht aus Hannover: „Wir haben von Springe aus alle Kanäle bespielt und alles versucht.“ Auch wenn die Argumente für ihn bis zuletzt schwer nachvollziehbar geblieben seien, wolle er nun nach vorne schauen: „Die Situation ist für die Stadt und für Eldagsen, aber auch für die Mitarbeiter schrecklich – keine Frage. Aber ich möchte, dass wir unsere Kräfte auf die positiven Seiten Springes und auf die Entwicklung Eldagsens konzentrieren.“

Hoffnung auf Unterstützung der Region

Von der Region Hannover als Gesellschafter von Regiobus erhofft sich Springfeld nun Unterstützung: „Die Region hat eine gute Wirtschaftsförderung, die uns dabei unterstützen kann, die Flächen von Regiobus neu zu füllen.“ So könne auch der „fade Beigeschmack“ verschwinden, dass eine weitere Einrichtung aus dem Springer Gebiet abgezogen wird.

Die Stadt bleibe insgesamt attraktiv für Unternehmen – das zeige etwa die laufende Expansion von Octapharma. Aber auch in Eldagsen gehe der Trend in eine positive Richtung: Dort investiert ein Unternehmer wie berichtet mehrere Millionen Euro, um im Ortskern Wohn- und Geschäftshäuser und ein Seniorenwohnprojekt in einer öffentlichen Parkanlage zu realisieren.

EIn Betriebshof einsparen

Unter dem Strich will die Region mit dem neuen Standortkonzept einen ihrer fünf Betriebshöfe einsparen. Ersatz für den ebenfalls geschlossenen Betriebshof Wunstorf soll am neuen Stadort neben der Wedemark, Neustadt und Burgdorf gefunden werden. Der Betriebshof Eldagsen war Ende der 1970er-Jahre im südlichen Zipfel des damaligen Landkreises Hannover errichtet worden, weil von dort auch die angrenzenden Landkreise bedient wurden.

Das Fahrplanangebot, betont Regiobus, solle durch die Schließung nicht weiter eingeschränkt werden.

Von Saskia Helmbrecht und Christian Zett