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Nachrichten Regiobus: Eldagsen vor dem Aus?
Region Springe Nachrichten Regiobus: Eldagsen vor dem Aus?
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00:16 14.01.2018
Zerstört: Der Betriebshof in Eldagsen, wenige Tage nach einem verheerenden Brand.  Quelle: Foto: Dröse
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 Die neuen Regiobus-Chefinnen haben sich am Donnerstag mit einer überraschenden Neuigkeit an ihre Mitarbeiter gewandt: „Die Planungen für den Neubau des regiobus-Betriebes in Eldagsen kommen noch einmal grundlegend auf den Prüfstand“, heißt es in der Mitarbeiterzeitschrift „Blinker“. Grund sei, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) die Förderung des Neubaus abgelehnt habe.

Der Betriebshof war Weihnachten 2014 abgebrannt. Der Aufsichtsrat beschloss im Mai 2016 den Wiederaufbau an gleicher Stelle (NP berichtete). Der Gesellschafter, Region Hannover, hatte damals intern darauf gedrängt. Die Geschäftsführung sah diese Lösung als nicht mehr wirtschaftlich an. Im Gespräch war damals auch der Bau eines neuen Betriebshofes in Gehrden.

Da die eingeplanten Millionen-Förderung jetzt fehle, müssen die relevanten Finanzentscheidungen neu getroffen werden, teilt Geschäftsführerin Regina Oelfke mit. Wie hoch die Förderung gewesen wäre, lässt sich schwer sagen. Nach NP-Informationen ist von einer Größenordnung von mindestens fünf Millionen Euro auszugehen.

Es gibt aber auch betriebspolitische Gründe, die gegen den Standort Eldagsen (Springe) sprechen. Derzeit werde das neue Liniennetz geplant – und die Randlage des Betriebshofes im südlichsten Bereich der Region sei dabei eher ungünstig, erklärt Geschäftsführerin Elke van Zadel.

Außerdem wolle man künftig auf E-Mobilität setzen. Da komme dem neuen Standort des neuen Betriebshofes eine noch größere Rolle zu. Denn Infra- und Ladestruktur müssten sich in der Nähe des Einsatzortes befinden.

Die Entscheidung 2016 für den Wiederaufbau in Eldagsen hatte einen starken politischen Charakter. In Springe hatte die Regionsversammlung das Krankenhaus geschlossen. Da wäre die Schließung des Betriebshofes Eldagsen als ein weiterer Affront aufgefasst worden. Es ging damals um 160 Arbeitsplätze. Zumal wenige Monate später die Kommunalwahl anstand. Also wurde der damalige Geschäftsführer, Hans-Georg Martensen, mit seinen Plänen für die Zukunft des Betriebes ausgebremst.

Von Thomas Nagel

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