Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Jury entscheidet über Rathausneubau
Region Springe Nachrichten Jury entscheidet über Rathausneubau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 31.07.2018
Alle Mitarbeiter in einem Gebäude: Das ist der Wunsch der Springer Verwaltungsspitze. Quelle: Foto: Mischer
Anzeige
Springe

Es ist „die Visitenkarte“ der Stadt, sagt Christian Kleine – und ein Auftrag mit Prestige. Darum macht der Experte sich auch keine Sorgen über mangelnden Rücklauf für den Gestaltungswettbewerb zum Springer Rathaus am Burghof: Am 17. August soll den ganzen Tag lang die Expertenjury tagen und den Siegerentwurf küren.

Im Mai hatte Kleine verkündet, 20 Architekten hätten grundsätzlich Interesse an dem von der Stadt ausgelobten Wettbewerb bekundet. Wie viele bislang letztendlich einen Entwurf eingereicht haben, ist dagegen streng geheim – wie grundsätzlich viele Dinge rund um die Auswahl exakt vorgeschrieben sind. Schließlich geht es für die beteiligten Firmen um einen großen Auftrag. „Es sind interessante Arbeiten dabei“, bilanziert Kleine zumindest schon.

Große Herausforderung

Das mag auch an der großen Herausforderung liegen, die das aktuelle Rathaus samt Umgebung darstellt – schließlich wird hier keine leere Fläche überplant. Für Kleine machen auch die Vorgaben des Rats, der gut 55 000 Euro Preisgeld zur Verfügung gestellt hat, die Attraktivität aus: „Man hat den Architekten möglichst große Freiheit gelassen. Planen dürfen die Fachleute nicht nur rund um den Burg- und Museumshof, sondern auch in Richtung Polizei und sogar auf dem Feuerwehrparkplatz.

Die Jury, bestehend aus Architekturexperten, etwa Professoren, muss sich schon im Vorfeld an strenge Regeln halten: So gilt ein Kontakt mit Teilnehmern im Vorfeld der Entscheidung als absolut tabu. Sogar Tarnnummern für die einzelnen Beiträge gibt es: Sie sollen verhindern, dass Jurymitglieder vorab die offiziell vergebenen Kennziffern erfahren und so die Entwürfe identifizieren könnten.

Vertagung wird nicht erwartet

Bevor die Jury zusammentritt, filtern Kleine und seine Mitarbeiter die Beiträge aus, die formelle Vorschriften nicht erfüllen. Der Experte geht davon aus, dass am Abend des 17. Augusts dann auch tatsächlich ein Siegerbeitrag feststeht. „Theoretisch kann sich die Jury auch vertagen, das habe ich aber selten erlebt.“ Das Gewinnerbüro könne in jedem Fall grundsätzlich einfordern, mit seinem Vorentwurfs-Beitrag auch in die nächste Planungsstufe einzusteigen. Danach habe der Rat aber die Möglichkeit, das Projekt zu stoppen – etwa, weil ihm der Entwurf nicht zusagt oder die Kosten zu hoch geworden sind. Offen gehalten hat sich die Politik bislang einen theoretischen zweiten Bauabschnitt, den die Architekten nun schon einmal mitplanen.

Dabei könnte eine Art Bürger- und Veranstaltungssaal entstehen – etwa für Konzerte und Lesungen, aber auch für Hochzeiten oder sogar für Ratssitzungen: Letztere finden bislang an wechselnden Orten statt – zuletzt meist in den Schulaulas des Otto-Hahn-Gymnasiums und des Schulzentrums Nord.

Während die Teilnehmer nun also auf den besagten prestigeträchtigen Auftrag hoffen, haben Stadt und Politik eher den praktischen Nutzen des Millionenprojekts im Blick: Sie wollen nicht nur möglichst viele bislang auf verschiedene Standorte verteilte Mitarbeiter zentral versammeln – sondern auch mehr und modernere Arbeitsplätze schaffen.

Man habe zuletzt Auszubildende übernommen und in verschiedenen Bereichen Stellen geschaffen, erklärte Rathaus-Vize Clemens Gebauer Das hat aus Sicht der Stadt die ohnehin angespannte Platzsituation noch einmal verschärft.

Von Christian Zett

Anzeige