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19:29 12.09.2018
Maschinen als Publikumsmagnet: Die Besucher zieht es auf das Feld zu den Technikvorführungen. Quelle: FOTOS
Mittelrode

Die Erwartung von 10 000 Besuchern könnte somit möglicherweise getoppt werden. „Es zeigt sich: Mittlerweile hat sich die Kartoffelmesse als Veranstaltung in der Branche fest etabliert“, ist Henkels überzeugt.

Was ihn aber dennoch wundert: Viele Springer wüssten auch bei der vierten Auflage der Messe in Mittelrode nicht, dass die Veranstaltung für alle Interessierten offen und die Messe demnach öffentlich ist. „Die Landwirte hier sind gut gelaunt und die Aussteller sind positiv gestimmt, das ist doch die Hauptsache“, freut sich Henkels.

Gäste aus 25 Ländern flanierten am Mittwoch über das Gelände, sagt Reinhard Grandke, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die die Messe organisiert. „Über 30 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland, alle Farben und Kulturen sind vertreten“, sagt Grandke und betont: „Herr Henkels und seine Familie sind alle vier Jahre die Seele der Ausstellung.“ Das Gelände sei optimal geeignet und gut erreichbar.

Grandke weiß auch, wie sich die Wirtschaft in den vergangenen Jahren verändert hat. „Früher gab es auf dem Wochenmarkt zwei Sorten, heute bieten die Händler 20 Sorten an, heißt: Zum Salat kommen andere Kartoffeln auf den Tisch als zum Braten.“ Die Sortenvielfalt und der regionale Anbau spielten heute eine große Rolle. „Mit der Kartoffel hat man natürlich die unglaubliche Chance, ein regionales Produkt zu kaufen, anders als jetzt etwa Reis. Trotzdem ist die Wirtschaft extrem international.“ Und genau davon konnten sich die Besucher gestern selbst überzeugen. Von der Saat, der Züchtung über die Produktion bis zur Verarbeitung und Vermarktung informierten zahlreiche Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Forschung und Verbänden über neue Trends. Gleichzeitig beraten die Experten die Besucher über die verschiedenen Sorten und Anbauverfahren, aber geben auch Tipps zur Lagerung und Aufbereitung bis hin zu Management und Dienstleistungen. Publikumsmagnet – und Geheimtipp von Hauptgeschäftsführer Grandke – bleiben aber die Maschinenvorführungen. Zahlreiche Ausseller präsentieren auf den Feldern Innovationen zur Legetechnik, zur Knollenschonung oder zum Verladen. Zum ersten Mal wurden Verfahren der mechanischen Unkrautminderung wie Striegel oder Hacke präsentiert. Auch im Zelt zur optoelektronischen Sortierung herrschte großer Andrang. „Es ist toll zu sehen, wie leistungsfähig die Maschinen sind“, sagt Henkels, der sich als Landwirt immer über die neuen Entwicklungen auf dem Laufenden hält.

Die Messe ist morgen von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets gibt es online für 15 Euro, an der Kasse 20 Euro.

Von Saskia Helmbrecht