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Nachrichten Belebung der Innenstadt: SPD sieht WIR-Forderungen kritisch
Region Springe Nachrichten Belebung der Innenstadt: SPD sieht WIR-Forderungen kritisch
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18:53 17.04.2019
Wie lässt sich Springes Innenstadt stärker beleben? Die Einzelhändler sehen die Politik in der Pflicht – die sieht das nicht ganz so. Dennoch wollen sich nun die Fraktionen von SPD und CDU mit dem Thema beschäftigen. Quelle: Foto
Springe

Vor allem warnt Reinhardt davor, den Blick zu sehr auf die vermeintliche Konkurrenz Osttangente zu richten: „Man kann sich über die grüne Wiese aufregen. Aber es war nach wie vor richtig, die Geschäfte an der Osttangente anzusiedeln“, sagt er. Hätte Springe diesen Schritt damals nicht getan, „dann wären die Läden und Kunden jetzt woanders – und nicht automatisch in der Innenstadt.“

Dort gebe es nicht die Infrastruktur, um ohne Weiteres größere Geschäfte anzusiedeln. Das habe auch das gescheiterte Rewe-Projekt der Investoren Peter Othmer und Dennis Melching gezeigt. „Und ohne Frequenzbringer ist es auch schwierig, etwas richtig voranzubringen.“

Wie berichtet, hatte die WIR an Vertreter der Ratsfraktionen sowie an Bürgermeister Christian Springfeld ein umfangreiches Info- und Forderungspaket geschickt. Zentraler Inhalt: der Wunsch nach Unterstützung bei der Belebung des Zentrums, insbesondere durch ein Stadtentwicklungskonzept – ähnlich wie es in Eldagsen für die Stadtsanierung in Benutzung ist und wie es mehrere Kommunen in der Region haben.

Aus Reinhardts Sicht war das in mehreren E-Mails zusammengestellte Material zu umfangreich, teils unübersichtlich und irrelevant. Er spricht von Hunderten Seiten, zahllosen Links mit Infos zu Städten wie Berlin und Dresden: „Da frage ich mich schon: Was davon ist noch ernst gemeint?“

Nicht alles Sache der Politik

Nichtsdestotrotz wollen Reinhardt und CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay das Angebot zum Austausch wahrnehmen: „Lasst uns zusammensetzen und einfach mal drüber sprechen, was die Politik tun soll und kann.“ Man müsse aber auch drüber reden, was eben nicht dazugehöre: „Natürlich können wir Blumenkübel aufstellen lassen oder eine häufigere Reinigung veranlassen“, sagt Reinhardt. Für gute Ideen wie einheitliche Öffnungszeiten oder einen gemeinsamen Onlineshop der Innenstadtgeschäfte seien die Händler aber selbst verantwortlich. „Da hat die Politik nichts mit zu tun.“

Auch die Forderung der Innenstadthändler und von Bürgermeister Springfeld nach einem Stadtentwicklungskonzept knüpft Reinhardt an Bedingungen. „Es bringt nichts, so etwas allgemeingültig zu erarbeiten.“ Wenn sich ein konkreter Investor oder ein konkretes Projekt finde, „dann machen wir das“, sagt Reinhardt. „Mir sagen immer alle, mit dem Konzept gibt es Fördergeld. Aber mir sagt nie jemand, wofür eigentlich.“

Von Christian Zett