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Die Lebenshilfe will ihre Standorte an der Straße Auf dem Bruche um einen Verwaltungstrakt an der Heidstraße erweitern.

Die Lebenshilfe will ihre Standorte an der Straße Auf dem Bruche um einen Verwaltungstrakt an der Heidstraße erweitern.
© mischer

Springe

Neubau der Lebenshilfe kostet 1,1 Millionen

Die Lebenshilfe vergrößert sich: In der Innenstadt entsteht eine Beratungsstelle samt Wohnprojekt mit acht Plätzen. Die Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro.

Springe. Die Lebenshilfe plant in der Innenstadt einen Neubau samt Wohnprojekt, Beratungsstelle und Verwaltung. Entstehen soll das 1,1 Millionen Euro teure Gebäude auf einem Grundstück zwischen Heidstraße und Nordwall. „Die Planungen laufen“, sagt Geschäftsführer Burkhard Luthmann.

Während am Zugang Heidstraße der Verwaltungstrakt entstehe, werde der hintere Teil des Neubaus mit Ausgang zum Nordwall dem Wohnbereich gewidmet. Anfang des kommenden Jahres möchte die Organisation den Kaufvertrag unter Dach und Fach bringen – 2019 könnten dann die acht Bewohner einziehen. Sie sollen dort so selbstständig wie möglich leben – ähnlich wie im bestehenden Wohnprojekt der Lebenshilfe an der Kantstraße.

Für den Neubau hatte die Lebenshilfe ursprünglich ein Grundstück an der Hamelner Straße ins Auge gefasst – der Plan hatte sich jedoch zerschlagen. Die jetzt eingeplanten Projektkosten will die Lebenshilfe zu einem Teil aus Fördergeldern und geförderten Krediten finanzieren.

Doch das ist nicht die einzige Herausforderung für die Springer Lebenshilfe: So schlug jüngst der Fiskus mit einer Steuernachforderung in fünfstelliger Höhe zu: „Das Geld hätten wir lieber in den Neubau investiert“, sagt Luthmann.

Viele Ideen hatte man in den vergangenen Jahren versucht umzusetzen, zum Beispiel ein Gastronomieprojekt in Bredenbeck mit Schaffung neuer Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Am Ende zog sich die Lebenshilfe zurück. „Wir machen keine waghalsigen Unternehmungen“, stellt Luthmann klar und ergänzt: „Wir arbeiten vorausschauend, würden uns nicht immer wieder Altlasten aus den Jahren vor 2014 einholen.“ Damit meint er wohl die besagte Steuernachzahlung.

Eine weitere Baustelle ist die Tagesförderstätte Auf dem Bruche. Hier sitzen Gesetzgeber und Veterinäramt der Lebenshilfe als Betreiber im Nacken: Weil sich gegenüber dem Kücheneingang auch der Eingang zu den Toilettenanlagen befindet, droht der Küche die Schließung – so ist die für manchen in der Lebenshilfe nicht leicht nachvollziehbare Hygienevorschrift. Aber auch der Brandschutz in dem älteren Gebäude neben dem neuen Trakt sei stark verbesserungswürdig und dürfte einen niedrigen siebenstelligen Betrag verschlingen.

Für Luthmann ebenfalls eine Herausforderung: das Bundesteilhabegesetz, das die Bedarfsansprüche neu regelt. Betroffen ist auch die Lebenshilfe, die nun viele Kosten direkt mit den Bewohnern abrechnen muss und auch nicht mehr ihre Fürsorgepflicht wie früher wahrnehmen könne: „Hier zieht sich der Gesetzgeber aus der Verantwortung zurück“, sagt Luthmann.

Von Reinhold Krause


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