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Nachrichten Senior muss sich wegen Faustschlag vor Gericht verantworten
Region Springe Nachrichten Senior muss sich wegen Faustschlag vor Gericht verantworten
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00:36 02.04.2018
Das Amtsgericht Springe musste über den Streit zweier über 80-jährigen Nachbarn befinden – am Ende jedoch ohne ein Urteil. Quelle: Zimmer
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Springe/Gestorf

Zwei Nachbarn, drei Kastanien und ein jahrelanger Streit um den Laubfall: Ein nachbarschaftlicher Zwist ist in Gestorf im vergangenen Oktober eskaliert. Dabei brach ein 82-Jähriger seinem 81-jährigen Gegenüber die Nase, als er ihn mit der Faust ins Gesicht schlug. Wegen Körperverletzung musste sich der 82-Jährige jetzt vor dem Springer Amtsgericht verantworten.

„Ich habe ihm die Nase gebrochen? Das hat er verdient“, räumte der Angeklagte unumwunden ein. Denn zuvor habe ihn sein Nachbar beleidigt – und das gleich mehrfach. Unter anderem habe der ihn als doof bezeichnet und gedroht, ihm „in die Schnauze zu hauen“. Der Mann sei überhaupt sehr aggressiv aufgetreten. „Da habe ich zugeschlagen, um meine Würde zu verteidigen“, so der Rentner.

Der Geschlagene stellte die Situation anders da. Ohne ein Wort zu sagen, sei der Nachbar auf ihn zugegangen. „Und dann hat er mir eine auf die Zwölf gehauen“.

Was der Auslöser für den Streit war, berichtete der Angeklagte ausführlich. „Es geht ums Laub“, sagte er. Und er gab zu: Seine drei Kastanien sowie eine Kirsche werfen naturgemäß im Herbst ihre Blätter ab. Auf seinem Grundstück fege er das Laub auch zusammen. Auf einer öffentlichen Straße offenbar aber nicht. Und schon gar nicht auf dem nachbarlichen Grundstück. Er habe dem 82-Jährigen immer wieder gesagt, der solle seine Bäume absägen, erklärte das Opfer. Nichts sei geschehen. Dabei ständen die ganz dicht an der Grundstücksgrenze. Das Laub falle auf die Straße. Von dort fegten es der 81-Jährige und seine Frau zu einem großen Haufen in der Gosse des 82-Jährigen zusammen. Was dem wiederum nicht passte. Wer fege, der müsse es auch wegschaffen, meinte der.

Keine Lust auf Schlichtertermin

„Ich hoffe, dass ich hier bei Gericht Hilfe bekomme“, fügte der Angeklagte mit Blick auf die Laub-Problematik hinzu. Doch diesen Zahn musste die Strafrichterin dem Gestorfer ziehen. Es gehe in dem Strafverfahren um die Körperverletzung, nicht um einen Nachbarschaftsstreit. Außergerichtliche Einigungsversuche sind bei den beiden Senioren bislang gescheitert. Denn einer Einladung der gemeinnützigen Schlichtungsstelle „Waage Hannover“ sind beide Männer nicht gefolgt. Er habe die Einladung gar nicht bekommen, sagte der Angeklagte.

Auf die Frage der Richterin, ob sie denn nun den Weg zur Schlichtungsstelle finden würden, antworteten die beiden Streithähne ausweichend. Der Nachbar habe ihn auch bedroht, sagte der Angeklagte. Und der wiederum berichtete: „Ich bin auf dem Nullpunkt mit ihm.“

Für seinen Faustschlag muss der Senior nun 600 Euro an die Landeskasse zahlen. Noch vor Gericht nahm er seinen Einspruch zurück, den er gegen einen Strafbefehl über diese Summe eingelegt hatte. Die Richterin machte dabei deutlich: Hätte sie ein Urteil fällen müssen, wäre die Geldstrafe wohl höher ausgefallen.

Von Anne Brinkmann-Thies

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