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Region Springe Nachrichten Kinderschutzbund Springe feiert 40-jähriges Bestehen
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19:01 29.08.2018
Roswitha Prüssing spricht bei der Feier über die Arbeit des Kinderschutzbundes in Springe, die sich in den vergangenen 40 Jahren deutlich verändert hat. Quelle: FOTO
Springe

Es ist eine Zahl, die nachdenklich macht: 4,4 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Und sie haben nur eine Lobby – die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den etwa 430 Ortsvereinen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Mit dieser Aussage kritisierte die Bundesgeschäftsführerin des DKSB, Claudia Lasner-Tietze, die in ihren Augen unzureichende Sozialpolitik der Bundesregierung. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Springer Ortsvereins war die Diplom-Sozialpädagogin von der Spree an den Deister gereist.

Rund 90 Gäste aus Politik und Wirtschaft, aber auch Repräsentanten vieler Serviceclubs und anderer sozialer Einrichtungen hatten sich zur Feier in den Räumen im DRK-Haus eingefunden und verfolgten ihre Ausführungen. Lasner-Tietze forderte für Kinder eine Grundsicherung. Der Bedarf sei zwar bei Politikern bekannt, werde aber von denen nicht umgesetzt.

Als Beispiel nannte sie das Problem der Einschulung: Die Erstausstattung eines Erstklässlers kostet rund 400 Euro, die sozialschwache Eltern oft nicht aufbringen könnten. Als Beihilfe gäbe es aber nur 100  Euro. Das bedeute, dass diese Kinder nicht voll am Unterricht teilnehmen könnten. Je länger sie in Armut lebten, desto schwerer hätten sie es im weiteren Leben. „Hier beginnt die Arbeit des DKSB mit ihren umfangreichen Angeboten und materieller Unterstützung, die ohne die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung, der Serviceclubs und der Wirtschaft nicht realisierbar wären“, sagte die Laudatorin.

Ein schwedisches Möbelhaus in Laatzen zeige sich in seiner sozialen Verantwortung und unterstütze jährlich mit einem fünfstelligen Betrag mehrere Projekte in der Region. Dazu gehört auch der Springer Kinderschutzbund. Zum Jubiläum überreichte Möbelhauschef Dietmar Weitze an die erste Vorsitzende Roswitha Prüssing einen Scheck über 1444 Euro.

Hanna Kahle, Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales im Springer Rathaus, sie war in Vertretung von Bürgermeister Christian Springfeld gekommen, fand lobende Worte für das Engagement der Springer DKSB-Ortsgruppe. „Sie helfen da, wo es nötig ist. Die Adressaten müssen nicht die Schwelle der Behörde überschreiten. Der DKSB hat niedrigschwellige Angebote.“ Prüssing ergänzte in einer Multimediaschau, wie vielfältig sich die etwa 50 Haupt- und Ehrenamtlichen der 145 Mitglieder starken Ortsgruppe bei der Betreuung Bedürftiger einbringen: Sie stünden unter anderem bei der Familienberatung, bei Schulproblemen und in der Gewaltprävention, als Kontakt mit Behörden oder bei der Sprachförderung, aber auch bei Ferienaktionen zur Verfügung. Auch die Kleiderkammer leistet ihren Beitrag dazu. Den musikalischen Rahmen der Feier setzte das 13-köpfige Flötenensemble Flaute Vivace unter anderem mit Stücken von Georg Friedrich Händel.

Von Reinhold Krause