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Nachrichten Biohof will Landwirtschaft besser vermitteln
Region Springe Nachrichten Biohof will Landwirtschaft besser vermitteln
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19:34 24.09.2018
Auf dem Hof mit dem Minister: Grant Hendrik Tonne lauscht den Auszubildenden und gibt anschließend Fernsehreportern ein Interview. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Der Eschenhof in Springe bietet künftig vermehrt Bildungsangebote zur Biolandwirtschaft an. Unter anderem sollen künftig vermehrt Projekte für Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Bildungseinrichtungen Kinder und Jugendliche über die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft aufklären. Die Nachfrage danach ist landesweit groß – und wächst stetig, wie Berufsschüler jetzt im Gespräch mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) auf dem Eschenhof erläutert haben.

Geladen zu dem Austausch auf dem Bauernhof in Springe hatte das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, das Bauern bei der Umstellung auf Ökolandbau berät und Bildungsveranstaltungen zu dem Thema organisiert. Und genau da stieß das Kompetenzzentrum beim Eschenhof auf offene Ohren und Herzen. „Es ist wichtig, dass die Menschen lernen, dass es gerade beim Huhn verschiedene Haltungsformen gibt“, sagt Gerrit Bartels vom Eschenhof und ergänzt: „Es ist wichtig, dass die Menschen die Unterschiede zwischen den Haltungsformen verstehen – und dass sie wissen, was es bedeutet, wenn das Fleisch nur 19 Cent kostet.“

Bildungsangebote sollen schon Kinder sensibilisieren

Deshalb soll es auf dem Hof ab kommenden Jahr neue Bildungsangebote für Kinder, Schüler und Jugendliche geben, die genau für diese Themen sensibilisieren sollen.

Katrin Bartels, gelernte Erziehungswissenschaftlerin und Bauernhofpädagogin, möchte damit ihren Teil dazu beitragen, dass Wissen über Biolandbau breiter in der Gesellschaft verankert wird.

20 Schüler der Justus-von-Liebig-Ökoklasse wussten dem Minister zu berichten, dass das dringend notwendig sei – immerhin lernten sogar die meisten Landwirtschaftsschüler noch die konventionellen Anbaumethoden. Dabei sei die Nachfrage nach dem Wissen für nachhaltige Anbautechnik groß – die Nachfrage nach dem Angebot der ersten Öko-Berufsschulklasse Niedersachsens in Hannover sei groß. Und Landwirtschaftsschüler aus der gesamten Republik melden sich dort an.

Bei Landwirtschaftsschülern sind Kenntnisse im Bioanbau gefragt

Wie übrigens auch die Auszubildende des Eschenhofs. Groß war auch das Interesse regionaler und überregionaler Medien an der Info-Veranstaltung auf dem Eschenhof. Hof-Chef Friedrich Bartels wusste zu berichten, dass der Betrieb an der Industriestraße bereits früher einmal Lernort für Schulen und Bildungseinrichtungen gewesen sei. Aber die Bedeutung der Landwirtschaftskompetenz wachse, weshalb der Eschenhof Schüler- und Kindergartenbesuche wieder oben auf die Tagesordnung nimmt. „Es ist einfach wichtig, dass Kinder und Jugendliche auch mal Hühnerkacke riechen“, sagte er. Der Hof verfüge über maßgeschneiderte pädagogische Konzepte für jede Altersklasse.

Wie aufs Stichwort marschierte just in dem Moment eine Gruppe Kinder von der Kita Deisterkrümel über den Hof. Sie waren gerade von Katrin Bartels durch die Hühnerzucht geführt worden und hatten die Tiere gefüttert.

Minister Tonne hörte sich das Lob der Berufsschüler für die Öko-Klasse an, die für Schüler ab dem dritten Lehrjahr angeboten wird. Mit Blick auf die unterschiedlichen Herkünfte der Schüler – sie kommen aus der gesamten Bundesrepublik, weil es bundesweit offenbar keine vergleichbare Biolandbau-Klasse gibt – äußerte er die Hoffnung, die jungen Leute blieben, „wenn sie fertig sind, hier in Niedersachsen“.

Von Ralf T. Mischer