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00:34 16.06.2018
Reiner Lockhausen (von links), Heiko Söhle, Henning Deneke-Jöhrens (2.v.r.) und Volker Böckmann (r.) ehren die scheidenden Aufsichtsratsmitglieder Hans-Jügen Hennies (m.v.l), Wilfried Meyer und Johannes Meyer. 
Springe

Gern hätte sich der Vorstand der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen von der Vertreterversammlung ein Votum für die geplante Fusion mit der Volksbank Hildesheimer Börde geholt: Das machte der Aufsichtsratsvorsitzende Henning Deneke-Jöhrens vor den 193 stimmberechtigten Vertretern in der Hildesheimer Volksbank-Arena deutlich. Doch eine Hochzeit der beiden Genossenschaftsbanken fand nicht statt.

„Das Aufgebot war bestellt, die Trauzeugen standen bereit, nur einer der beiden Heiratskandidaten hat abgesagt“, sagte Deneke-Jöhrens in einem Rückblick. Abgesagt worden war die Fusion, weil Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Hildesheimer Börde befürchteten, dass eine Verschmelzung bei ihren Vertretern nicht die notwendige Mehrheit gefunden hätte. Dabei sei bereits viel Arbeit in die für dieses Jahr fest geplante Fusion geflossen, so der Vorstandsvorsitzende. Und fügte hinzu: „Die grundsätzliche Richtigkeit des Vorhabens wird dadurch nicht in Frage gestellt, ein geeigneter Zeitpunkt kann sich mittelfristig ergeben“. Zu fusionieren sei ein Trend der nahen Zukunft. „Nahezu die Hälfte aller Banken erwartet bis 2022 eine Fusion“, so Deneke-Jöhrens.

Zukunftsorientiert sieht sich die Volksbank aber dennoch: So sei die digitale Vernetzung eine zeitgemäße Ergänzung zu den bestehenden analogen Angeboten. Neben kostenlosen WLAN-Netzen in den Geschäftsstellen richte die Volksbank unter dem Namen mySPOT Hotspots bei Mitgliedern und Kunden ein. Dadurch hätten Geschäftsleute und Vereine die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Vorbereitet sei die Volksbank auch auf künftige Videoberatung. Zwar sei das Thema Robotik noch nicht aktuell, langfristig aber zu erwarten.

Auf eine positive Entwicklung kann die Volksbank 2017 blicken. Die Bilanzsumme habe sich auf nunmehr 2,3 Milliarden Euro erhöht, sagte Deneke-Jöhrens. Das Kundenwertvolumen sei im vergangenen Jahr um 102 Millionen auf einen neuen Höchststand von 4,4 Milliarden Euro gestiegen. Dazu geführt hätten unter anderem die Kursanstiege an den Finanzmärkten und regelmäßiges Sparen in mittel- und langfristige Vorsorgeprodukte. Zur Gewinnverwendung erklärte der Vorstandsvorsitzende: Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe die Volksbank aufgrund von Sonderfaktoren mit 42 Millionen Euro das höchste Ergebnis vor Steuern in ihrer Geschichte erreicht. Nach Zuweisung von 28 Millionen Euro in das Eigenkapital, Ergebnisrücklagen und der Ausschüttung einer sechsprozentigen Dividende errechne sich ein Bilanzgewinn von 3,8 Millionen Euro. Die 193 Vertreter stimmten der Gewinnverwendung einvernehmlich zu.

Geehrt wurden auf der Versammlung mit Hans-Jürgen Hennies, Johannes Meyer und Wilfried Meyer drei Aufsichtsratsmitglieder, die aus Altersgründen ausscheiden mussten. Dabei erhielt Hennies für 40 Jahre Zugehörigkeit eine goldene Ehrennadel. Für die nächste Wahl der Vertreterversammlung im Frühjahr 2019 musste ein Wahlausschuss gewählt werden. Zu den 18 Genossenschaftsmitgliedern – je sechs aus den Bereichen Hildesheim, Lehrte und Pattensen –, die dieses Votum bekamen, gehören für Springe Markus Rabe und Burkhard Schaper.

Von Anne Brinkmann-Thies