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Nachrichten Hunderte schlendern über den Bauernmarkt
Region Springe Nachrichten Hunderte schlendern über den Bauernmarkt
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19:13 07.10.2018
Bietet alte Apfelsorten wie Kaiser Wilhelm, Blenheimer Goldrenette oder auch den Berlepsch an: Susanne Maticka, Mitarbeiterin der Baumschule Kewel. Quelle: Foto: Marita Scheffler
Springe

Freie Parkplätze waren am Sonntag in der Springer Altstadt Mangelware. Der Ansturm auf den Bauernmarkt inklusive verkaufsoffenem Sonntag war so groß, dass Bürgersteige und Einfahrten gnadenlos zugestellt wurden. Nicht zögerlich waren die zahlreichen Besucher aber auch beim Shoppen. „Die Lust, Geld auszugeben, ist auffallend groß“, war WIR-Chef Wilko Struckmann ebenso überrascht wie zufrieden.

Struckmann steht seit etlichen Jahren an der Spitze der Springer Einzelhändler. Seine Beobachtung: „Unsere Märkte werden von Jahr zu Jahr besser.“ Sowohl die Zahl der Standbeschicker – am Sonntag waren es knapp 70 – als auch der Besucher habe stetig zugenommen. Ein parallel stattfindender Sonntagsverkauf in Hameln mache sich nicht bemerkbar – schon gar nicht bei perfektem Einkaufswetter.

„Man kann mit der ganzen Familie bummeln, nebenbei Bekannte treffen, und hat Zeit zum Unterhalten“, erklärte Struckmann das Erfolgskonzept. Der frühere Obsthändler Joachim Dörrie organisiert die Märkte seit mehreren Jahren ehrenamtlich und habe ein Händchen für die Sache: „Wir setzen nicht auf große Showacts oder den einen Hingucker, sondern auf ganz viele nette Kleinigkeiten.“ Wichtig dabei: Dörrie erteilt konsequent Absagen, wenn ein Bereich bereits vertreten ist. Pizza-, Puffer- oder Pommesstände gibt es nur einmal; schon eine Doppelung ist die Ausnahme. „Dadurch wird es für den Besucher nicht langweilig“, so Struckmann.

Dicht umlagert waren die Trecker und landwirtschaftlichen Geräte, die die Eolenhäger Schuindöschers hinter dem Alten Rathaus ausstellten – Anfassen oder auch Probesitzen war hier zur Freude vor allem der ganz jungen Besucher erlaubt. Der Schwerpunkt an den Ständen lag bei herbstlichem Obst und Gemüse. Edward Paprotny von der Baumschule Kewel aus Eldagsen klärte über alte Apfelsorten auf. Die Ananasrenette und die Rubinette zum Beispiel können sogar von Allergikern gegessen werden. „Viele fragen gezielt nach den Sorten, die es im Supermarkt nicht zu kaufen gibt“, stellte Paprotny fest.

Joachim Horn, der seit fünf Jahren auf den Springer Herbstmärkten Windmühlen und Vogelhäuschen verkauft, wunderte sich wie Struckmann über die neue Kauffreudigkeit der Kundschaft: „Das ist wirklich unglaublich gut heute.“ In mehreren Geschäften führte das zu Wechselgeld-Problemen: „Die Geldautomaten sind vor dem Wochenende offenbar nur mit Fünfzigern gefüttert worden“, beklagte eine Angestellte.

Von Marita Scheffler