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Nachrichten Tram-Museum in Wehmingen feiert Oktoberfest
Region Sehnde Nachrichten Tram-Museum in Wehmingen feiert Oktoberfest
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12:10 30.09.2018
„Hier noch jemand zugestiegen?“ Schaffner Ludwig Schönhammer stempelt die Fahrscheine von Jens Schwekendiek (von links), Ingo Walgner und Michael Kühne. Quelle: Katja Eggers
Wehmingen

„Die Fahrscheine, bittschön! Jemand ohne? Hier noch jemand zugestiegen?“ Ludwig Schönhammer hat beim Oktoberfest im Straßenbahn-Museum in Wehmingen am Wochenende stilecht den Münchener Schaffner gegeben. In original blauer Uniform samt Krawatte mit Aufschrift der Münchener Verkehrsgesellschaft und mit herrlich bayrischem Dialekt. Schwer ist ihm das nicht gefallen, denn schließlich ist Schönhammer tatsächlich ein waschechter Münchner und obendrein Mitglied des Museumsvereins. Für das Oktoberfest ist er extra angereist.

Der weiß-blaue Triebwagen 2667 aus München, Baujahr 1965, ist beim Oktoberfest ein echter Hingucker. Quelle: Katja Eggers

In dem weißblauen Münchener Triebwagen 2667 aus dem Jahr 1965 konnte Schönhammer seinen Dienst am Wochenende allerdings nicht verrichten. Die schmucke Tram, die einst zur Flotte der Münchener Straßenbahnwagen gehörte und seit 2002 im Museumsbesitz ist, war auf Hohenfels lediglich ausgestellt. „Wegen eines Reifenschadens darf sie derzeit aber nicht fahren“, erklärte Jens Schwekendiek vom Museumsverein. Schönhammer kontrollierte die Fahrscheine stattdessen in einer Wiener Bahn – und zwar der „Bim“, die so heißt, weil sie wunderbar bimmelt.

Der „Galoppwechsler“ wird manuell bedient und wechselt Münzen. Quelle: Katja Eggers

Den Besuchern stempelte Schönhammer nicht nur die Fahrscheine ab, sondern erklärte ihnen auch gern, was es mit seiner Unform und dem Equipment auf sich hat. „Die Uniform ist aus den Sechzigerjahren, die habe ich im Internet erstanden“, sagte er. Die Schaffnertasche sei ein Erbstück einer ehemaligen Schaffnerin aus München, der „Galoppwechsler“ stamme aus dem Jahr 1972. Das Gerät wurde manuell bedient und vereinfachte während der Tramfahrt das Abzählen des Wechselgeldes. „Das ging so schnell wie im Galopp“, erklärte Schönhammer den Namen und führte auch gleich noch die Funktion vor: Galoppwechsler bestanden demnach aus vier bis sechs Metallröhren für die verschiedenen Münzwerte, die oben je einen Einwurfschlitz hatten und unten einen Hebelmechanismus, der bei Betätigung jeweils genau eine Münze freigab.

Beim Oktoberfest konnten die Besucher aber nicht nur die bayrische Bahn anschauen und sich vom Münchner Schaffner kontrollieren lassen. Natürlich gab es auch bajuwarische Spezialitäten wie Weißwürste, Leberkäse, Brezeln und echtes bayrisches Oktoberfestbier vom Fass. Der Nachwuchs naschte Zuckerwatte und Popkorn und drehte im Kinderkarussell oder mit der Kindereisenbahn seine Runden. Wer in Dirndl oder Lederhose erschien, kam an diesem Wochenende sogar kostenlos ins Museum.

Von Katja Eggers

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