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Nachrichten Zum Snntg-Festival kommen 3000 Besucher
Region Sehnde Nachrichten Zum Snntg-Festival kommen 3000 Besucher
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00:18 01.08.2018
Der "Kiosk" ist beim Festival ein beliebter Treffpunkt. Quelle: Katja Eggers
Wehmingen

Entspannt und fröhlich, bunt und vielseitig – so ist am Wochenende das Snntg-Festival verlaufen. Mit 3000 Besuchern war die mittlerweile zweite Auflage des Events diesmal schon Tage vor dem eigentlichen Start komplett ausverkauft. Wer ein Ticket hatte, erlebte auf dem weitläufigen Gelände des Straßenbahn-Museums in Wehmingen von Freitag bis Sonntag Musik auf drei verschiedenen Bühnen sowie jede Menge Kultur und Kunst. Für eine mehrstündige Unterbrechung sorgte am Sonnabend allerdings ein Gewitter mit Starkregen. Im Anschluss ging es aber munter weiter.

„Über den plötzlich aufkommenden Wind und die ersten Regentropfen haben wir uns bei dem heißen Wetter noch gefreut“, sagte Maxi aus Göttingen, die mit ihrer Freundin Mieke zu diesem Zeitpunkt gerade im „Wummerland“ vor der Elektro-Bühne feierte. Als der Regen heftiger wurde, flüchteten beide in eine der großen Hallen des Straßenbahnmuseums – Bands setzten dort ihr Programm kurzerhand fort.

Die Festivalorganisatoren hatten die Situation jederzeit im Griff. „Wir mussten improvisieren – jeder der konnte, hat noch schnell’ne Warnweste angezogen und dann haben wir alle an einem Strang gezogen“, erklärte Luca Assner vom Festivalvorstand. Per Lautsprecherdurchsagen wurden die Besucher in die Hallen gelotst. Das DRK gab spontan Decken aus, damit Besucher dort auch schlafen konnten. Sanitäter verteilten T-Shirts an diejenigen, die klatschnass geworden waren und froren. „Das waren eigentlich unsere Merchandising-Shirts, aber das Wohl unsere Besucher ging vor“, erklärte Assner.

Zu Schaden sei niemand gekommen. Auch Equipment habe nicht groß gelitten. Die Techniker seien durchweg Profis und auf alle erdenklichen Situationen vorbereitet. „Es sind lediglich einige Scheinwerfer kaputt gegangen, zeitweise fiel der Strom aus“, berichtete Assner. Etwas mehr Pech hätten hingegen einige Camper und Besucher mit Auto gehabt. Sowohl der Acker zum Parken als auch der, auf dem die Zelte standen, standen mitunter im Matsch. „Ein Landwirt mit Trecker und Radlader hat uns super unterstützt und reihenweise Autos rausgezogen“, sagte Assner. Über die größten Schlammpfützen wurden Planen gelegt. Nach dem Gewitter lief das Festival weiter. Und morgens sei laut Assner auch schon wieder alles relativ trocken gewesen.

Vor der Hauptbühne ist am Sonntagvormittag zunächst noch wenig los. Quelle: Katja Eggers

Die Besucher blieben gelassen. Einige fuhren nach Hause, viele kamen Sonntag wieder zurück. Neben Musik von groovigen Beats über handgemachten HipHop bis zu Singer-Songwriter-Performances gab es Kunst und Fotos, ein Stummfilmkino und eine Spielwiese, Infostände und interaktive Lichtwelten.

Großes Lob gab es für die Stimmung auf dem Festivalgelände. „Alle sind friedlich, keiner pöbelt oder rempelt rum, die Atmosphäre ist wunderbar entspannt“, sagte auch Tanja Korf. Das Musikprogramm gefiel der Hohenfelserin, die direkt neben dem Straßenbahn-Museum wohnt, ebenfalls gut. „Die meisten Bands kannte ich vorher gar nicht, aber jetzt habe ich sie für mich entdeckt“, sagte die 48-Jährige.

Maxi und Mieke lobten zudem die Kulisse aus handgemachten Ständen, Holzbauten und skurriler Deko. „Man merkt total dass die hier ganz viel Liebe reingesteckt haben“, sagte Mieke. Beide würden nächstes Jahr gern wieder zum Festival kommen. Vom Vorstand gab es dafür bereits grünes Licht. „Unser Plan ist, auch das dritte Festival hier zu feiern“, erklärte Assner.

Im Glückskiosk ein Sinn-Los angeln

Claudia aus Ronnenberg (rechts) angelt bei Django am Glückskiosk ein Sinn-Los. Quelle: Katja Eggers

„Claudia hat das Glück gefunden“, ruft Django vom Projekt Kultur des Wandels, dem freien Netzwerk von und für Nachhaltigkeitsakteure und Kulturschaffende der Region Hannover. Er läutet dazu eine Glocke, und Claudia freut sich – die 35-Jährige Hannoveranerin hat mit einer Magnetangel am Glückskiosk ein „Sinn-Los“ mit einem Spruch geangelt.

 Viel Farbe für den Turnbeutel

Carla aus Hannover bedruckt einen Beutel. Quelle: Katja Eggers

Auf der Spielwiese sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Carla aus Hannover bringt dort viel Farbe auf einen Turnbeutel. Mit einer Schablone hat sie auf dem Stoff zuvor das Logo des Festivals aufgedruckt. Der Schriftzug „Snntg“ ziert auch schon ihren ersten Beutel. „Der war für eine Freundin und dieser hier ist für mich“, sagt die 22-Jährige.

Rund um die Uhr im Einsatz

Stephan Elze vom Straßenbahn-Museum fährt die Besucher mit der Tram hin und her. Quelle: Katja Eggers

Damit die Besucher sicher und schnell zwischen vom nördlichen zum südlichen Festivalgelände kommen, ist Stephan Elze vom Museumsverein rund um die Uhr als Straßenbahnfahrer im Einsatz. Am Sonnabend ist er von 12 bis 22 Uhr gefahren, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. „Während der Fahrten sind hier auch schon Clowns und Kleinkünstler aufgetreten“, sagt er.

Guter Sound in der Bahn

Janni B und sein Drummer Marco sorgen für Musik in der Straßenbahn. Quelle: Katja Eggers

Für Musik mit Gitarre und Cajon haben in der Straßenbahn beim Snntg-Festival Janni B und Marco gesorgt. Das Duo spielte während der Fahrten vom Nord- zum Südgelände mitten im Gang. Janni griff in die Saiten, Marco trommelte im Sitze auf der Kiste. Das Publikum lauschte, lachte und klatschte jede Menge Beifall.

Von Katja Eggers

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