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Region Sehnde Nachrichten Stadt tritt Fluxx-Notfallbetreuung bei
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00:39 28.05.2018
Sind von Fluxx begeistert: Die Gleichstellungsbeauftragte Jennifer Glandorf (von links), Sabine Schrader vom Fluxx-Team der Landeshauptstadt, die Erste Stadträtin Bettina Conradi und Fachdienstleiterin Katharina Fischer. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Ein Rettungsring für Sehnde: Familien haben ab sofort die Möglichkeit einer Notfallbetreuung, wenn alle Stricke reißen und ihr soziales Netzwerk aus Verwandten oder Freunden nicht für eine Betreuung von Kindern oder Angehörigen greift. „Fluxx“ nennt sich das Projekt der Landeshauptstadt Hannover, dem die Stadt jetzt als erst fünfte Regionskommune beigetreten ist. Sehndes Erste Stadträtin Bettina Conradi und Sabine Schrader vom Fluxx-Team haben den Vertrag am Freitag im Rathaus unterzeichnet. Auch das Klinikum Wahrendorff ist jetzt ein Netzwerk-Partner.

Der Name „Fluxx“ leitet sich von dem Wort „flugs“ ab und soll die schnelle, flexible und individuelle Hilfe verdeutlichen – mit einem 24-Stunden-Notruf, wenn etwa die regelmäßige Betreuung unerwartet ausfällt, unvorhersehbare Dienstreisen oder Fortbildungen anstehen oder es einen Unfall oder plötzlichen Krankenhausaufenthalt in der Familie gibt. Solche Unwägbarkeiten stellen vor allem berufstätige Eltern und Alleinerziehende – in Sehnde 428 von 10.064 Haushalten – oft vor unüberwindliche Hürden. Für sie ist die Notfallbetreuung oftmals die Rettung in höchster Not, die Kommunen nicht leisten können. Das Fluxx-Logo ist deshalb auch ein symbolischer Rettungsring.

Haben den Vertrag jetzt offiziell unterschrieben: Sabine Schrader (links) vom Fluxx-Team der Landeshauptstadt und die Erste Stadträtin Bettina Conradi . Quelle: Oliver Kühn

Vor allem für die sogenannte Sandwich-Generation der 40- bis 60-Jährigen, die noch ihre Kinder betreuen, sich aber gleichzeitig schon um ihre eigenen, älter gewordenen Eltern oder andere Angehörige kümmern müssen, ist die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege oft eine kaum zu bewältigende Belastung. Fluxx sei aber kein „Billig-Babysitterdienst“, betont Schrader: „Wir fragen immer ab, um was für einen Notfall es sich handelt.“ Es gebe aber, das zeige die Erfahrung von mehr als drei Jahren, so gut wie keinen Missbrauch. Die ehrenamtlichen Betreuer der Notfallhilfe sind zu 80 Prozent Erzieherinnen im Ruhestand oder Krankenschwestern. „Das sind pädagogisch ausgebildete Omas“, wie es Schrader ausdrückt.

Stadt und Klinikum sind die ersten Partner in Sehnde. „Wir hoffen aber auf weitere Unternehmen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Jennifer Glandorf. Vor allem mittelständische Betriebe habe sie im Blick. Diese könnten damit in Zeiten des Fachkräftemangels für sich Werbung als familienfreundliche Unternehmen machen, ergänzt Fachdienstleiterin Katharina Fischer. Für Mitarbeiter von Partnerbetrieben kostet eine Betreuungsstunde drei Euro, ebenso für Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Studenten zahlen zwei, alle anderen Sehnder fünf Euro die Stunde. „Für sie ist die Teilnahme durch den Beitritt der Stadt erst möglich“, erläutert die Erste Stadträtin Bettina Conradi.

Die Stadt sucht jetzt auch selbst Betreuungskräfte aus Sehnde. Diese sollten eine gewisse Grundqualifikation etwa als Erzieherin oder Erfahrung in der Tagespflege mitbringen oder zumindest den Kurs zur Jugendleitercard (Juleica) absolviert haben. Sie erhalten 10 Euro pro Stunde als Aufwandsentschädigung und werden regelmäßig geschult. Wer sich dafür interessiert, kann Sabine Schrader unter Telefon (0511) 16841916, Katharina Fischer unter (05138) 707312 oder Jennifer Glandorf unter (05138) 707224 erreichen.

Von Oliver Kühn

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