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11:56 11.09.2018
Die Bestrafung mit einer Schandflöte war eine schmerzhafte Sache. Quelle: Michael Schütz
Rethmar

Eine Ausstellung zum Thema Rechtsgeschichte ist in der Regel kein Publikumsmagnet. Das könnte im Regionalmuseum in Rethmar anders werden. Gerade hat der Förderverein der Burg Steinbrück bei Söhlde im Kreis Hildesheim im Museum auf dem Gutshof Rethmar eine Sonderausstellung zur Rechtsgeschichte in unseren Gefilden aufgebaut. Statt drögen Gesetzestexten erwartet die Besucher allerdings Dinge wie ein Schwurschädel, Daumenschrauben oder ein Hinrichtungsschwert. In der Schau, die am Sonntag, 16. September, eröffnet wird, kann man sich also Folter- und Hinrichtungsinstrumente näher anschauen. Es handele sich bei den Gegenständen allerdings nicht um Originale, erklärte Siegfried Skarupke, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Burg. Der Verein hat die Ausstellung konzipiert. „Originale können wir uns nicht leisten“, sagte Skarupke. Aber es seien alles historisch korrekte Repliken.

Auf die etwas gruseligen Exponate ist Nils Kehrel aufmerksam geworden. Das Museumsmitglied wohnt sozusagen gleich um die Ecke der Burg in Schellerten und hat den Verein eingeladen, nach Rethmar zu kommen. An der Ausstellung kann man erkennen, wie unterschiedlich die Rechtssprechungen und vor allem deren Konsequenzen für die Verurteilten im 16. Jahrhundert waren. „Daumenschrauben waren ein gängiges Mittel bei Verhören“, erklärte Burgführer Wolfgang Seeling. „Und nur die Fingerspitzen wurden hineingeklemmt“, ergänzte Carola Spanowsky. „Da zwiebelt es am meisten.“

Einige heutzutage kaum vorstellbare Strafen werden in der Ausstellung ebenfalls dargestellt. Die nach einem Schweinekopf gestaltete Schandmaske etwa bekam jemand aufgesetzt, der Zotiges von sich gegeben hatte. Die Schandflöte klemmte die Finger jener Musiker ein, die falsche Töne gespielt hatten. Drastische Bestrafungen waren die Hinrichtungen, deren Methoden man in Rethmar ebenfalls nachvollziehen kann – vom ehrenvollen Enthaupten mit dem Schwert bis hin zum Rädern, bei dem den Delinquenten die Knochen unter dem Rad gebrochen wurden, während sie auf so genannten Krammen lagen. Zu jedem ausgestellten Objekt gibt es erklärende Texte, die aus heutiger Sicht grausame Methoden darstellen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 16. September, eröffnet und ist dann bis zum 16. Dezember zu sehen. Das Museum im Gutshof Rethmar ist sonn- und feiertags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Michael Schütz

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