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Region Sehnde Nachrichten Politik kritisiert Kosten für Kitaanbau in Ilten
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00:16 15.12.2017
Die Politik in Sehnde kritisiert fraktionsübergreifend die Kosten für den geplanten Anbau der Kita Hugo-Remmert-Straße in Ilten. Quelle: Sandra Köhler (Archiv)
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Ilten

 Die Entscheidung in der letzten Ratssitzung des Jahres am Donnerstag dürfte spannend werden: Dann muss die Politik befinden, ob der geplante Anbau an die Kindertagesstätte Hugo-Remmert-Straße in Ilten wie veranschlagt 1,35 Millionen Euro kosten darf – oder nur 1 Million. Auf diese Summe hatten sich der Stadtentwicklungs- und der Finanzausschuss in ihrer gemeinsamen Sitzung fraktionsübergreifend geeinigt. Für die Stadtverwaltung gab es dabei heftige Kritik.

Im Anbau nördlich des Gebäudes sollen eine zusätzliche Kindergartengruppe mit 25 Plätzen sowie eine weitere Krippengruppe mit 15 Plätzen mit einer Kernzeit von 8 bis 16 Uhr eingerichtet werden – das ist eine Betreuungszeit, die bisher keine der Sehnder Einrichtungen abdeckt. Nach der Kindertagesstättenbedarfsplanung der Stadt steigt der Bedarf im Westen Sehndes mit den Baugebieten in Bilm und Höver. Nach Angaben der Stadt könnte der Anbau Ende 2019 stehen. Den Bedarf bestreitet niemand, doch die Kosten von 1,35 Millionen Euro sind Sehndes Politikern zu hoch. Vor allem der CDU. „Warum ist der Ansatz so hoch, das Grundstück gehört doch der Stadt“, meinte etwa Christdemokrat Andreas Heinen. Der Bau der Kita vor drei Jahren habe nur 900.000 Euro gekostet, die Kostensteigerung sei nicht nachvollziehbar. 

Ähnlich sieht es Heinens Fraktionskollege Hartmut Völksen: „Das ist doch wie eine Erweiterung mit einem Wintergarten, warum ist das so teuer?“ Auch die Umsetzung und Neuinstallation der Spielgeräte sei mit Kosten von 80 000 Euro „schlecht geplant“. Die Finanzausschussvorsitzende Heike Benecke, ebenfalls CDU, monierte darüber hinaus, dass damals beim Neubau der Kita versichert worden sei, dass die Heizung auch für den jetzt geplanten Anbau reichen würde. „Aber jetzt gilt das offenbar nicht mehr.“ Daniela Rössing, Fachdienstleiterin Gebäudewirtschaft, argumentierte, dass die Kostensteigerung daher rühre, dass für den Anbau auch der Bebauungsplan geändert werden müsse. Das wiederum ließ den Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses, Edgar Bäkermann (SPD), aufhorchen: „Das höre ich das erste Mal.“ Auch er wundere sich über die Kostensteigerung.

Auf Bäkermanns Vorschlag hin einigten sich beide Ausschüsse mehrheitlich auf eine Summe von 1 Million Euro für den Anbau. Der Antrag der sichtlich verärgerten Ratsfrau Elisabeth Schärling (CDU), die Kosten sogar auf 750 000 Euro zu drosseln, wurde dagegen abgelehnt.

Sehnder Rat trifft weitreichende Entscheidunge

Der Sehnder Rat muss in seiner letzten Sitzung des Jahres am Donnerstag weitreichende Entscheidungen für die Zukunft der Stadt treffen. Zum einen soll der Haushalt für nächstes Jahr verabschiedet werden, der von einem beachtlichen Defizit und einem nie dagewesenen Schuldenstand geprägt ist: Einem Fehlbetrag von rund 2,5 Millionen Euro, Krediten von mehr als 4 Millionen und Schulden von mehr als 13 Millionen. Dazu sind fast 11 Millionen Euro an Investitionen geplant. Hintergrund sind vor allem große Bauvorhaben wie der Neubau für die abgebrannte Turnhalle Waldstraße in einem neuen Sportzentrum an der Chausseestraße sowie die Erweiterung der KGS mit mindestens 16 neuen Klassenräumen. Dazu kommen die teils kostenintensiven Empfehlungen der Fachausschüsse und Ortsräte. Weitere Themen sind der Anbau für Kita Hugo-Remmert-Straße, die Beheizung des Waldbads Sehnde und ein Antrag zur möglichen Entwicklung eines Bürgerhaushalts. Auch der neue Stellenplan steht auf der Tagesordnung. Die Ratssitzung am Donnerstag, 14. Dezember, beginnt um 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses, Eingang Nordstraße 19. Vor und nach dem öffentlichen Teil können Einwohner Fragen an den Rat und die Verwaltung stellen.ok

Von Oliver Kühn

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