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Der Ortsrat diskutiert über den Umbau der Nordstraße

Der Ortsrat diskutiert über den Umbau der Nordstraße
© Patricia Oswald-Kipper

Sehnde

Ortsrat kritisiert Pläne für die Nordstraße

Im Zuge der Lidl-Erweiterung soll auch die Nordstraße umgebaut werden. Der Ortsrat hat nun die Pläne für einen Übergang auf Höhe des Supermarkts kritisiert.

Sehnde.  Die Umbau-Pläne der Verwaltung für die Nordstraße sind im Ortsrat auf Kritik gestoßen. Im Zuge der Lidl-Erweiterung soll für Fahrer, die aus Richtung Bolzum kommen, eine Linksabbieger-Spur entstehen. Zudem möchte die Stadt für Fußgänger und Radfahrer eine Mittelinsel im Bereich südlich des Karl-Backhaus-Rings einrichten. 

Kurt Schwarzkopf (SPD) hält die Pläne, die das Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr für die Stadt Sehnde erarbeitet hat, für sehr unglücklich: „Die Querungshilfe halte ich für gefährlich“, sagte Schwarzkopf am Montagabend im Ortsrat. Der Bereich nördlich der Einfahrt zum Lidl-Markt sei durch die leichte Kurve nicht nur sehr unübersichtlich. „Es ist auch die engste Stelle der Nordstraße“, sagte er. Große Lastwagen hätten bei Gegenverkehr jetzt schon Schwierigkeiten, die Stelle zu passieren.

Die Stadt hatte den Bebauungsplan, in dem es um die Lidl-Erweiterung geht, noch einmal zur Auslegung gebracht. Ein an der Nordstraße ansässiger Landwirt hatte verdeutlicht, dass er bei einer Querungshilfe an der bisher vorgesehenen Stelle Schwierigkeiten habe, mit seinen Fahrzeugen und Anhängern auf die Nordstraße aufzufahren. PGT-Geschäftsführer Heinz Mazur versuchte mit einer Untersuchung dazu die Bedenken zerstreuen. Mit der Verkehrsinsel gebe es für Ein- und Ausfahrten immer noch ausreichend Platz, versicherte er.

Für Ralf Marotzke (CDU) ist klar, dass die Querungshilfe an dieser Stelle „keinen Sinn macht“. Wenn Fußgänger auf dem Fußweg stünden und warteten, um die Straße passieren zu können, entstünden bei dem dortigen Radverkehr gefährliche Situationen. Auch er hält diesen Bereich der Nordstraße für viel zu eng, um dort noch einen Übergang einzubauen. „Ich sehe keine Argumente, die dagegen sprechen, die Querungshilfe ein paar Meter weiter in Richtung Freien-Straße zu verlegen“, sagte er. Er warb in der Ortsratssitzung zudem für eine Lösung mit einer Ampel. Diese hält er für „viel sicherer“.

Auch Vertreter der SPD würden eine Lösung mit einer Ampel bevorzugen: „Das ist die sicherste Variante, um eine Straße zu überqueren“, sagte Kurt Schwarzkopf. Bei einer Querungshilfe entstünden indessen immer unsichere Situationen. „An dieser Stelle ist vor einigen Jahren schon einmal ein Unfall passiert, das wollen wir vermeiden“, sagte er.

Der städtische Fachdienstleiter Godehard Kraft wies darauf hin, dass eine Ampel von der Landesbehörde genehmigt werden müsse. Zudem sei deren Finanzierung nicht geklärt. Diese stehe bisher nur für den bisher geplanten Umbau. Verkehrsplaner Heinz Mazur warb für die Lösung mit einer Mittelinsel. Eine Ampel verursache zusätzliche Stockungen auf der vielbefahrenen Straße, sagte er. 

Der Ortsrat stimmte dem Bebauungsplan grundsätzlich zu, gab allerdings der Stadt den Auftrag, eine Ampellösung für diesen Bereich zu prüfen. Die Ergebnisse dazu sollen in der nächsten Ortsratssitzung vorgelegt werden.

Fast 20 000 Fahrzeuge passieren täglich den Bereich

Die Supertmarktkette Lidl will sich in Sehnde neu aufstellen und ihre Filiale mit einem Neubau von knapp 1000 Quadratmeter auf rund 1400 Quadratmeter vergrößern. Um die Anbindung zum Parkplatz zu verbessern, soll der Zufahrtsbereich von der Nordstraße umgebaut werden. Das Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr hatte dazu unlängst die Verkehrssituation an einer der verkehrsreichsten Stellen unter die Lupe genommen. Dabei wurde festgestellt, dass täglich rund 10 300 Autos und LAstwagen aus Richtung Norden und 8800 Autos und Lkw aus Richtung Süden die Nordstraße in diesem Bereich passieren. Ein Zebrastreifen einzurichten ist an dieser Stelle aber nicht möglich. Dafür reichen die erforderlichen Frequenzen von Fußgängern und Autofahrern nicht aus.

Von Patricia Oswald-Kipper


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