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Großbrand im März 2017: 145 Feuerwehrleute, Landwirte und das THW kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Die Ursache war Brandstiftung.

Großbrand im März 2017: 145 Feuerwehrleute, Landwirte und das THW kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Die Ursache war Brandstiftung.
© Archiv

Sehnde

Scheunenbrand war größter Einsatz seit 20 Jahren

Die Ortsfeuerwehr Klein Lobke hat beim Scheunenbrand im März vergangenen Jahres den größten Einsatz seit 20 Jahren erlebt. Noch zwei weitere Brandstiftungen hatten Ängste im Dorf ausgelöst.

Klein Lobke.  Daran können sich nicht nur die Klein Lobker Feuerwehrleute erinnern, als wäre es gestern gewesen: Am 9. März vergangenen Jahres brannte im Dorf eine große Scheune mit Stroh und landwirtschaftlichen Fahrzeugen fast völlständig nieder – Brandstiftung, wie sich hinterher herausstellte. Außer der Ortsfeuerwehr waren letztlich 145 Einsatzkräfte in das 250-Einwohner-Dorf geeilt, um der Flammen Herr zu werden. Dieser Einsatz sei mit Abstand der größte seit rund 20 Jahren gewesen, zog Ortsbrandmeister Bernhard Fricke jetzt bei der Jahresversammlung Bilanz. Aber nicht nur deshalb, mit insgesamt acht Einsätzen, darunter eine Serie von Brandstiftungen, sei 2017 für die kleine Ortsfeuerwehr ein „außergewöhnliches Jahr“ gewesen. Üblich ist sonst die Hälfte.

Eine ganze Nacht lang hatten die Einsatzkräfte aus neun Ortsfeuerwehren mit Unterstützung von Landwirten und des Technischen Hilfswerks gegen die Flammen gekämpft. Doch für den betroffenen Landwirt war das nicht alles. Auf dem selben Hof an der Wegstraße sei im selben Jahr zudem noch eine Gartenlaube abgebrannt, sagt Schriftführer Hermann Fricke. Darüber hinaus sei wenig später ein Schafstall am Dorfrand in Flammen aufgegangen – alles Brandstiftungen. Die Ursachen hätten aber nicht endgültig aufgeklärt werden können. Für den Ort sei diese Serie fatal gewesen, sagt Fricke: „Das hat schon Ängste im Dorf ausgelöst.“

Weitere Einsätze waren zweimal eine ausgelöste Brandmeldeanlage im Klein Lobker Seniorenheim. Auslöser dafür seien Waffelbacken und angebranntes Essen gewesen, berichtet Fricke. Dazu gab es noch einen Schornsteinbrand in einer Wohnung. Mit viel Muskelkraft und technischer Unterstützung war die Ortsfeuerwehr Klein Lobke auch beim Hochwasser an der Innersten im Landkreis Hildesheim im Einsatz. Das Engagement ist nicht unbemerkt geblieben. Ministerpräsident Stephan Weil hat den Aktiven als Dank eine Urkunde geschickt. 

Auch im Ort selbst ist die Feuerwehr fest verwurzelt. Insgesamt zählt sie 99 Mitglieder, davon sind 34 Einsatzkräfte. Damit ist bald die Hälfte aller Einwohner des des Dorfes Mitglied der Feuerwehr. „Das ist eine gute Quote“, sagt Fricke mit Understatement. Selbst zur Jahresversammlung seien mehr als 50 Mitglieder erschienen. Und die Zukunft zeigt ebenfalls einen Lichtblick. In ein bis zwei Jahren werde Klein Lobke ein neues Löschfahrzeug mit einem 600 Liter fassenden Wassertank bekommen. Dann könne man etwa einem Zimmer- oder Fahrzeugbrand direkt zu Leibe rücken und müsse nicht erst aufwendig eine Pumpstation aufbauen. „Das ist ein großer Vorteil vor allem tagsüber, denn man braucht dann bei Einsätzen nicht so viele Leute“, sagt Fricke.

Seit 50 Jahren der Feuerwehr verbunden

Bei ihrer Jahresversammlung hat die Ortsfeuerwehr Klein Lobke auch langjährige Mitglieder geehrt und Aktive befördert. So erhielt Schriftführer Hermann Fricke vom stellvertretenden Stadtbrandmeister Diethelm Huch das Feuerwehrehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst. Karl Dörrie und Harald Lüders können auf eine 50-jährige Mitgliedschaft zurückblicken, Rudolf Doormann auf 40 Jahre. Ihnen wurde für ihre Treue das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes verliehen. Bereits seit 50 Jahren unterstützt zudem Jürgen Bütehorn die Ortsfeuerwehr als förderndes Mitglied, wofür ihm mit einer Urkunde gedankt wurde. Darüber hinaus wurden Maximilian Blank und Christian Retzki zu Oberfeuerwehrmännern befördert.

Von Oliver Kühn


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